Schwangere, die nach Brasilien reisen, sollten sich vorher medizinisch beraten lassen. Denn auch dort hat sich das Zika-Virus ausgebreitet. Foto: Georg Ismar
+
Schwangere, die nach Brasilien reisen, sollten sich vorher medizinisch beraten lassen. Denn auch dort hat sich das Zika-Virus ausgebreitet.

Südamerika

Zika-Virus: Gefahr für Schwangere auf Reisen

Kleiner Stich, große Gefahr: Das von bestimmten Mücken übertragene Zika-Virus könnte für Babys im Mutterleib sehr gefährlich sein. Auch deutsche Experten warnen Schwangere vor Reisen nach Lateinamerika.

Wegen der grassierenden Zika-Viren raten auch deutsche Experten Schwangeren vor Reisen in die betroffenen Länder Lateinamerikas ab. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG)und das Auswärtige Amt empfehlen, Reisen in die Ausbruchsgebiete "möglichst zu vermeiden".

Für Schwangere: Konsequenter Schutz vor Mückenstichen wichtig

Experten nehmen an, dass der von bestimmten Mücken übertragene Erreger bei Embryos im Mutterleib möglicherweise zu Schädelfehlbildungen führen kann. Bei der sogenannten Mikrozephalie ist der Kopfumfang des Kindes kleiner als normalerweise, geistige Behinderungen sind die Folge. Zuletzt wurden Fälle von Zika-Infektionen aus mehreren Ländern und Regionen Mittel- und Südamerikas gemeldet, darunter Brasilien, Kolumbien und Mexiko.

Auf die DTG-Empfehlung verwies das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) jüngst in seinem Bulletin. Da es für Reisehinweise selbst nicht zuständig ist, empfiehlt das Institut Schwangeren, sich vor einer Reise medizinisch beraten zu lassen. Wenn schwangere Frauen bereits in betroffenen Gebieten unterwegs gewesen seien, sollten sie ihren Frauenarzt bei der Vorsorgeuntersuchung darauf hinweisen. Bei Erwachsenen verlaufen Zika-Infektionen in der Regel relativ harmlos mit leichtem Fieber und Hautausschlag.

Auch in den USA ist das Zika-Virus inzwischen aufgetaucht

Reisende haben den Erreger eingeschleppt. Im Bundesstaat Florida gebe es drei Fälle, teilte das örtliche Gesundheitsamt am Donnerstag mit. Zwei Infizierte hätten im Dezember Kolumbien besucht, ein weiterer Patient Venezuela. In den gesamten USA gibt es nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) etwa ein Dutzend Fälle. Alle Betroffenen hätten sich im Ausland angesteckt.

Gegen die Erkrankung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel

Auch die US-Behörde CDC hatte Schwangeren kürzlich von Reisen nach Lateinamerika und in die Karibik abgeraten. Allein in Brasilien wurden seit Oktober vergangenen Jahres mehr als 11 000 Ansteckungen mit Zika-Viren nachgewiesen, hatte das Gesundheitsministerium des Landes kürzlich mitgeteilt. Parallel dazu meldeten brasilianische Behörden einen sprunghaften Anstieg von Schädel-Fehlbildungen bei Säuglingen. Ein Zusammenhang mit Zika wird vermutet - eine Mikrozephalie kann allerdings verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft oder Genmutationen.

Die Regierung in Kolumbien teilte am Donnerstag mit, dass bislang 560 nachweislich mit dem Zika-Virus infizierte Schwangere registriert wurden. Mehr als 100 hätten ihre Kinder bereits zur Welt gebracht, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Fernando Ruiz. Mikrozephalie-Fälle seien dabei bisher nicht bekannt geworden. Möglicherweise würden neurologische Schäden aber erst innerhalb der nächsten Monate festgestellt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ausweiskontrolle: Was genau prüft der Grenzbeamte?

Die Ausweiskontrolle ist an Flughäfen ein üblicher Vorgang. Doch nur wenige Reisende wissen, wie Grenzbeamte bei der Sichtung der Dokumente vorgehen. Ein Experte der …
Ausweiskontrolle: Was genau prüft der Grenzbeamte?

Anschlag in Istanbul: Was Urlauber jetzt wissen müssen

Hannover - Erneut erschüttert ein Anschlag die Türkei. Wie reagieren Reiseveranstalter und Reedereien? Welche Rechte haben Urlauber, die eine Reise in die Türkei geplant …
Anschlag in Istanbul: Was Urlauber jetzt wissen müssen

"Die Urlaubsentscheidungen dauern heute länger"

Die Zeiten sind sehr politisch, die Gesellschaften in vielen Ländern nicht nur in Europa scheinen sehr polarisiert. Wirken sich Politik und Image eines Landes auf das …
"Die Urlaubsentscheidungen dauern heute länger"

Vogelbeobachtung: Neue Route in Costa Rica

Tolle Nachrichten für Vogelfreunde: Im zentralamerikanischen Costa Rica gibt es eine neue Route mit Beobachtungspunkten. Und auf diesen Routen sind nicht nur die Vögel …
Vogelbeobachtung: Neue Route in Costa Rica

Kommentare