Gerd Niebaum hat ein erstes Geständnis abgelegt.
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Gerd Niebaum hat ein erstes Geständnis abgelegt.

Betrugsprozess

Ex-BVB-Boss Niebaum legt Geständnis ab und zeigt Reue

Dortmund - Gerd Niebaum soll betrogen und veruntreut haben. Vor Gericht hat sich der Ex-Präsident von Borussia Dortmund jetzt erstmals selbst zu Wort gemeldet.

Der Verhandlungstag war eigentlich schon zu Ende, da fängt Ex-BVB-Präsident Gerd Niebaum an zu sprechen. Das war der Moment, auf den alle gewartet hatten. Die Worte des 66-Jährigen waren leise und demütig. „Ich habe mich verleiten lassen“, sagte er den Richtern. „Ich kann mich in diesen Handlungen heute nicht wiedererkennen. Meine Fehler tun mir leid.“

Der dritte Verhandlungstag vor dem Dortmunder Landgericht hatte mit einem weitgehenden Geständnis begonnen. Dabei hatte sich Niebaum selbst aber noch zurückgehalten. Er überließ seinen Verteidigern den Platz, die eine schriftliche Erklärung vorbereitet hatten. Der wesentliche Inhalt: Ja, Herr Dr. Niebaum habe sich als Testamentsvollstrecker heimlich ein 450 000-Euro-Darlehen gewährt. Und ja, Herr Dr. Niebaum habe auch die Unterschrift eines Schwagers gefälscht, um die Rückzahlung eines 600 000-Euro-Kredits hinauszuzögern.

Hintergrund seien finanzielle Schwierigkeiten gewesen, die sich nach dem Ausscheiden beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund ergeben hätten. Niebaum sagte den Richtern dazu wörtlich: „Vor zehn Jahren war ich in einer Krisensituation. Ich habe gedacht, dass ich sie meistern kann. Nicht nur in meinem Sinne, auch im Sinne meiner Mitarbeiter.“

Ob Niebaum denn nicht die Benachrichtigungspflichten eines Testamentsvollstreckers kenne, wollten die Richter daraufhin wissen. Dieser Seitenhieb traf den 66-Jährigen sichtlich. Er nickte zweimal stumm, sagte dann: „Ja, die kenne ich natürlich.“

Das Geld aus dem Nachlass ist nach Angaben der Verteidiger inzwischen komplett zurückgezahlt worden. Im Falle seines verstorbenen Schwagers sieht das anders aus. Da sollen erst rund 50 000 Euro zurückgeflossen sein. Das wäre gerade mal ein Zwölftel. Die Verlängerung des Darlehens sei allerdings mit seinem Schwager abgesprochen gewesen, hieß es vonseiten der Verteidiger. Als der Schwager jedoch überraschend gestorben sei, habe Niebaum die mündliche Vereinbarung schriftlich fixiert und dabei die Unterschrift gefälscht.

Staatsanwaltschaft und Gericht gaben sich mit den Erklärungen zufrieden. Es gab praktisch keine Nachfragen. Am nächsten Verhandlungstag soll Niebaum zu angeblich veruntreuten Mandantengeldern Stellung nehmen. Nach Angaben seiner Verteidiger wird das jedoch gar nicht so leicht werden, weil es die Kanzlei nicht mehr gebe.

Niebaum wird außerdem vorgeworfen, Banken über seine tatsächlichen finanziellen Verhältnisse getäuscht zu haben. Die Anklage lautet auf Betrug und Untreue. Der Ex-Präsident von Borussia Dortmund hatte sein Notariat 2001 freiwillig abgegeben und seine Rechtsanwaltszulassung 2011 wegen finanzieller Schwierigkeiten verloren. Niebaum hofft auf eine Bewährungsstrafe.

dpa

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