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Die ersten Startschüsse des Tages fielen zur Mittagsstunde für die 350 Nachwuchssportler.

14. Erdinger Stadtlauf

Rekordtag für Helden

Erding - Das Wetter zeigte sich gnädig und verzichtete auf Regen: Beim 14. Erdinger Stadtlauf herrschten optimale Bedingungen für die rund 1100 angemeldeten Athleten, die für einen neuen Rekord sorgten. Schwitzen mussten deswegen auch die Veranstalter.

„Ihr seid Helden“: In großen weißen Buchstaben prangte das Motto des 14. Erdinger Stadtlaufs über dem Startbogen in der Langen Zeile. Darunter hatten sich um kurz vor halb drei am Sonntagnachmittag schon die ersten paar hundert Läufer über die Zehn-Kilometer-Königsdisziplin, den Stadtwerke-Lauf, eingereiht. Und allesamt hatten sie die Hände nach oben gerissen. Moderator Hartwig Thöne hatte sie dazu aufgefordert: „Zeigt, dass ihr Bock habt“, sagte er zu ihnen. Deren euphorische Reaktion ließ schon darauf schließen, dass an diesem Tag definitiv die Zeit für Helden sein sollte. Bevor es losging, gab Thöne den Startern noch ein wenig Druck mit auf den Weg: „In einer knappen Stunde müsst ihr durch sein.“ Denn um halb vier sollte schließlich die zweite Gruppe mit den langsameren der knapp 700 Athleten an den Start gehen.

Unschlagbar: Sieger Julian Kreibich hatte das gelbe Trikot schon an.

Dass Julian Kreibich vom Team LG Farbtex NordSchwarzwald keine Probleme haben würde, diese Vorgabe einzuhalten, war klar. Dass er seine Konkurrenz aber fast schon deklassieren würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Gerade mal 32 Minuten und eine Sekunde benötigte der 25-Jährige, um bei seiner Premiere in Erding die fünf Runden zu absolvieren, die unter anderem über Lange Zeile, Am Mühlgraben, Landshuter (Wende) und Dorfener Straße führten. Lautstark wurde Kreibich von Zuschauern und Cheerleadern im Zieleinlauf neben dem Schrannenplatz bejubelt. Ob er seinen Triumph schon vorher geahnt hatte? Zumindest war er stilecht im gelben Trikot angetreten. „Leider wollte von Anfang an keiner mit mir mitlaufen. Aber ich bin auf jeden Fall glücklich. Das war eine tolle Strecke, und das Wetter hat auch mitgespielt“, schnaufte Kreibich kurz nach dem Zieleinlauf in Thönes Mikrofon. Immerhin zwei Minuten und 28 Sekunden dauerte es, bis ihm der Zweitplatzierte im Zielbereich Gesellschaft leistete: Andy Bühler von der Laufgruppe Cham. Dritter wurde Peter Strelow (LAG Mittlere Isar, 35:09 Minuten). Bester Akteur vom Team Erdinger Alkoholfrei war Bernd Stoltefaut auf Platz acht (36:42). Christoph Kaspari von Veranstalter Trisport Erding landete auf Rang elf (37:11).

Die schnellste Frau: Bernadette Pichlmaier mit dem Sieger-Humpen und Winfried Kretschmer von Stadtlauf-Veranstalter Trisport Erding.

„Genießt diesen magischen Moment hier im Ziel“, sagte Thöne zu den durchgeschwitzten Athleten, die sich am Feneberg-Stand mit Wasser und Obst eindeckten. Für Bernadette Pichlmaier galt es zunächst aber mal, den Weißbier-Humpen in Empfang zu nehmen.Mit 39 Minuten und 41 Sekunden war die 46-jährige Floristin aus Tegernbach die schnellste Frau. „Das war heute eine harte Geschichte“, sagte Pichlmaier sichtlich erschöpft.

Anmeldeflut: Trisport gehen die Startnummern aus

Drei Jahre sei sie verletzt gewesen, jetzt wolle sie wieder in Wettkampfform kommen. „Die Zuschauer sind einfach super hier“, schwärmte sie. Auf Platz zwei durfte das Publikum dann sogar eine Lokalmatadorin bejubeln: Claudia Böck vom Team Sparkasse Erding–Dorfen (40:18). Melanie Stern vom Team Erdinger Alkoholfrei wurde Dritte (42:12).

