Chris Froome setzt sich auf der 10. Etappe und in der Gesamtwertung deutlich ab. Foto: Kim Ludbrook
1 von 7
Chris Froome setzt sich auf der 10. Etappe und in der Gesamtwertung deutlich ab. Foto: Kim Ludbrook
Auf der flachen Anfahrt bis zum letzten Abschnitt vor dem Ziel wurde das Feld von den Mannschaften wie Team Sky kontrolliert. Foto: Yoan Valat
2 von 7
Auf der flachen Anfahrt bis zum letzten Abschnitt vor dem Ziel wurde das Feld von den Mannschaften wie Team Sky kontrolliert. Foto: Yoan Valat
Nairo Quintana sah von den Top-Fahrern hinter Froome am fittesten aus. Foto: Yoan Valat
3 von 7
Nairo Quintana sah von den Top-Fahrern hinter Froome am fittesten aus. Foto: Yoan Valat
Der Brite hielt sich bis sechs Kilometer vor dem Ziel zurück, dann zog der Mann in Gelb davon. Foto: Yoan Valat
4 von 7
Der Brite hielt sich bis sechs Kilometer vor dem Ziel zurück, dann zog der Mann in Gelb davon. Foto: Yoan Valat
Team-Kollege Richie Porte kann seinen Kaptitän in die gewünschte Position fahren, nur Quintana ist noch am Hinterrad. Foto: Yoan Valat
5 von 7
Team-Kollege Richie Porte kann seinen Kaptitän in die gewünschte Position fahren, nur Quintana ist noch am Hinterrad. Foto: Yoan Valat
Alberto Contador musste die letzten Kilometer ohne Helfer bewältigen. Foto: Sebastien Nogier
6 von 7
Alberto Contador musste die letzten Kilometer ohne Helfer bewältigen. Foto: Sebastien Nogier
Auch Vorjahressieger Vincenzo Nibali musste die Konkurrenten ziehen lassen. Foto: Kim Ludbrook
7 von 7
Auch Vorjahressieger Vincenzo Nibali musste die Konkurrenten ziehen lassen. Foto: Kim Ludbrook

Froome lähmt die Konkurrenz - deutlicher Pyrenäen-Sieg

Was für eine Gala-Vorstellung von Christopher Froome. Schon bei der ersten Bergankunft versetzte der Toursieger von 2013 der Konkurrenz einen schweren Schlag und siegte mit großem Vorsprung. André Greipel holte sich immerhin das Grüne Trikot zurück.

La Pierre-Saint-Michel (dpa) - Nach seiner schier unglaublichen Klettershow auf den 1610 Meter hohen Col de La Pierre Saint-Michel grinste Christopher Froome schelmisch vom Podium und hob nach dem Gewinn der 10. Etappe immer wieder den Daumen.

"Ich bin so happy. Es war ein historischer Tag für unser Team. Manche Konkurrenten sind nach dem Ruhetag wohl aus dem Rhythmus gekommen", sagte der Mann im Gelb, nachdem er seine gesamte Konkurrenz bei der 102. Tour de France gerade eben noch gedemütigt hatte.

"Formidable! Fantastique!", schallte es aus den Lautsprechern, als Froome im Expresstempo und mit hochgerissenen Armen über die Ziellinie rauschte. Zuvor hatte er Anden-Kletterer Nairo Quintana mit einem Bergsprint regelrecht stehen gelassen. Zeitweise meisterte er die bis zu elf Prozent steilen Rampen mit einem Tempo von 35 Stundenkilometern. Ganz anders Alberto Contador, der sich weit abgeschlagen und mit aufgerissenem Trikot nahe seiner spanischen Heimat nach 166 Kilometern ins Ziel quälte. Und Vorjahressieger Vincenzo Nibali blickte nach dem Ende seiner Tour-Träume paralysiert in die Bergwelt der Pyrenäen.

Froome siegte 59 Sekunden vor seinem Sky-Teamkollegen Richie Porte (Australien). Erst danach kamen die Rivalen: Quintana verlor als Dritter 1:04, Contador auf Platz elf 2:51 und Nibali (21.) gar 4:25 Minuten. Während Contador noch Durchhalteparolen ("Ich kämpfe weiter") formulierte, erklärte Nibali fast schon seine Kapitulation: "Ich bin nicht einmal so stark wie der kleine Bruder des Vincenzo Nibali von 2014. Jetzt wird es ganz, ganz schwer." Nur Quintana ist noch nicht vollends am Boden zerstört: "Ich bin ganz ruhig, meine Form ist gut. Ich werde mich noch steigern."

