Lola Neubert steht sicher auf dem Brett. Die Schülerin hält Stehpaddeln für eine coole Alternative zum Windsurfen. Foto: Bernd Wüstneck
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Lola Neubert steht sicher auf dem Brett. Die Schülerin hält Stehpaddeln für eine coole Alternative zum Windsurfen.

Zu Fuß übers Wasser

Stehpaddeln findet mehr Anhänger

Ein Brett, ein Paddel, ein Fluss - und der Spaß ist sicher. Surf- und Kanustationen bieten neuerdings Bretter zum Stehpaddeln an. Die Angelegenheit ist weniger wacklig als vermutet.

Lola strahlt, als sie wieder an Land steigt. Der Bikini der 16-Jährigen ist bei ihrer ersten Ausfahrt im Stehpaddeln trocken geblieben. Dabei war sie beim Aufsteigen auf das wacklig scheinende Board in Klempenow in Mecklenburg-Vorpommern sicher, dass sie sofort in die Tollense fallen würde.

"Es ist einfacher, als ich dachte", sagt die blonde Schülerin aus Leipzig. Das Brett liege stabil auf dem Wasser. "Das ist eine coole Alternative zum Windsurfen, was man auf dem Fluss ja nicht machen kann", sagt Lola Neubert. Jacob Persch, der gleichzeitig mit ihr ein SUP-Board - SUP steht für Stand Up Paddling oder Stehpaddeln - ausprobiert, findet ebenfalls Spaß an dem noch recht jungen Sport. Man steht auf einem etwa 60 Zentimeter breiten und mehr als drei Meter langen Brett und bewegt sich mit einem überlangen Stechpaddel vorwärts. "Allerdings stelle ich mir Windsurfen cooler vor", meint der 16-Jährige.

Herr über die Bretter ist Stephan Büschel. Er betreibt unterhalb der Burg Klempenow an der Tollense eine Kanustation. Seitdem er das Stehpaddeln für sich entdeckte, fahre er kaum noch Kanu, sagt der sportliche 62-Jährige, der seit seiner Kindheit die Sommer im Paddelboot verbrachte. Die Tollense ist ein idyllisches, kurvenreiches Wiesenflüsschen, das in Neubrandenburg beginnt und in Demmin in die Peene mündet. "Ich hatte immer die Idee, dass man auf dem Fluss auch surfen müsste", erzählt er. Windsurfen geht nicht: Das Surfbrett braucht eine zu große Stabilisierungsflosse. Die wäre hinderlich auf einem Fluss mit vielen Wasserpflanzen.

"Mich hat die Vorstellung gereizt, auf einem Brett über dem klaren Wasser zu stehen, in die Tiefe zu gucken und die Fische zu sehen", erzählt er. Sogar einen tauchenden Biber habe er so schon beobachtet. Zudem könne man in die Ferne schauen. Seinen Ursprung hat das Stehpaddeln in der Südsee. Polynesische Fischer fuhren so vor Tahiti übers Meer. Auf Hawai, wo das Surfen erfunden wurde, stellen sich Surflehrer wegen des besseren Überblicks auf das Paddelbrett.  

Stehpaddel-Boards kann man in Mecklenburg-Vorpommern an gut einem Dutzend Orten bei Surfstationen ausleihen, vor allem an der Küste, aber auch im Binnenland. Ähnlich viele Anbieter haben Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

dpa

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