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Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) geht mit dem neuen Präsidenten Franz Reindl und erheblichen finanziellen Sorgen in die Zukunft.

Harnos zieht Kandidatur zurück

Reindl neuer DEB-Präsident

Frankfurt - Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) geht mit dem neuen Präsidenten Franz Reindl und erheblichen finanziellen Sorgen in die Zukunft.

Der Ex-Nationalspieler wurde am Samstag in Frankfurt/Main mit 73,5 Prozent der Mitgliederstimmen gewählt. Reindl nahm die Wahl vor der Kür der Vize-Präsidenten an. „Ich werde dem deutschen Eishockey meine gesamte Zeit widmen“, sagte der frühere DEB-Sportdirektor und -Generalsekretär.

Zu Beginn der DEB-Mitgliederversammlung hatte der umstrittene Vorgänger Uwe Harnos seine Kandidatur kurzfristig zurückgezogen. Diesen überraschenden Schritt begründete der 53 Jahre alte Jurist später mit gesundheitlichen Problemen: „Aufgrund von Stress hat mir mein Körper deutliche Warnsignale gesendet.“

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde die Entlastung des bisherigen Präsidiums zurückgestellt. Der von Reindl für den Bereich Finanzen als Vize-Präsident gewünschte Steuerberater Berthold Wipfler warf dem bisherigen Vorstand vor, für 2013 nicht alle Zahlen vorgelegt zu haben. Auch machte das Präsidium keine Angaben zum aktuellen Schuldenstand. „Ich kenne mich nicht aus mit Veröffentlichungspflichten. Mir fehlt auch der steuerliche Sachverstand“, rechtfertigte sich Harnos.

Deutlich wurden aber die finanziellen Probleme des Verbandes, der aktuell jährlich rund 250 000 Euro Verlust macht. Der Gewinn der erfolgreichen WM 2010 ist bereits nahezu aufgebraucht. Schon im Jahr 2011 hatte es laut des bisherigen Vize-Präsidenten Manuel Hüttl ein „Horrorergebnis von 650 000 Euro minus“ gegeben. Wie dieses Minus zustande kam, wurde nicht erläutert. „Das habe ich bis heute nicht verstanden“, sagte Harnos.

Der 53-Jährige steht seit Jahren stark in der Kritik. Ihm wurden verfehlte Personalpolitik, ein schlechtes Verhältnis zur Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und den unterklassigen Clubs, sowie persönliche Eitelkeiten vorgeworfen. Auch seine vom DEB bezahlte Tätigkeit als juristischer Berater wurde zuletzt gerügt.

Harnos rechtfertigte sich während einer Pause, dass diese Tätigkeit für die Jahre 2004 bis 2008 vom Bundesverwaltungsamt geprüft worden und bis zu 90 000 Euro in dieser Zeit als Honorar als unbedenklich eingestuft worden sei. Harnos ist allerdings erst seit 2008 DEB-Präsident und seitdem weiter als juristischer Berater tätig.

Zuletzt hatte es immer weniger Harnos-Unterstützer unter den DEB-Mitgliedern gegeben. Nur noch die größten Landesverbände standen offenbar hinter ihm. Harnos betonte indes, sein Entschluss zum Rückzug sei bereits „lange gefasst“ gewesen.

dpa

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