Eishockey DEB Marco Sturm
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Marco Sturm ist Nachfolger von Pat Cortina als Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft.

Nach Trainerwechsel beim DEB

Frischer Wind dank Sturm: "Er ist der richtige Mann"

Augsburg/München - Marco Sturm hat bei seinem gelungenen Einstand Zuversicht bei der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft geweckt. Die große Bewährungsprobe steht aber erst im September 2016 an.

Nach den ersten erfolgreichen Tagen mit dem neuen Mann bekam der alte noch einmal sein Fett weg. „Wenn Marco Sturm den Hörer hebt, wird am anderen Ende auch abgenommen“, erklärte Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Und Angreifer David Wolf behauptete nach dem Turniersieg der Nationalmannschaft beim Deutschland-Cup in Augsburg vielsagend: „Es haben jetzt mehr Leute Respekt vor dem Trainer, der Respekt war noch nie so hoch.“

Es ist der Respekt, den Pat Cortina nie bekommen hat. Sturm erhielt etwa nach dem 5:2 zum Turnierabschluss gegen die USA von einigen Spielern aus Nordamerika Glückwunsch-SMS - dem Vorgänger schickten sie Absagen. „Er ist eine Person, zu der jeder hochschaut“, sagte Wolf (Hamburg Freezers) über Sturm. Nach drei drögen Jahren der Stagnation unter Cortina ist die Zuversicht zurück: „Alle hatten Spaß“, sagte Kapitän Patrick Reimer (Nürnberg Ice Tigers), „darauf kann man aufbauen.“

Zu großer Euphorie besteht allerdings kein Anlass. Genau genommen ist der Deutschland-Cup nur eine Standortbestimmung ohne großen internationalen Wert - auch Cortina hat ihn zwei Mal gewonnen, in seinem ersten und seinem letzten Jahr. Was noch vor der Heim-WM 2017 wirklich zählt, ist ein Turnier im September 2016 in Lettland: Gegen die Gastgeber, Österreich sowie einen Qualifikanten geht es dann um die Teilnahme an Olympia 2018 in Pyeongchang/Südkorea.

Dass so ein Turniersieg nur ein erster Schritt sein kann, ist den Spielern allerdings auch bewusst. „Wir müssen alle ruhig bleiben, wir sind ganz am Anfang“, erklärte Wolf und betonte: „Wir müssen uns kontinuierlich weiterentwickeln“, wichtig sei, „eine eigene Identität“ aufzubauen. Und dafür, ergänzte Philipp Gogulla (Kölner Haie), sei Sturm auf jeden Fall „der richtige Mann“. Das klingt fast ein bisschen so, als werde Eishockey in Deutschland gerade neu erfunden.

Sturm wird jetzt erst mal wieder daheim bei der Familie in Florida weilen. Anfang Dezember jedoch kommt er wieder nach Deutschland, um dann seinem Schwager Christian Künast bei der B-WM der U20-Junioren in Wien als Co-Trainer zu assistieren. Im Februar, vor Beginn der Play-offs in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), will er die Nationalspieler zu einem Trainingscamp versammeln, um vor der WM im Mai 2016 in St. Petersburg/Russland noch ein bisschen zu üben.

„Es wäre wichtig für alle, sich nochmal zu treffen. Wir müssen auch auf dem Eis das System durchgehen - und Dinge wiederholen“, sagt Sturm über die angedachte Maßnahme. Sie wird wohl stattfinden, den wer mag dem neuen Mann, der so viel frischen Wind bringt, aus den Reihen der DEL schon widersprechen. „Wir haben“, sagt Sturm nicht ohne Grund, „bislang alles bekommen, was wir brauchen.“

SID

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