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Gerhard Mayrhofer (l.) am Montag beim Brotzeit-Termin im Daxerhof, wo sein Vize Peter Helfer (r.) der Wirt ist.

Interview bei Brotzeit

Tagblatt-Reporter bringt Mayrhofer zum Reden

Olching - Eigentlich spricht Gerhard Mayrhofer nicht mehr direkt mit Medienvertretern, sondern kommuniziert nur noch via Facebook. Doch für das Tagblatt macht der Löwen-Boss eine Ausnahme.

Beim Brotzeit-Stopp im Daxerhof-Lokal seines Vizepräsidenten Peter Helfer stellte sich Mayrhofer den Fragen von Tagblatt-Reporter Hans Kürzl. Allerdings wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass seine Zweitliga-Fußballer in Kaiserslautern einen bösen Saisonstart erleben würden.

Herr Mayrhofer, Facebook und Co. - eine nette Geschichte. Kommt noch mehr? 

Mayrhofer: Es ist vor allem wichtig, um direkt mit den Fans zu sprechen. Es war an der Zeit, dass man sich bei 1860 den sozialen Netzwerken widmet. Vor allem war es an der Zeit, dass 1860 im 21. Jahrhundert ankommt.

Werden denn auch alle Fragen und Postings von Ihnen beantwortet? 

Mayrhofer: Alle - auch wenn es manchmal dauert.

Alle? 

Mayrhofer: Im Leben ist es so, dass man nicht auf alles Antwort geben muss.

Auch nicht auf Helmut Kirmaier, wenn er immer wieder die Gültigkeit der Präsidentenwahl anzweifelt? (Anm.d.Red.: Das Vereinsmitglied hat sie gerichtlich angefochten)

Mayrhofer: Auf solche juristischen Spitzfindigkeiten muss man natürlich in aller Form eine Antwort geben. Wichtig ist die Stimme der Fans, das Votum der Mitglieder. Die haben uns gewählt, dann kann das so falsch nicht sein. Wir sehen der Angelegenheit sehr gelassen entgegen. Wie lange das aber noch dauern wird, weiß ich nicht.

Eine gefühlte Ewigkeit dauert schon der Aufenthalt in der 2. Bundesliga. Das Startprogramm hat’s in sich. Nach den Roten Teufeln von Kaiserslautern kommt rote Brause aus Leipzig. Eine leckere Aufgabe?

Mayrhofer: Wir werden uns nicht verschlucken. Der erste Spieltag hat bislang gezeigt, dass auch Topteams und Geheimfavoriten nicht gleich in die Gänge gekommen sind. Da müssen wir beweisen , dass wir unser Ding machen können.

Die Leipziger ziehen ihr Geschäftsmodell, den geplanten Durchmarsch in die 1. Bundesliga eingeschlossen, konsequent durch.

Mayrhofer: Das ist von außen schwer zu beurteilen. Es gibt halt Neider und Fans, die gegen einen angeblichen Retortenklub protestieren. Aber es ist legitim, was man bei RB Leipzig macht. Aber uns hat das nicht zu interessieren. Wir müssen unser Ding machen, am Samstag und in dieser Saison.

Ein anderes Geschäftsmodell wird in Bremen aufgezogen: Geld von Vereinen für Polizeieinsätze. 

Mayrhofer: Grundsätzlich kann man über alles diskutieren. Aber dann reden wir bitte auch darüber, dass der Fußball in der Gesellschaft sehr weit verbreitet ist. Er ist ein Stück Kultur. Deshalb sollte man an den Dingen, die sich eingespielt haben, nicht immer drehen. Lassen wir’s, wie’s ist.

Das mit den Sturmproblem kann man aber nicht so lassen? 

Mayrhofer: Ein Stürmerproblem haben wir nicht. Aber wir werden uns umsehen. Was sollen wir uns verrückt machen lassen, wir haben noch Zeit zu reagieren.

Die Fans in der Region warten aber auf Erfolge und auch auf Auftritte vor Ort. Wie wichtig sind Spiele auf dem Land?

Mayrhofer: Wir pflegen das Regionale schon, denn die Fans dort sind für uns ein hohes Gut. Das hat man jüngst in Heimstetten gesehen. Ich hab Verständnis für die Fans, dass sie uns zum Anfassen nah haben wollen. Aber es muss für die sportliche Führung in Konzept und Terminkalender passen.

Hans Kürzl

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