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Die Adler Mannheim gehen als Meisterschaftsfavorit in die neue DEL-Saison. Der Titel soll verteidigt werden.

Auch München und Köln werden gehandelt

Klares Votum der DEL-Trainer: Mannheim ist Favorit

Berlin - Ein Name fällt immer wieder, wenn es um den kommenden deutschen Eishockey-Meister geht: Adler Mannheim. Doch vor allem ein Erfolgstrainer hat etwas dagegen, dass der Rivale seinen Titel verteidigt.

Der frühere NHL-Star Marcel Goc wird gleich im ersten Jahr seiner Rückkehr mit den Adler Mannheim deutscher Meister - wenn sich die Prognosen der Konkurrenz bewahrheiten. Der Titelverteidiger kristallisierte sich vor dem Saisonbeginn in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) als klarer Topfavorit heraus. Neun von 13 Trainern der anderen Clubs tippten in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur auf den siebenmaligen Meister.

"Ausgeglichenheit und Erfahrung sprechen für Mannheim", erläuterte der frühere Nationaltorwart Helmut de Raaf, der die Schwenninger Wild Wings übernommen hat. Die Adler hätten sich "noch einmal verstärkt", begründete Düsseldorfs Christof Kreutzer seine Wahl. Fünf Coaches legten sich in dem Votum, in dem Mehrfachnennungen möglich waren, allein auf die Adler als ihren Titelanwärter fest.

Fans und Experten blicken gespannt auf den Vorjahresmeister mit dem Top-Zugang Goc, wenn am Freitag (19.30 Uhr) mit den ersten Bullys die Sommerpause endet. Die Kurpfälzer waren gezwungen, sich einen neuen starken Mann an der Bande zu suchen. Greg Ireland ersetzt seinen Landsmann Geoff Ward, den es nach seinem Triumph zurück in die nordamerikanische Profiliga zog. "Wir möchten eine Mannschaft sein, gegen die es schwer zu spielen ist", erklärte Ireland bescheiden. "Wir werden die Gejagten sein, niemand wird uns etwas schenken."

Das will gerade auch der ambitionierte EHC München nicht. Der vom österreichischen Getränke-Hersteller Red Bull finanzierte Club und die Kölner Haie zählen hinter den Mannheimern zu den Mitfavoriten. Aufgelistet wurden auch die Hamburg Freezers, der Sensations-Meister von 2014 ERC Ingolstadt, und die Nürnberg Ice Tigers.

Münchens Don Jackson schlägt forsche Töne an. Selbstbewusst nennt der US-Amerikaner seine eigenen Schützlinge als kommenden Champion. "Der EHC Red Bull München wird Meister, weil wir genau dafür trainieren", tönte der 59-Jährige. Allerdings hatte der einstige Erfolgscoach der Eisbären Berlin auch schon in der vergangenen Saison nur den Titel als Ziel akzeptiert. Der Schock nach dem 0:4 im Viertelfinale gegen die Grizzly Adams Wolfsburg war dann groß. "Wir wollen das beste Team in der Hauptrunde sein und das beste Team in den Playoffs", meinte Jackson jetzt.

Mit den Eisbären gewann er fünfmal in sechs Jahren den Meisterpokal -der langjährige Branchen-Dominator aus der Hauptstadt ist die Favoritenrolle inzwischen endgültig los. Nach zwei schwachen Jahren hat kein Trainer den DEL-Rekordmeister als Titelanwärter auf dem Zettel. Das oberstes Ziel der Berliner lautet, sich an den 52 Hauptrunden-Spieltagen für die K.o.-Phase zu qualifizieren. Erst die Playoffs würden letztlich zeigen, "welche Mannschaft am besten aufgestellt ist", betonte der Wolfsburger Pavel Gross.

Auch deswegen verzichtete Eisbären-Trainer Uwe Krupp ebenso wie der Nürnberger Rob Wilson und Adler-Coach Ireland darauf, Namen zu nennen. Dafür sei es noch zu früh. "Wir spielen in einer Liga mit viel Ausgeglichenheit und Feuer in jedem Spiel", erläuterte der frühere Bundestrainer Krupp. "Tabellenplätze verschieben sich bis in die Schlusssekunden des letzten Spiels der Vorrunde - und das macht die ganze Sache spannend."

dpa

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