Turm in der Schlacht: Christoph Mathis bringt Maxi Kammerer (Mitte) und die Löwen zur Verzweiflung. esc

Fehlstart in die Playoffs

Löwen feuern Scheiben-Bombardement ohne Wirkung

Bad Tölz - Wölfe-Keeper Christoph Mathis treibt die Löwen zur Verzweiflung und zur 2:3-Niederlage im ersten Play-off-Spiel gegen Freiburg.

Christoph Mathis musste sich vorgekommen sein wie eine Schießbudenfigur. Gefühlt 85 Scheiben prasselten allein in den letzten zehn Minuten auf den Kasten des Freiburger Torhüters. Doch Mathis hielt stand, brachte die Löwen schier zur Verzweiflung, weil er immer seine Fanghand, den Schläger, seinen Oberkörper oder einen Schoner zwischen die wütenden Angriffe und sein Tor brachte. 2:3 lagen die Tölzer im ersten Spiel der Qualifikations-Play-offs gegen Freiburg zurück, und es blieb dabei: Die Löwen brachten keine Scheibe mehr unter. Vor allem Hannes Sedlmayr ärgerte sich über seine vergeben Großchancen und stapfte wütend in die Kabine.

„Wir sind selbst schuld daran, dass wir nicht gewonnen haben“, meint Löwen-Trainer Florian Funk. „Mit dem Toreschießen tun wir uns eben sehr hart.“ Freilich spielte dabei auch Mathis eine große Rolle, dem sein Trainer Thomas Dolak die „beste Saisonleistung“ bescheinigte. Lediglich Maxi Kammerer, der den Torhüter mit der Rückhand ausgespielt hatte, dann aber am leeren Tor vorbeischoss, und zweimal Thomas Merl war es gelungen, Mathis zu überwinden. Der gerade wieder genesene Stürmer der dritten Reihe traf zum 1:1-Ausgleich und zum 2:3-Anschlusstreffer. Nicht nur damit hat er unter Beweis gestellt, wie wichtig er vor allem in den Play-offs für die Löwen ist.

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Mit der Leistung seiner Buam war Funk zufrieden, mit dem Einsatz sogar sehr. Unermüdlich machten die Tölzer Druck nach vorne, holten sich viele Chancen heraus. „So viele Möglichkeiten bekommt man nur, wenn man gut spielt“, sagt Funk. Nur der Abschluss blieb aus.

Anders machte es die Breisgauer, denen drei einfache Tore gelangen - bei nicht viel mehr als drei Chancen: Zunächst brachte Jonas Falb den EHC mit einem platzierten Schuss in Führung. Davon ließen sich die Löwen nicht beirren, Merl glich mit seinem ersten Streich in Überzahl aus und Tölz machte weiter gewaltig Druck nach vorne.

Das funktionierte deutlich besser als am Freitag gegen den gleichen Gegner. Schwächen zeigten sich diesmal zuweilen in der Defensive, wo sich die Gastgeber Patzer leisteten, oder bei Scheibenverlusten im Angriff. Dann wurde es gefährlich. So auch bei Juraj Faith’ Konter, den Jeffrey Szwez zur erneuten Freiburger Führung hinter Viona Harrer im Netz unterbrachte. Die Torfrau hatte den Vorzug vor Andreas Jenike bekommen, der auf der Bank saß, was Funk mit Harrers besserer Bilanz in dieser Saison begründete. Hätte sie beim 1:2 noch eingreifen können, war sie bei Faith’ 3:1 machtlos.

Hoffnung keimte nach Merls Anschlusstreffer auf. Leo Pföderl legte mit viel Übersicht auf ihn zurück, Merl verkürzte auf 2:3. Doch erst in der Schlussphase brannte es wieder richtig vor dem EHC-Kasten. Die Löwen hatten reihenweise Chancen - in starkem Powerplay, in Unterzahl, bei Alleingängen, und zum Schluss spielte sich das Geschehen auschließlich vor dem Freiburger Kasten ab. Doch Mathis und die Wölfe blieben Sieger. Funk setzt auf die Auswärtsstärke der Löwen. „Holen wir uns eben am Freitag den Sieg.“

Nick Scheder

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