Das muss der Mann aus Kolumbien auch, will er nur annähernd eine Chance haben. Denn im Gesamtklassement liegt er als Dritter schon 3:09 Minuten hinter Froome zurück, Platz zwei belegt der Amerikaner Tejay van Garderen (2:52). Der Brite ist sich seiner Sache aber noch nicht ganz sicher: "Achtung, Achtung, Es ist noch weit bis Paris. Quintana ist jetzt mein schärfster Rivale."

Froome sicherte sich bei seinem vernichtenden Schlag auch das Bergtrikot. Schwächen scheint der "Roboter auf dem Rennrad" derzeit nicht zu haben. "Er ist körperlich mindestens in der Fassung von 2013, aber kompletter und souveräner. Er ist ein sehr intelligenter Kapitän", schwärmte Teamchef Dave Brailsford.

Der Konkurrenz war dagegen die Laune verdorben, auch den Gastgebern war am französischen Nationalfeiertag das Feiern vergangen. Der Franzose Pierrick Fédrigo hatte zusammen mit dem Belgier Kenneth van Bilsen auf dem Weg zum letzten Anstieg mit zum Teil 15 Minuten Vorsprung in Front gelegen und von einem ganz besonderen Etappensieg geträumt. Aber Froome und sein Skyteam hatten am Dienstag kein Erbarmen.

Am 15 Kilometer langen Schlussanstieg begann ein Kampf Mann gegen Mann zwischen den zunächst noch Großen Fünf - Froome, Contador, Quintana, Nibali und van Garderen. Aber gegen Turbo-Froome hatte an diesem Tag vor Zehntausenden meist spanischer Zuschauer niemand ein Rezept. Nibali strauchelte schon zehn Kilometer vor dem Ziel. Sechs Kilometer vor dem Ende startete Froome schließlich sein Solo.

Die deutschen Radprofis hatten bei der gnadenlosen Kletterei nicht viel zu bestellen - mit Ausnahme des bulligen Sprinter André Greipel. Der zweimalige Etappensieger quälte sich mit den Besten über die ersten beiden Anstiege des Tages und war dann hinter den beiden Ausreißern beim Zwischensprint in Trois Ville der Schnellste vom Rest. Damit holte sich der gebürtige Rostocker das Grüne Trikot von dem Slowaken Peter Sagan vorerst zurück. Greipel hat jetzt wieder drei Punkte Vorsprung. Als bester Deutscher erreichte der erst 22 Jahre alte nationale Meister Emanuel Buchmann 6:28 Minuten zurück das Ziel.

Am Mittwoch folgt die zweite Kletterpartie durch die Pyrenäen von Pau nach Cauterets über 188 Kilometer, die auch den 2215 Meter hohen Tour-Klassiker Tourmalet im Programm hat.

Homepage Tour de France

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Das sind die Kandidaten für die Rosberg-Nachfolge bei Mercedes

München - Silly Season im Advent: Der Rücktritt von Weltmeister Nico Rosberg bei Mercedes kommt einem Erdbeben auf dem Fahrermarkt der Formel 1 gleich, das begehrteste …
Das sind die Kandidaten für die Rosberg-Nachfolge bei Mercedes

Argentiniens Davis-Cup-Held Del Potro krönt sein Comeback

Als "Turm von Tandil" gewann Del Potro einst die US Open. Es folgten lange Jahre des Leidens. Doch der Argentinier kehrte triumphal zurück und krönte sein Comeback nun …
Argentiniens Davis-Cup-Held Del Potro krönt sein Comeback

Nico Rosberg ist Formel-1-Weltmeister: Bilder aus Abu Dhabi

Abu Dhabi - Nico Rosberg hat seinen "Kindheitstraum" wahr werden lassen und sich erstmals zum Weltmeister der Formel 1 gekrönt.
Nico Rosberg ist Formel-1-Weltmeister: Bilder aus Abu Dhabi

Traumhafter Weltcup-Auftakt für deutsche Rodler

Besser hätte es nicht laufen können: Deutschlands erfolgsverwöhnte Rodler belegen zum Weltcup-Auftakt in Winterberg alle Podestplätze. "Perfekt, einfach perfekt", sagt …
Traumhafter Weltcup-Auftakt für deutsche Rodler

Kommentare