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Frank Hordler (l) im Zweikampf mit Konstantin Romanov.

Eishockey-WM

Zitterpartie mit Happy End für DEB-Team

Minsk - Das war knapp: Erst mit dem letzten von drei Penalty-Schützen holte sich die deutsche Eishockey-Auswahl den Sieg gegen Kasachstan. Sonntag geht es gleich weiter - und die Aufgaben bei der WM in Weißrussland werden nicht leichter.

Nach dem WM-Auftakt mit Happy End zog Bundestrainer Pat Cortina mit Blick auf die kommenden Aufgaben kurz die Stirn in Falten. „Wir erwarten von jedem mehr“, erklärte der dennoch zufriedene Coach in der Mixed Zone der Minsk-Arena, „ich denke aber, es war ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ Mehr erzittert als erspielt hatten sich seine Schützlinge am Samstag den 2:1 (1:1, 0:0, 0:0)-Erfolg gegen Außenseiter Kasachstan in ihrem ersten Spiel beim Kräftemessen der weltbesten Eishockey-Nationen. Erst Thomas Oppenheimers erfolgreicher Treffer als dritter Schütze im Penaltyschießen brachte den Sieg.

„Die zwei Punkte haben jedem gut getan. Ein Sieg ist immer gut fürs Selbstvertrauen“, sagte Matchwinner Oppenheimer. „Ich glaube, morgen werden die Beine schon leichter sein.“ Schon am Sonntag (12.45 Uhr/Sport1) braucht das deutsche Team eine Leistungssteigerung, um gegen Lettland zu bestehen. „Wir brauchen ein besseres Spiel. Meiner Meinung nach sind die Letten besser als die Kasachen“, befand Cortina.

Obwohl sich die deutsche Auswahl gegen den Aufsteiger bis zum Ende schwertat, hinterließ Cortina einen zufriedenen Eindruck. „Ich bin nicht überrascht, dass wir kämpfen mussten“, erklärte der 49-Jährige, „das erste Spiel im Turnier ist immer schwer.“

Vielleicht gerade für eine Mannschaft, die mit sechs WM-Debütanten antritt, von denen fünf gegen Kasachstan vor offiziell 12 880 Zuschauern auf dem Eis standen. Die gesamte Mannschaft wirkte nervös und erarbeitete sich trotz einer klaren Überlegenheit bei den Torschüssen zu wenig gefährliche Chancen.

„Das Positive an der Sache ist, dass wir am Ende einen Weg gefunden haben, um zwei Punkte zu holen“, sagte ein nach der Partie stolzer Kapitän Frank Hördler.

Andrej Gawrilin (11.) hatte die Kasachen in der Minsk-Arena in Führung gebracht. Der Stürmer fälschte einen Schuss von Kevin Dallman ab und überwand den Berliner Rob Zepp, der im Tor den Vorzug vor dem jungen AHL-Torhüter Philipp Grubauer erhalten hatte. Für den Ausgleich sorgte noch im ersten Drittel Matthias Plachta (19.).

Bei seinem Schuss rutschte der Puck dem kasachischen Goalie Witali Litwinenko durch die Beine. Die Vorarbeit hatte Toptalent Leon Draisaitl geleistet. Der Youngster wurde für seinen couragierten Auftritt gleich nach seiner ersten WM-Partie zum besten Spieler seines Teams gewählt. „Er war sehr gut“, lobte Cortina den 18-Jährigen. „Wir alle wissen, wie gut er mit dem Puck ist. Ich war ein wenig besorgt, dass er zu viel möchte. Aber er war sehr diszipliniert.“

Mehr als das 1:1 passierte in der regulären Spielzeit und der Verlängerung nicht, so dass die Deutschen einen möglichen Dreier verpassten und die Entscheidung im Shootout fiel. Alexander Barta und Oppenheimer verwandelten ihre Penaltys, nur einer der Kasachen traf. So vermied die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes einen WM-Fehlstart wie 2005, als sie gegen Kasachstan verlor und am Ende abstieg. „Wir wissen alle, dass das, was vor uns liegt, nicht leichter wird“, räumte Verteidiger Hördler ein. Die kasachische Auswahl war der vermeintlich leichteste Kontrahent in der Vorrunde.

dpa

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