Don Jackson
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Don Jackson ist neuer Trainer beim EHC München. Die DEL-Trainer sehen in ihm und seinem Team einen ernsthaften Titel-Kandidaten.

Nur vier DEL-Trainer wagen Prognose

Jackson tönt: "Der EHC München wird Meister!"

Berlin - Über Jahre dominierten die Eisbären Berlin die DEL. Doch die Dominanz ist verschwunden. Einen klaren Topfavoriten gibt es für die 21. Spielzeit nicht.

Erfolgscoach Don Jackson kennt in der Titelfrage der Deutschen Eishockey Liga (DEL) keine Zurückhaltung. Zum Topfavoriten für die am Freitag beginnende 21. Spielzeit erklärte der DEL-Rückkehrer selbstbewusst seinen neuen Arbeitgeber EHC München. "Natürlich können auch andere Teams Meister werden. Aber es gibt keinen Grund, sein eigenes Team nicht zu nennen", tönte der 58-Jährige in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Deshalb sage ich: Der EHC Red Bull München wird Meister. Dies ist unser Ziel!"

Als einziger der 14 Trainer formulierte Jackson seine eigenen Ansprüche so deutlich. Viele seiner Kollegen sind sich dagegen nicht so sicher. Einen klaren Topfavoriten gibt es für sie nicht.

Berlin und Ingolstadt eher Außenseiter

Den langjährigen Branchenprimus und DEL-Rekordchampion Eisbären Berlin hat nach der mäßigen Vorsaison ebenso wie Überraschungsmeister ERC Ingolstadt kaum einer auf dem Zettel. Zum Kreis der Titelanwärter zählen dagegen Vorjahresfinalist Köln, Mannheim und Jacksons EHC München. "Meister könnte München werden, da die Mannschaft den besten Trainer hat", argumentierte Wolfsburgs Pavel Gross.

Auch in Mannheim hat ein neuer Coach das Kommando: Nach dem kurzen Intermezzo des jetzigen Ruheständlers Hans Zach übernahm der Kanadier Geoff Ward. "In Mannheim und München weht ein neuer Wind durch die Mannschaften, das wird beiden Teams einen großen Schwung verleihen", urteilte Berlins Jeff Tomlinson.

Dessen Vorgänger Jackson weiß genau, wie man einen Meister formt. In sechs Jahren unter dem Amerikaner trugen sich die Eisbären fünfmal in die Siegerliste ein. Sein neuer Club ging allerdings schon ambitioniert in die vergangene Saison und verabschiedete sich schon vor dem Viertelfinale. Für die Münchner spricht aber das Budget. Nach Schätzungen des Fachmagazins "Eishockey News" ist der von einem österreichischen Brausehersteller gepushte EHC mit einem Etat von zwölf Millionen Euro Liga-Krösus. Dahinter folgen Mannheim (10,5 Millionen Euro) und Köln (10,2 Millionen Euro).

"14 Mannschaften mit gleichem Ziel"

Anders als Jackson schlugen Kölns Trainer Uwe Krupp und Mannheims Ward vor Saisonbeginn bescheidenere Töne an. Beide wollten sich auch für einen klaren Titelfavoriten aussprechen - dies sei zu früh. Auch Larry Huras, der neue Coach von Meister Ingolstadt, und Nürnbergs Tray Tuomie verzichteten darauf, Namen zu nennen. "Ernsthaft, ich glaube, dass wirklich mindestens zehn Mannschaften in dieser Liga die realistische Chance haben, die Meisterschaft zu gewinnen", erklärte Tuomie. Der frühere Nationaltrainer Krupp meinte: "Es stehen 14 Mannschaften an der Startlinie, die alle das gleiche Ziel verfolgen."

Als ausgeglichen und unkalkulierbar hatte sich die Liga gerade in der Spielzeit 2013/2014 erwiesen. "Man hat in der vergangenen Saison gesehen, dass nahezu jedes DEL-Team den Titel gewinnen kann", erinnerte Krefelds Rick Adduono. Als Hauptrunden-Neunte hatten die Ingolstädter zum ersten Mal überhaupt die Meisterschaft errungen. Nur zwei Trainer trauen den Oberbayern nun zu, den Titel zu verteidigen.

Nur vier Trainer nennen Titel-Kandidaten

Mehrfachnennungen waren in der dpa-Umfrage möglich. Neben Jackson legten sich nur vier weitere Trainer auf einen Titelkandidaten fest. Für Schwenningens Stefan Mair wäre Köln "an der Reihe". Die Erfahrung aus den verlorenen Finalserien der vergangenen beiden Jahre könnte dem Team 2015 zur Krönung helfen, glaubt Jari Pasanen von Iserlohn. Für Augsburgs Coach Larry Mitchell wird dagegen Mannheim Meister, "weil der Stamm an Spielern geblieben ist und sie sich sinnvoll verstärkt haben". Auch Nürnberg und Hamburg bekamen Stimmen. Serienmeister Berlin zählte nur Krefelds Adduono "natürlich" mit zum Favoritenkreis. Erstmals seit 2010 gehen die Eisbären nicht als Titelverteidiger in die Saison. Ihre Dominanz hatte mit dem Aus in der ersten Playoff-Runde der Vorsaison einen herben Dämpfer bekommen.

dpa

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