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Keine Chance für Manuel Neuer (l.): Jhon Cordoba trifft zum 2:1 für Mainz, Serdar Tasci kann nicht mehr eingreifen.

Bayern überlegen, aber Gäste treffen

FCB-Heimpleite! Mainz vermiest Hoeneß die Rückkehr

München - Der FC Bayern kann doch noch zuhause verlieren. Gegen Mainz 05 verpatzten die Münchner die Generalprobe vor dem Spitzenspiel und vermasselten das Stadion-Comeback von Ex-Präsident Uli Hoeneß.

Um 19.44 Uhr war es soweit – exakt 662 Tage nach seinem letzten Besuch betrat Uli Hoeneß (64) als freier Mann die Allianz Arena und sah die 1:2-Niederlage seiner Bayern gegen den FSV Mainz 05. Zuletzt hatten die Münchner 17 Heimspiele infolge gewonnen, die letzte Heimniederlage datiert vom 9. Mai 2015 gegen den FC Augsburg (0:1). Kapitän Philipp Lahm und Xabi Alonso (wurden geschont) bekam der Ex-Präsident nicht zu Gesicht, sonst sah er auf seinem Ehrentribünenplatz (Block E, Reihe drei, Platz 14) ein muntere Anfangsphase mit Franck Ribéry und Medhi Benatia in der Startelf und zwei gefährlichen Sechzehnmeterschüssen von Arturo Vidal (13.) und Juan Bernat (15.), die Mainz-Keeper Loris Karius entschärfte.

Uli Hoeneß war erstmals seit 22 Monaten wieder im Stadion.

Ähnlich selbstbewusst wie das Team zeigten sich Hoeneß und Ehefrau Susi beim Empfang durch FCB-Chauffeur Bruno Kovacevic vor dem VIP-Eingang. Die Fans hielten sich mit ihren Liebesbekundungen zurück, einzig ein kleines „Uli, du bist der Beste“-Plakat spitzte zu Spielbeginn aus der Südkurve hervor. Umso ausgelassener begrüßte ihn Sitznachbar, Noch-Adidas-Boss Herbert Hainer. Sportvorstand Matthias Sammer hatte in den vergangenen Tagen „wenig Kontakt“ zu Hoeneß. „Es ist wichtig, dass er im Kreise seiner Familie zur Ruhe kommt, wir müssen in die Realität zurück“, so der 48-Jährige.

Mainz-Keeper Karius erwischt Sahnetag

Das plötzliche 0:1-Kontertor durch den Spanier Jairo Samperio (26.), nach einem Kopfballpatzer von Bernat und der darauffolgenden Donati-Hereingabe, dürfte nicht zu seiner Gelassenheit beigetragen haben, ebensowenig der bewährte Robben-Schlenzer (43.) der knapp am Tor vorbeistrich.

Das Spiel im Ticker zum Nachlesen.

Mainz-Präsident Harald Strutz zeigte sich zur Halbzeitpause gut gelaunt am Sky-Mikrofon. Er und Hoeneß hatten sich bei dessen ersten Jugendspiel als Freigänger in Mainz lange unterhalten. „Es war eine sehr schwere Zeit für ihn“, sagte Strutz und ergänzte: „Uli Hoeneß wird immer eine führende Stimme im deutschen Fußball und beim FC Bayern haben.“ Jerome Boateng erwartet den früheren FCB-Boss sehnsüchtig: „Wir freuen uns, dass er wieder zurück ist. Es würde mich riesig freuen, wenn er wieder zum FC Bayern zurückkehrt. In welcher Funktion, das muss er entscheiden. Für die Mannschaft ist das heute etwas ganz Besonderes, jeder will ihm einen Sieg schenken“, so Boateng bei Sky.

Robben gleicht aus - Cordoba schockt FCB

Arjen Robben nahm sich das zu Herzen und erzielte nach der Einwechslung von Thomas Müller, Douglas Costa und einer 15-minütigen Drangphase den verdienten 1:1-Ausgleich durch einen strammen 20-Meterschuss (64.) Der Holländer beendete damit auch seine 616 Minuten andauernde Torflaute in der Bundesliga.

Bilder und Noten: Ein Zweier und ein Fünfer bei Bayern-Pleite

Bei Hoeneß letzten Arena-Besuch, am 10. Mai 2014 gegen den VfB Stuttgart, erlöste ihn Claudio Pizarro erst in der 92. Minute mit dem 1:0-Siegtreffer. Am Mittwoch vermieste Jhon Cordoba die Hoeneß-Rückkehr mit seinem überraschenden 2:1-Siegtreffer in der 86. Minute. Eine positive Nachricht gab’s trotzdem: Javi Martinez trainierte erstmals wieder mit Ball, ihn wird Hoeneß also bald wieder auf dem Feld sehen. Und das wird nicht nur den Bayern-Patron erfreuen.

Bilder: Hoeneß nach Haftentlassung wieder in der Arena

Sven Westerschulze

Sven Westerschulze

E-Mail:Sven.Westerschulze@tz.de

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