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Stark gespielt, aber ohne Glück im Abschluss: TEV-Kapitän Sebastian Deml (in weiß) hatte im ersten Drittel mehrmals die Chance zur Führung ausgelassen.

Eishockey Bayernliga

Am Torwart verzweifelt

Miesbach - Nach der 1:3-Heimniederlage gegen den EC Pfaffenhofen steht Eishockey-Bayernligist TEV Miesbach vor dem Aus in der Zwischenrunde. Hauptgrund für die Niederlage war einmal mehr die schlechte Chancenauswertung.

Miesbach – Florian Zeller ist einer der letzten Spieler des TEV Miesbach, die nach der 1:3-Heimniederlage gegen den EC Pfaffenhofen das Eis verlassen. Mit zusammengepressten Lippen und verschränkten Armen blickt der 35-Jährige auf den sich schnell leerenden Fanblock, als wolle er sich für den Auftritt des TEV am vierten Spieltag in der Zwischenrunde der Eishockey-Bayernliga entschuldigen. In der Art: „Sorry Leute, dass wir es vermasselt haben.“ Denn wieder einmal haben sich die Miesbacher selbst um den Lohn ihrer Arbeit gebracht – und damit wohl um die Chance, ins Halbfinale einzuziehen. Das erste Drittel war ein Spiegelbild der Saison. Der TEV machte von Beginn an Druck und erspielte sich reihenweise Möglichkeiten. Schon nach einer Minute feuerte Kapitän Sebastian Deml den ersten Warnschuss auf das Pfaffenhofener Tor ab. Endstation war Torwart Andreas Banzer, der beste Mann auf dem Eis. Er bewahrte seine Mannschaft anschließend erneut gegen Deml, Alan Reader und Andreas Baumer vor einem Rückstand. „Unser Keeper hält derzeit überragend“, sagt Pfaffenhofens Trainer Heinz Feilmeier. „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn es nach dem ersten Drittel 2:0 für Miesbach gestanden hätte. Der TEV hat das Spiel gemacht, aber wir haben die Tore geschossen.“ Damit hatte der Gästetrainer den Spielverlauf prägnant zusammengefasst. Wenn seine Mannschaft nach vorne spielte, dann druckvoll und entschlossen über die technisch starken Scott Knowles, Marco Löwenberger und David Vokaty. Letztgenannter ließ TEV-Torwart Anian Geratsdorfer nach neun Minuten keine Chance und traf zum überraschenden 0:1. Anschließend waren die Spielanteile ausgeglichener, wobei Miesbach nach Zeitstrafen gegen Baumer, Reader und Andreas Veicht zuweilen zu dritt verteidigen musste. Im Überzahlspiel markierte Löwenberger noch vor der ersten Pause das 0:2. Doch Miesbach kämpfte. Allerdings ließen die Gastgeber weiterhin die Konsequenz vor dem Tor vermissen. Deml und Zeller schafften es nicht, Gäste-Schlussmann Banzer zu überwinden. „Zuletzt haben wir von Schusspech gesprochen“, sagt TEV-Coach Markus Wieland. „Aber das hatte mit Pech nicht mehr viel zu tun. Ich weiß nicht, wie viele Chancen man noch braucht, um mal ein Tor reinzuhauen.“ Wie eine effektive Chancenauswertung aussieht, zeigte Pfaffenhofen den Gastgebern. Nach 31 Minuten stand es 0:3, der Torschütze war erneut Vokaty. Ein Torjäger, wie ihn der EC hat, fehlt den Miesbachern in dieser Saison. „Hätte jeder meiner Spieler zwei bis drei Tore mehr geschossen, bräuchten wir keinen klassischen Torjäger“, meint Wieland. Zwar verkürzte Adrian Albanese nach einem Zuspiel von Deml nach 42 Minuten auf 1:3, doch Pfaffenhofen agierte abgezockt, ließ nur noch wenige Chancen zu. „Da war bei uns alles ein bisschen kopflos“, resümiert Wieland, der die Saison aber noch nicht abgehakt hat. „Ich bin überzeugt, dass noch was geht. Denn in der Mannschaft steckt mehr, als sie zeigt.“ Um das zu tun, bleiben dem TEV aber nur noch drei Spiele.

Marc Lamberger

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