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Beim FC Bayern läuft derzeit alles nach Plan. Am Mittwoch soll endlich der lästige Dortmund-Fluch abgeschüttelt werden. Für Thomas Müller ist es der perfekte Zeitpunkt.

DFB-Pokal am Mittwoch

Bayern gegen Dortmund: Die Zeit ist reif

München - Beim FC Bayern läuft derzeit alles nach Plan. Am Mittwoch soll endlich der lästige Dortmund-Fluch abgeschüttelt werden. Für Thomas Müller ist es der perfekte Zeitpunkt.

Helle Sommerhose, T-Shirt, nasse Haare: Als Toni Kroos am Samstag nach der 6:1-Gala gegen Bremen durch die Interviewzone lief, sah er aus, als käme er gerade vom Strand und nicht aus dem Gefrierschrank Allianz Arena. Der Mittelfeldmann hatte schließlich auch Urlaub gehabt – 90 Minuten lang war er Zuschauer. Immerhin, beim Warmlaufen hinter dem Tor trug er eine dicke Wollmütze. Mit einem sommerlichen Outfit hatte er bereits das Stadion in London verlassen. Er könne das eben problemlos bereits an eisigen Februartagen tragen: „Ich bin da nicht so anfällig und immer noch gesund“, sagte er und fügte an: „Wir sind eben sehr heiß auf Dortmund.“

Der Hype um das morgige Pokalviertelfinale ist riesig. Nachdem die Bayern zuletzt mit dem kriselnden FC Arsenal kaum Probleme hatten und den einstigen Angstgegner Werder Bremen deklassierten, kommt mit dem amtierenden Doublesieger ein Gegner nach München, den Kroos „fast auf Augenhöhe“ sieht. Wie bitte? Fast? Klar, in der Liga haben die Münchner 17 Punkte Vorsprung. Doch in sechs Pflichtspielen in Serie gab es für die Bayern gegen den BVB nichts zu holen. Im Pokalfinale des Vorjahres wurden sie gar mit 2:5 bloßgestellt. „Wir standen auch die letzten beiden Jahre drüber, konnten es nur nicht beweisen“, erklärte Kroos und ergänzte: „Wenn wir an die hundert Prozent kommen, gewinnen wir.“ Das bayerische Selbstverständnis ist groß wie lange nicht.

Auch der zweite 90-Minuten-Urlauber vom Samstag, Thomas Müller, ist selbstbewusst. „Wir sind top drauf“, sagte er gestern. Eine Sieg-Garantie sei das zwar keine, doch der Zeitpunkt des Viertelfinals „ist nicht der schlechteste“. Praktisch auch, dass man mit Dortmund „den härtesten Konkurrenten ausschalten“ könnte. Die Durststrecke gegen den BVB interessiert Müller wenig, der Titelgewinn zähle. „Für mich geht es nicht um die Vergangenheit. Wichtig ist, was kommt.“

Wer da kommt, weiß Müller natürlich genau. Auch, weil er die erste Hälfte der Borussen beim 1:1 in Gladbach verfolgt hat. „Guter Elfmeter“, analysierte er grinsend Mario Götzes 1:0. Dass Dortmund ob der Offensivstärke der Bayern defensiv auftreten wird, glaubt er nicht: „Ihr Spiel ist von Aggressivität geprägt. Zaghafter zu agieren, würde sich rächen.“ Für die Fans wünscht er sich einen Verlauf wie in der zweiten Halbzeit der Hinrundenpartie (1:1). Damals kam Müller – wie die gesamte Spielzeit – über die rechte Seite, bereitete das 1:0 durch Kroos vor. Die Position liegt ihm, er sammelte wettbewerbsübergreifend 29 Scorerpunkte (15 Tore/14 Vorlagen). Da Arjen Robben den gesperrten Franck Ribery ersetzt, droht Müller jedoch die linke Außenbahn. „Ich rechne nicht damit“, sagte er.

Und dann erinnerte sich Thomas Müller doch noch einmal an die Vergangenheit mit den Dortmunder Borussen. „Wir wollen einfach mal zeigen, wer. . .“, sagte er. Dann grinste er und überließ den Rest des Satzes der Fantasie.

von David Libossek

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