Nicht zuletzt jubeln durfte Veranstalter Trisport, der mit einem rund 100-köpfigen Team im Einsatz war. Außerdem fleißig aktiv: Das Rote Kreuz sowie die Sponsoren von Erdinger Weißbräu, Stadtwerke, Galaxy Erding, Sparkasse, Feneberg und AOK. Zu Feiern gab es vor allem eine neue Rekord-Teilnehmerzahl, die die Organisatoren allerdings in den vergangenen Tagen auch ordentlich ins Schwitzen gebracht hat. Rund 350 Athleten beim Kinderlauf, 700 Erwachsene: „Zum ersten Mal hatten wir über 1000 Leute im Ziel“, freute sich Winfried Kretschmer von Trisport Erding. Jedoch hatten sich viele der Teilnehmer erst in den vergangenen Tagen vor dem Riesenevent angemeldet. Jürgen Syre (Trisport) berichtet, er habe zwar einen Puffer zum Vorjahr eingerechnet, aber einen solchen Ansturm habe er nicht erwartet. Sein Fazit: „Nächstes Jahr werden wir 200 Startnummern mehr drucken.“ Wegen der kurzfristigen Anmeldung mussten 20 Kinder sogar mit Erwachsenen-Startnummern antreten, fünf Kinder gingen leer aus. „Die waren aber erst eine Viertelstunde vor dem Start da“, erzählt Syre.

Gaudi statt Leistungsdruck: das Team Metropolitan Pharmacy mit (v. l.) Artur Mittag, Ümmü Cümen, Sabrina Hochfelner, Katrin Meier, Maria Hacker, Jenny Kopka, Manuela Kleine, Uli Hochfelner und Musti Cümen.

Trotz all der Arbeit: Der Spaß darf nicht zu kurz kommen. Auch bei den Athleten nicht. „Schenkt uns ein Lächeln“, rief Moderator Thöne den Sportlern zu. Und genau das tat der eine oder andere auch. Gerade auch im Mannschafts-Wettbewerb steht oft die Gaudi an oberster Stelle. So zum Beispiel beim Flughafen-Apothekenteam Metropolitan Pharmacy, das heuer zum zweiten Mal dabei war: neun Sportler auf der Strecke, und draußen die Kolleginnen Isabell Weinlich und Zsanett Takacs mit Schildern mit der Aufschrift „Schneller, ihr Luschen“ – Anfeuerung der etwas rabiateren Art. Das Team dankte es den beiden und unterbrach seinen Lauf sogar kurz, um eine Laola anzustimmen.

Die komplette Strecke absolvierte es geschlossen, keiner setzte sich ab. Die Gaudi stand eben im Vordergrund. „Das stärkt die Gemeinschaft im Betrieb“, sagt Filialleiter Walter Verfürth, der sein Team auch fleißig mit anfeuerte. Mit Sabrina und Uli Hochfelner, Jenny Kopka, Manuela Kleine (alle aus Erding) und Maria Hacker (Berglern) besteht die sympathische Apotheker-Truppe zum Teil sogar aus Akteuren aus dem Landkreis.

Kleiderspende für Flüchtlinge kommt gut an

 Im vergangenen Jahr habe man sogar einen Starter hinter sich gelassen, erzählt Weinlich. Das war immerhin kein Geringerer als der Erdinger Schneidermeister Georg Mayer, ein Urgestein des Erdinger Stadtlaufs. Auch in diesem Jahr war der 77-Jährige wieder am Start. Lautstark mit einer Rassel feuerte Maria Brand von der Aktionsgruppe Asyl (AGA) die Athleten an. „Von uns waren fünf oder sechs Asylkinder dabei“, sagte Brand erfreut. In Zusammenarbeit mit Trisport hatte die AGA im Rahmen des Stadtlaufs zu einer Sportbekleidungsspende aufgerufen. Und diese kam gut an: Schon am Samstag wurde ein kompletter Sprinter voll, am Sonntag ein zweiter. Diese belieferten den Asyl-Warteraum im Fliegerhorst, in dem die Spenden fleißig sortiert wurden. Fleißig waren auch die 350 Nachwuchsathleten. Unterteilt in fünf Altersklassen absolvierten sie entweder 800 Meter oder 2000. Der erste Startschuss fiel für sie um 12 Uhr. Die Siegerfäuste ballen durften dabei auch zahlreiche Jungsportler aus dem Landkreis Erding. So gewannen Lukas Huber (Team FC Erding Fußball, Jahrgang 2008), Maxi Mayer (Lengdorf, 2004), Muriel Henrich (SpVgg Altenerding, 2005), Rasmus Bordiantschuk (Dorfen, 2001) und Sophie Kilders (LG Sempt) in ihren Konkurrenzen. In der Familienwertung gewannen die Kalbs – Markus Kalb und Carolin Kalb-Jünger. Als Helden durften sich an diesem Tag aber nicht nur sie fühlen.

Markus Schwarzkugler

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