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Vater und Sohn im Jahr 2007. Mittlerweile ist Lucas Scholl größer als sein Vater Mehmet

FC-Bayern-Insider spekuliert

Hat der Scholl-Rücktritt mit seinem Sohn zu tun?

München - Mehmet Scholl geht mit seinem Rücktritt gleich zwei Interessenskonflikten aus dem Weg. Was hat sein Sohn Lucas mit der ungewöhnlichen Entscheidung zu tun? Ein FC-Bayern-Insider spekuliert:

Üblicherweise freuen sich ehemalige Spieler des FC Bayern, weiter bei ihrem Verein angestellt sein zu dürfen. Schließlich ist es ein Zeichen der Anerkennung, die der deutsche Rekordmeister so seinen verdienten Profis erteilt.

Der Rückzug Mehmet Scholls Trainer der FC-Bayern-Reserve passt insofern nicht recht ins Bild, denn er erklärte zugleich, Trainer bleiben zu wollen. Immerhin: Scholl geht vorerst dem Interessenskonflikt aus dem Weg, der ihm als ARD-Experte für Länderspiele stets gedroht hat, wenn er schlecht über FC-Bayern-Stars urteilte, vielleicht sogar urteilen musste.

Unvergessen ist in diesem Zusammenhang Scholls Aussage nach dem EM-Auftakt gegen Portugal, er habe Sorge gehabt, Mario Gomez würde sich wundliegen, so wenig habe sich der Stürmer bewegt. Nicht nur bei den FC-Bayern-Bossen, auch beim Spieler selbst kam das nicht gut an. "Diesen Interessenkonflikt habe ich völlig falsch eingeschätzt", erklärte Scholl der "SZ": "Damit ist keinem gedient: dem FC Bayern nicht und auch nicht mir." 

Bis 2014 läuft Scholls Vertrag bei der ARD noch, Verlängerung nicht ausgeschlossen. Es ist aber nicht der einzige Konflikt, dem der ehemalige Publikumsliebling nun aus dem Weg geht. Der langjährige FC-Bayern-Insider Raimund Hinko vermutet in "Sport Bild plus", dass Scholl auch wegen seines Sohnes aufhört.

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Lucas Scholl ist 16 Jahre alt und spielt derzeit als klassischer Zehner in der B-Jugend der Bayern. Bei den Freistößen soll das Talent sogar schon jetzt besser sein, als es der Vater damals war, sagt Scholl Senior. Wer sich erinnert, wie gut die Standards des beidfüßigen Offensivspielers damals waren, kann auf das Potenzial des Youngsters schließen.  

 "Wahrscheinlich hätte der Vater schon in der nächsten Saison seinen Sohn hochziehen müssen zu Bayern II", vermutet Hinko: "Das Getuschel wäre bei den Jugendlichen, die alle auf eine Profikarriere hoffen, groß gewesen." Schließlich wäre der Verdacht nahegelegen, dass Scholl seinen Sohn bevorteilt.

Dass sich die Wege von Vater und Sohn beim FC Bayern an dieser Stelle trennen, ist für Hinko noch nicht sicher. Für ihn kommt Scholl als Trainer für Standardsituationen auch unter Pep Guardiola in Frage, der sein Amt im Sommer antritt. Auch nach der Amtszeit des Spaniers in München, wann auch immer, dürfte Scholl ein Kandidat auf die Nachfolge sein, vermutet der Insider. Dann könnten Scholl senior und junior bei den Profis aufeinandertreffen.

kim

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