Nach taktischer Umstellung

Didi Hamann exklusiv über die Bayern: "Noch Luft nach oben"

Im Interview mit unserem Onlineportal sagt Sky-Experte Didi Hamann, wie viel Ancelotti schon im Spiel der Bayern steckt. Außerdem gibt er eine Meister-Prognose ab, Jogi Löw einen Rat und prophezeit dem BVB eine unbefriedigende Saison. 

Das Ambiente ist ungewöhnlich für einen Termin mit einem „Sky“-Eyperten. Aber Didi Hamann fühlt sich im Vereinsheim des SC Reichersbeuern sichtlich wohl. Es geht zünftig zu in der kleinen Hütte des A-Klassen-Teams, von der aus man besten Blick auf das Feld hat, auf dem am Samstag (15 Uhr) das „Sky Spiel des Lebens“ stattfinden wird. 19 Kameras und 70 Mann werden im Einsatz sein, um die Partie gegen den SV Wackersberg-Arzbach live zu übertragen. Vor dem Spiel, das die Amateure bei „Sky“ gewonnen haben, sprach Hamann (43) über . . .

. . . Fußballspielen vor laufenden Kameras: „Ich kam mit 16, 17 Jahren zum FC Bayern, deshalb war das für mich eine laufende Entwicklung. Für die Jungs beim „Spiel des Lebens“ ist das ein bisschen was anderes. Sie sollten es genießen, es ist eine einmalige Gelegenheit. Sie sollten vergessen, dass die Kameras da sind. Und qualitativ will ich das Spiel nicht abwerten – denn ich habe ja am Freitag Werder Bremen gesehen (lacht).“

. . . die Diskussionen um die Besetzung des Bundesliga-Eröffnungsspiels: „Für Bayern war das ein Trainingsspiel. Und Bremen war einfach nur enttäuschend. Die haben sich von der ersten Minute an ergeben. Was Reinhard Rauball angesprochen hat, ist daher richtig. Man will mit einem Eröffnungsspiel Werbung machen in 210 Ländern. Die Bundesliga ist von der Stimmung her das Non-Plus-Ultra, weit vor England. Aber in den USA und Asien waren die Leute genau so erschrocken wie ich.“

. . . die Trainerdiskussion in Bremen: „Man muss die Spieler in die Verantwortung nehmen, sie dürfen sich nicht hinter dem Trainer verstecken. Wenn das so weitergeht, wird die Halbwertszeit von Bundesliga-Trainern immer kürzer. Viktor Skripnik hat mir einfach nur leidgetan. Der ist der ärmste Hund.“

. . . die Handschrift von Carlo Ancelotti im Bayern-Spiel: „Er ist ein Trainer, der mehr Freiheiten gibt – und die Bayern haben Spieler, die sich entfalten wollen. Das Spiel raubt dennoch mehr Kraft, da die Spieler mehr laufen müssen, wenn sie die Gegner mehr spielen lassen. Für neutrale Zuschauer wird es besser anzusehen, es werden offenere Spiele der Bayern. Und ich bin mir sicher, dass die Liga heuer nicht früh entschieden, sondern es am 32. Spieltag noch spannend sein wird. Ancelotti hat nicht bei all seinen Stationen die Meisterschaft gewonnen – er nimmt lieber die Champions League. Da liegt sein Fokus.“

. . . Dortmunds Rolle im Titelrennen: „Für mich werden die nur Fünfter. Sie haben Substanz verloren und Potenzial eingekauft. Sie haben letztes Jahr eine nahezu perfekte Saison gespielt – und stehen mit leeren Händen da. Das ist psychologisch schwer. Und das Problem ist, dass Marco Reus fehlt. Ohne Reus gibt es keinen Titel.“

. . . den Stellenwert von Mats Hummels: „Wenn Jerome Boateng zurück ist, muss sich Javi Martinez hinsetzen. Da gibt es keine Diskussion.“

. . . Robert Lewandowski: „Ich würde keine Tor-Wette mit ihm eingehen, denn ich glaube, der schießt noch mehr als im letzten Jahr. Er ist komplett, der beste Neuner der Welt. Nur wenn Pierre-Emerick Aubameyang Elfmeter schießt, kann er mithalten.“

. . . Pep Guardiolas Arbeit bei ManCity: „Bei Barca und Bayern hatte er ein Gerüst, das er verfeinern musste. Das hat er in Manchester nicht. Deshalb wird es dauern, bis Konstanz einkehrt. Er hat schon Schritte gemacht, aber noch viel Arbeit vor sich.“

. . . den neuen DFB-Kapitän: „Ich persönlich habe kein Problem mit einem Torwart – also Manuel Neuer – als Kapitän. Aber wenn ich einen gleichwertigen Feldspieler hätte – also Jerome Boateng –, würde ich ihn vorziehen. Ich finde aber ohnehin, dass das eine Diskussion für die Öffentlichkeit bzw. das Papier ist. Denn die beiden haben gemeinsam mit Toni Kroos auch in den letzten Jahren dieses Team schon geführt. Da wird sich kaum etwas ändern.“

Hanna Raif

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