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Folgt Schreckenszenario Nummer 6? Zuletzt waren die Rollen klar verteilt – zum Leidwesen von Robbens Bayern.

Vor Supercup-Finale gegen BVB

FC Bayern knurrend in der Verfolgerrolle

München - Zum Supercup-Finale gegen Dortmund wird es erstmals greifbar: Die Zweifel an den Bayern sind so groß wie nie.

Franck Ribery ist ein gutes Beispiel. Ein Ausnahmekönner. Einer, auf den es ankommt. „Wir stehen total unter Druck, wir dürfen nicht wieder gegen sie verlieren“, hat er neulich über das Supercup-Finale gesagt. Das findet am Sonntag in München statt. „Sie“, das sind die Dortmunder. Fünf der letzten fünf Duelle mit den Borussen haben die Münchner verloren. Franck Ribery brennt darauf, die Serie zu brechen. Franck Ribery war aber auch erst diese Woche beim Ultraschall in der Klinik der Barmherzigen Brüder am Romanplatz. Er ist ein gutes Beispiel für eine Misere, die beim FC Bayern nun bereits bemerkenswerte zwei Jahre anhält. Weil er einer ist, auf den es ankommt – und dennoch nicht frei von Sorgen ist.

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Zum Supercup-Finale wird erstmals richtig greifbar, wie groß die Zweifel am bisherigen Brachenriesen geworden sind. Bei den anderen Duellen lautete die Einschätzung in der Regel, der BVB sei besser drauf, aber Bayern eben Bayern. Dieses Mal ist eher die Einschätzung mehrheitsfähig, dass sich die Münchner schon sehr anstrengen müssen, wollen sie gewinnen. Es sei denn, Dortmund macht nicht ganz ernst am Sonntag.

Am Mittwoch saßen Matthias Sammer und Michael Zorc Seite an Seite in der Allianz Arena auf dem Podium, um für die Partie Stimmung zu machen. Zorc wirkte souverän und gelassen, während der neue Münchner Sportvorstand die Rolle des knurrenden Verfolgers spielte. Wenn sie auch mal 300 Millionen Euro erwirtschaften würden und 100 davon in die Mannschaft stecken könnten, könne man von einem Duell auf Augenhöhe sprechen, erläuterte Zorc die Rivalität. Eine weitere Spitze gegen die Bayern, auf deren Seite Sammer nur einmal mehr Feuer und Bereitschaft einforderte, um die ärgerliche Lücke zu den Dormundern zu schließen.

Recht viel mehr als knurren, so scheint es, können die Bayern derzeit nicht. Anders als beim Rivalen lief die Vorbereitung nicht gerade nach Wunsch. Das Lazarett ist prominent und prall gefüllt, dazu knistert es hinter den Kulissen. Als Jupp Heynckes auf Sammers Appell für mehr Biss vom Mittwoch angesprochen wurde, entgegnete der Coach mit einem Machtwort: „Die Betreuung der Mannschaft übernehme ich, auch die Ansprache.“ Er habe schon letzte Saison Biss und Leidenschaft gesehen.

Zwei Wochen vor dem Saisonstart machen die Bayern keinen geschlossenen Eindruck. Das Supercup-Finale ist nun ein erster Gradmesser, inwieweit sich die Probleme auf dem Rasen niederschlagen. Wobei selbst ein Sieg am Sonntag noch lange keine ultimativen Rückschlüsse für die anstehende Meisterschaft zulassen würde. Obwohl es in der Allianz Arena um einen Titel geht, ist sein sportlicher Wert doch eher zweitrangig. Beide Teams stecken mitten in der Vorbereitung. Dieses Spiel, sagt Heynckes, „wird keinen großen Einfluss auf die Meisterschaft haben.“

Vermutlich wird der Coach deshalb Bastian Schweinsteiger schonen. Der Mittelfeldmann hat diese Woche kaum trainiert, ist zwar nun wieder beschwerdefrei – das Risiko, ihn in einer Partie, die kurioserweise ebenso brisant wie nebensächlich ist, zu verheizen, wäre aber kaum zu verantworten. Mario Gomez, Rafinha, Diego Contento und David Alaba werden fehlen, der angeschlagene Claudio Pizarro könnte in den Kader rutschen, doch Heynckes klingt alles andere als euphrorisch in der Personalie: „Er hat im letzten halben Jahr fast nie geregelt trainiert. Claudio hat viele Defizite, vor ihm liegt noch ein hartes Stück Arbeit.“ Damit ist er noch so ein gutes Beispiel, wie es um ganzen Klub gerade steht.

Andreas Werner

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