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Thomas Müller hält Kritik am DFB-Team für völlig überzogen.

WM-Torjäger wehrt sich

Müller: "Haben uns den Ar*** aufgerissen"

Rio de Janeiro - Torjäger Thomas Müller hält die Kritik an der deutschen Nationalmannschaft nach dem letztlich erfolgreichen WM-Achtelfinale gegen Algerien (2:1 n.V.) für völlig überzogen.

„Ich will nicht Weltmeister werden und mich danach hinstellen müssen und sagen: Sorry, dass wir das Finale nur mit einem Tor Unterschied gewonnen haben“, sagte Müller bild.de.

Dem WM-Torschützenkönig von 2010, der in Brasilien bislang vier Treffer erzielt hat, sind vor allem die vielen negativen Kommentare nach dem Achtelfinale ein Rätsel. „Die inhaltliche Kritik nehmen wir gerne an. Wir haben Fehler gemacht auf dem Platz. Aber wir haben uns gegen Algerien 120 Minuten den Arsch aufgerissen. Wir haben ein Spiel, das eng war, gewonnen“, äußerte der 24-Jährige.

Müller sieht Kluft zwischen Erwartung und tatsächlichem Spiel

Deshalb könne er die Kritik auch nicht nachvollziehen. „Man sollte sich nicht nach einem Sieg, für den wir uns alle den Arsch aufgerissen haben, entschuldigen müssen. Wenn andere Mannschaften in anderen Ländern das so machen, dann wird es als clever abgetan. Da schwärmt man dann noch: Das sind Drecksäcke, die gewinnen so Spiele eben auch mal dreckig.“

Müller glaubt, dass die Ansprüche an das DFB-Team allgemein zu hoch geschraubt werden: „Ich denke, es hatte viel damit zu tun, dass der Name des Gegners nicht so groß war. Aber das war keine Karnevalstruppe. Und natürlich ist es unser Anspruch, gegen Algerien zu gewinnen. Das haben wir auch getan - auch wenn es über Umwege war.“ Im Gespräch mit dem Tagesspiegel ergänzte er: „Dann ergibt es plötzlich eine Kluft zwischen der allgemeinen Erwartung und dem tatsächlichen Spiel.“

Bereits Innenverteidiger Per Mertesacker hatte im ZDF-Interview unmittelbar nach dem Abpfiff des Algerien-Spiels die kritischen Reporterfragen harsch zurückgewiesen: „Watt wollen se? Wollen se “ne erfolgreiche WM oder sollen wir wieder ausscheiden und haben schön gespielt. Also, ich verstehe die ganze Fragerei nicht. Wir sind weitergekommen, wir sind super happy, haben heute alles gegeben und bereiten uns jetzt auf Frankreich vor."

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Müller zeigte Verständnis für die Reaktion von Mertesacker. "Worum geht es denn? Sollen wir es den Reportern zeigen, oder was? Wir spielen ja nicht für die Reporter.“ Zugleich hofft der Münchner, dass vor dem Spiel gegen die Franzosen wieder mehr Optimismus Einzug hält: „Dass es Kritik gibt, ist gut und richtig so, aber es sollte nicht so sein, dass der Ausblick immer so negativ ist. Man kann doch sagen, das Spiel war Mist, aber wenn die Mannschaft das und jenes besser macht, wird es werden. Und nicht: Gegen Frankreich fliegen wir sowieso raus, denn die sind im Vergleich zu unserer Leistung ja eine Übermannschaft“, sagte Müller.

sid

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