Pat Cortina
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Pat Cortina.

WM als letzte Bewährungschance

Cortina steigt mit DEB-Nachwuchs ab

Toronto - Eishockey-Bundestrainer Pat Cortina hat den Abstieg des U20-Nationalteams nicht verhindern können. Seine Position wurde damit weiter geschwächt, bis zur WM darf er aber bleiben.

Nach dem Absturz der deutschen Eishockey-Junioren in die Zweitklassigkeit wird der Druck für Bundestrainer Pat Cortina immer größer. Unter der Leitung des Italo-Kanadiers stieg die sieglose U20-Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bei der WM in Kanada aus der A-Gruppe sang- und klanglos ab.

Cortinas Liste der Misserfolge ist damit um einen Punkt länger, der 50-Jährige erhält bei der Weltmeisterschaft in vier Monaten in Prag dennoch eine letzte Bewährungschance. „Daran ändert sich nichts“, sagte DEB-Präsident Franz Reindl am Sonntag dem SID.

Aus seiner Enttäuschung über den Abstieg des DEB-Nachwuchses unter Cortinas Leitung machte Reindl aber keinen Hehl: „Die U20 ist das Kapital der Zukunft. Wir waren nahe dran, aber das ist eben nicht genug. Es zeigt, dass wir in diesem Bereich in Zukunft mehr tun müssen.“

Unmittelbare Konsequenzen muss Cortina aber nicht fürchten. Erst am Saisonende will der Verband über die Zukunft des Bundestrainers entscheiden. Der größtenteils schwache Auftritt der DEB-Junioren in Kanada war aber alles andere als ein Bewerbungsschreiben für die Verlängerung des auslaufenden Vertrages.

„Wir sind sehr frustriert“, sagte Cortina, nachdem sein Team auch das zweite Relegationsspiel gegen die Schweiz 2:5 verloren hatte. „Das war unsere beste Turnierleistung. Das Team hat genau so gespielt, wie wir das in jedem Spiel sehen wollten“, ergänzte der Coach. Warum die Mannschaft um Kapitän Dominik Kahun (EHC Red Bull München) aber erst im letzten Spiel aufgewacht ist und ihre Leistung abgerufen hat, muss sich auch Cortina ankreiden.

Das von DEB-Boss Reindl ausgerufene Ziel Klassenerhalt war mit nur sechs Toren in sechs Spielen nicht zu erreichen. Nach drei Jahren in der Top-Division muss die U20 im kommenden Jahr wieder gegen Mannschaften wie Lettland oder Österreich spielen. Für Reindl, der über eine gestärkte Nachwuchsarbeit mittelfristig um Medaillen spielen will, bedeutet das mehr als nur ein Ärgernis.

Cortinas Position dürfte weiter geschwächt, der Kredit vom Turniersieg beim Deutschland-Cup im November aufgebraucht sein. Aufgrund der verpassten Olympia-Qualifikation 2013 und des blamablen 14. Platzes bei der WM 2014 steht Cortina in Prag mit dem Rücken zur Wand. Erreicht er dort das Minimalziel - ein Olympia-Qualifikationsturnier in eigener Halle - nicht, steht der Abschied bevor.

„Ich will nicht zur WM fahren und die Hosen voll haben, dass wir nicht absteigen, und hoffen müssen, dass der Michi Wolf in der richtigen Sekunde das entscheidende Tor macht. Das ist vorbei“, hatte Reindl kürzlich betont.

Für höhere Ziele muss aber die Nachwuchsarbeit dringend reformiert werden. „Läuferisch und technisch sind wir bei einem solchen Turnier die schwächste Mannschaft“, gestand DEB-Sportdirektor Ernst Höfner mit Blick auf die Junioren-WM: „Wir können Kampf und Disziplin immer in die Waagschale werfen, aber irgendwann reicht das nicht mehr aus.“

sid

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