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Leon Draisaitl hat sich einen Jugendtraum erfüllt.

18-jähriges Eishockey-Supertalent

NHL: Draisaitl schafft Sprung in Oilers-Kader

Edmonton - 18 Jahre ist Leon Draisaitl erst alt. Im harten Eishockey-Sport hat der Kölner bei den Erwachsenen kaum Erfahrung. Dennoch schaffte er den Sprung in den NHL-Kader von Edmonton.

Für Leon Draisaitl wird am Donnerstag der erste große NHL-Moment Wirklichkeit. Beim Saisonauftakt der Edmonton Oilers gegen die Calgary Flames gibt der 18-Jährige sein Debüt in der besten Eishockey-Liga der Welt. Jahrelang hat er sein Leben darauf ausgerichtet, Stunde um Stunde auf dem Eis und im Kraftraum verbracht. Nun wird sein Traum wahr. Das Ausnahmetalent überstand die letzte Kaderreduzierung und steht im vorläufigen Saisonaufgebot.

„Ich bin begeistert und dankbar, dass ich meine Chance bekomme“, erklärte der Kölner stolz und glücklich, aber mit nüchternem Blick. Als Center in der zweiten Sturmreihe soll Draisaitl zum Einsatz kommen. Angst vor dem brutalen Kräftemessen mit den Besten seiner Branche kennt er nicht. „Ich weiß, was ich kann“, sagte Draisaitl selbstbewusst. „Das Schlimmste für einen jungen Spieler ist die Furcht vor jemandem, der schon länger in der Liga ist.“

"Er ist bereit für die Herausforderung"

Zweifel, dass der junge Nationalspieler der Aufgabe noch nicht gewachsen sein könnte, wischte Edmonton-Cheftrainer Dallas Eakins beiseite. Eakins traut ihm die neue Rolle zu, obwohl Draisaitl bislang kaum Erfahrung bei den Männern gesammelt hat. In der kanadischen Junioren-Liga WHL machte Draisaitl in den vergangenen beiden Jahren auf sich aufmerksam und trat bei der WM im Mai in einem insgesamt schwachen deutschen Nationalteam positiv hervor. Trotz seines jungen Alters besticht er mit Übersicht und Passgenauigkeit. „Wenn er die Last nicht tragen kann, wer dann?“, sagte Eakins. „Er hat sich den Platz verdient. Ich denke, er ist bereit für die Herausforderung.“

Gut drei Monate ist es jetzt her, dass der 18-Jährige bei der Draft an dritter Stelle ausgewählt wurde - so früh wie kein Deutscher vor ihm. Seitdem hat er alles dafür getan, um sich zu empfehlen. Der Youngster habe „alles übertroffen, was von ihm erwartet worden ist“, urteilte die „Edmonton Sun“. Im letzten Testspiel am Samstag (2:3 bei den Vancouver Canucks) erhielt das Talent 17:11 Minuten Eiszeit.

Es scheint eine besondere Fügung, dass der Sohn des früheren Nationalspielers Peter Draisaitl in Edmonton landete. Bei den Prince Albert Raiders in der WHL hatte er sich den Spitznamen „The German Gretzky“ eingehandelt. Nun spielt er für den Club, mit dem der legendäre Kanadier Wayne Gretzky mit vier Stanley-Cup-Siegen in den 80er Jahren zum Weltstar wurde. Den Vergleich hält Draisaitl für übertrieben. „Ich bin doch noch ein Baby“, bekannte er in der „Welt“ zu seinem Status in der NHL.

"Dirk Nowitzki des deutschen Eishockeys"

Den Mythos von Gretzky spürt Draisaitl in der ganzen Stadt. In seiner neuen Heimat ist die Eishockey-Ikone ein großes Thema. „Die Leute verehren ihn hier“, schilderte der Stürmer, „jeder weiß einfach, dass er hier der Superstar war.“ Das eishockeyverrückte Edmonton wünscht sich den ersten Titel seit 1990. Auch Draisaitl soll langfristig dafür sorgen und wird bereits auf der Straße erkannt.

So talentiert und ehrgeizig der Teenager ist, so abgebrüht wirkt er oft auch. Alles scheint professionell auf Marke Superstar getrimmt. Natürlich werde er sich „keinen Druck“ machen, betonte er. So hart wie noch nie musste er für einen Platz im Team arbeiten. Für einen Rookie ist es schwer, sich in der NHL durchzusetzen. „Sobald es aufs Eis geht, schenkt dir niemand etwas, aber es wird nicht dreckig gespielt“, erklärte er.

Weiterhin besteht für ihn die Gefahr, zurück zu den Juniors zu müssen. Dann würde er es als eine Zeit sehen, „um besser zu werden und an meinen Schwächen zu arbeiten“, sagte er. Doch eigentlich möchte er als Dirk Nowitzki des deutschen Eishockeys für einen Hype in der Heimat sorgen. Noch habe er keinen Kontakt zum Basketball-Star gehabt, berichtete Draisaitl.

dpa

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