Pokalfinale? WM? Mal schauen!

Schweini verletzt: Mal wieder zur falschen Zeit

München - Pokalfinale? WM? Mal schauen, heißt es für Bastian Schweinsteiger erst einmal. Den Bayern-Profi plagt die Knieverletzung. Es ist nicht der erste Rückschlag.

Bastian Schweinsteiger war in seinem Element, es war immerhin die siebte Meisterschaft, die der Vize-Kapitän mit dem FC Bayern feierte. „Für jemanden wie ihn ist das Routine. Aber für einen Katalanen wie mich ist das schon etwas Neues“, sagte Trainer Pep Guardiola mit Blick auf den gut gelaunten Schweinsteiger. Auf dem Balkon stand er in der ersten Reihe, im Postpalast gröhlte er mit Freundin Sarah Brandner jedes Lied laut mit. Er plauderte mit Oberbürgermeister Dieter Reiter, nahm Uli Hoeneß in den Arm, genoss den feinen Wein. Und trotzdem war nicht alles wie immer.

Gerade Mal 1.30 Uhr war es, als Schweinsteiger den Postpalast verließ. Als einer der Ersten. Nicht auf dem Weg auf eine andere Party, eine Bar oder eine Disco. Bastian Schweinsteiger ließ sich nach Hause fahren. Denn er wusste, dass in diesen Tagen mal wieder ein Termin ansteht, der sich auf seine Zukunft auswirken könnte.

Es sah nicht sonderlich gut aus, als Schweinsteiger Guardiola schon in der 37. Minute im Spiel gegen den VfB Stuttgart signalisierte, dass er nicht weitermachen könne. Immer wieder hielt er sich das linke Knie, die Arena verließ er zwar mit der lockeren Geste „Daumen hoch“, sein Blick aber ließ anderes erahnen. Ob es etwas Schlimmes sei, wurde Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach der Partie gefragt. „Jetzt kann man noch gar nichts sagen“, entgegnete er. Eine Kernspinuntersuchung soll in diesen Tagen Klarheit bringen. Guardiola verriet immerhin, dass es sich wohl um eine Verletzung an der Patellasehne handle. Er ergänzte: „Wir haben sechs Tage Zeit bis zum Pokalfinale.“ Doch auch er weiß, dass es primär nicht um dieses eine Spiel geht.

Bayern-Feier im Postpalast: Bilder der Party-Nacht

Partien ohne Schweinsteiger hat der FC Bayern in dieser Saison schon etliche bestritten. Er wurde häufig nicht vermisst. Vielmehr werden die Diskussionen, ob der einstige Regisseur seinen Zenit überschritten hat, immer lauter. Kritiker sagen, er passe nicht ins System Guardiola, sei zu langsam, zu defensiv. Dazu kommt, dass die Verletzungsanfälligkeit des 29-Jährigen deutlich zugenommen hat. In dieser Spielzeit fehlte er zusammengerechnet nach Sprunggelenks-Operation und anschließenden Knieproblemen mehr als drei Monate. War er wieder auf dem Wege der Besserung, folgte der nächste Rückschlag.

Eine Diagnose kam gestern, am Tag nach dem Spiel, nicht. Mit Spannung dürfte nicht nur Guardiola, sondern auch Bundestrainer Joachim Löw auf Nachrichten über die Schwere der Verletzung warten. Die WM in Brasilien wird wohl die letzte für Schweinsteiger sein. Es sollte seine Chance werden, sich für die verkorkste EM 2012 zu rehabilitieren und seine Nationalmannschaftskarriere zu krönen. Viele trauen ihm das im Moment nicht zu – nicht nur wegen der Verletzung.

Kapitän Philipp Lahm sagte übrigens, als er auf Schweinsteiger angesprochen wurde: „Ich bin kein Arzt und kann dazu nichts sagen, außer: Wenn man angeschlagen ist, ist die Stimmung nie gut.“ Auf der Feier ließ Schweinsteiger sich das nicht anmerken – zumindest bis zu seinem frühen Abgang.

Von Hanna Schmalenbach und Julian Riese

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Hanna Schmalenbach

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