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Pat Cortina reißt beim WM-Spiel Deutschland gegen Schweden fassungslos die Hände in die Luft.

Beste WM-Leistung

Lob für Cortina nach 3:4 gegen Schweden

Prag - Das deutsche Eishockey-Team hat sich bei der WM wieder zusammen gerauft. Eine Aussprache unter den Spielern und personelle Veränderung von Bundestrainer Cortina hätten gegen Schweden beinahe zu einer Sensation geführt.

Nach der dritten WM-Pleite in Serie gab es vom Team demonstratives Lob für Bundestrainer Pat Cortina. „Das ist die Sache vom Trainer. Er hat einen guten Job gemacht“, sagte Torschütze Matthias Plachta nach dem unglücklichen 3:4 (1:2, 1:0, 1:2) des deutschen Eishockey-Teams am Donnerstagabend gegen Schweden. So paradox es klingt: Gegen den neunmaligen Weltmeister zeigte Deutschland in Prag sein bisher bestes Spiel. „Das war definitiv unsere beste Turnierleistung“, sagte Stürmer Patrick Reimer, obwohl der erste WM-Sieg gegen Schweden seit 23 Jahren verpasst wurde.

Grund für die deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum 0:10 am Sonntag gegen Kanada und auch dem knappen 0:1 am Dienstag gegen die Schweiz war eine Personalumstellung des Trainers und eine Aussprache im Team. Cortina hatte die Sturmformationen leicht geändert und den Angreifern Patrick Hager, Daniel Pietta, Marcus Kink und Thomas Oppenheimer jeweils andere Nebenleute zugeordnet.

Mit Erfolg: Das Angriffsspiel strahlte auf einmal Gefahr aus. Drei Tore in einer Partie gab es zuvor nicht - und das gegen dem WM-Mitfavoriten Schweden. Für Cortina war es gar „eines der besten WM-Spiele“ überhaupt unter seiner Verantwortung, also seit 2013. Vor Plachtas Tor zum Endstand (55. Minute) hatten auch Kink (16.) und Nicolas Krämmer (30.) getroffen. Kink sogar in Überzahl. „Wir haben ein Powerplay-Tor geschossen“, sagte auch Cortina demonstrativ.

Was eigentlich keine Besonderheit ist, war für das deutsche Team in der Tat erwähnenswert. Das Überzahlspiel bei der WM war zuvor katastrophal. Es gab Powerplay-Möglichkeiten, in denen nicht einmal aufs Tor geschossen wurde. Nach der Schweiz-Partie sprachen die Spieler öffentlich darüber, keine einheitliche Linie zu verfolgen.

Dies führte nicht nur bei Cortina zu Irritationen. Vor dem Match gegen Schweden, in dem viele nach dem 0:10 gegen Kanada schon die nächste hohe Niederlage erwartet hatte, schwor Cortina sein Team auf eine gemeinsame Linie ein. „Das war endgültig eine Reaktion auf das Kanada-Spiel“, meinte auch Reimer trotz der erneuten Pleite.

Plachta offenbarte, dass es nach dem Debakel am vergangenen Sonntag eine Aussprache gegeben habe. „Wir wissen ja, dass wir eigentlich eine gute Mannschaft sind. Das mussten wir uns einfach noch einmal klar machen. Wir haben uns ausgesprochen“, berichtete der Mannheimer. Auch nach dem Schweiz-Spiel und dem medialen Echo auf die öffentlichen zur Schau gestellten Unstimmigkeiten gab es laut Reimer noch einmal ein Gespräch. „Gegen Schweden hat man gesehen, dass wir zusammen halten“, sagte der Nürnberger. In den noch ausstehenden drei Spielen sollen nun auch endlich wieder Punkte eingefahren werden. Heute steht bereits das nächste richtungsweisende Gruppenspiel gegen Lettland an. Dann wird sich entscheiden, ob die deutsche Mannschaft noch ins Viertelfinale kommen kann.

dpa/sr

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