Angelique Kerber steht nach dem 6:4, 6:4 gegen Venus Williams im Finale von Wimbledon. Foto: Andy Rain
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Angelique Kerber steht nach dem 6:4, 6:4 gegen Venus Williams im Finale von Wimbledon. Foto: Andy Rain
Angelique Kerber zeigte auch gegen Venus Williams von Anfang an ihre Returnstärke. Foto: Andy Rain
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Angelique Kerber zeigte auch gegen Venus Williams von Anfang an ihre Returnstärke. Foto: Andy Rain
Der älteren Williams-Schwester unterliefen viele Fehler bei eigenem Service. Foto: Andy Rain
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Der älteren Williams-Schwester unterliefen viele Fehler bei eigenem Service. Foto: Andy Rain
Doch auch Kerber war mit ihren Aufschlagspielen alles andere als zufrieden. Foto: Andy Rain
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Doch auch Kerber war mit ihren Aufschlagspielen alles andere als zufrieden. Foto: Andy Rain
Im Endeffekt holte sich Kerber den ersten Satz mit 6:4. Foto: Andy Rain
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Im Endeffekt holte sich Kerber den ersten Satz mit 6:4. Foto: Andy Rain
Auch im zweiten Durchgang lag Kerber früh mit einem Break in Führung - und gab diese nicht mehr her. Foto: Stefan Wermuth
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Auch im zweiten Durchgang lag Kerber früh mit einem Break in Führung - und gab diese nicht mehr her. Foto: Stefan Wermuth
Serena Williams ist problemlos ins Wimbledon-Finale eingezogen. Foto: Facundo Arrizabalaga
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Serena Williams ist problemlos ins Wimbledon-Finale eingezogen. Foto: Facundo Arrizabalaga
Jelena Wesnina hatte gegen die Weltranglisten-Erste keine Chance und unterlag 2:6, 0:6. Foto: Andy Rain
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Jelena Wesnina hatte gegen die Weltranglisten-Erste keine Chance und unterlag 2:6, 0:6. Foto: Andy Rain

Kerber erfüllt sich Final-Traum in Wimbledon

Seit 20 Jahren hat keine deutsche Tennisspielerin mehr in Wimbledon gewonnen. Angelique Kerber bietet sich nun die Chance. Im Halbfinale wirkte sie nervös, gewann gegen die 36-jährige Venus Williams aber trotzdem. Das Finale weckt Erinnerungen.

London (dpa) - Angelique Kerber kniete nach dem Final-Einzug in Wimbledon auf dem Heiligen Rasen und warf Kusshändchen ins Publikum. Als erste Deutsche seit Steffi Graf kann die 28-Jährige in London gewinnen.

20 Jahre nach dem letzten Titel ihres Idols zog Deutschlands neuer Tennis-Liebling nach einer überzeugenden Leistung erstmals in das Endspiel des berühmtesten Turniers der Welt ein. Trotz eines nervösen Anfangs auf dem Centre Court setzte sich die Kielerin gegen die fünfmalige Wimbledon-Gewinnerin Venus Williams aus den USA 6:4, 6:4 durch. Am Samstag kann sich die Kielerin mit einem Erfolg über Serena Williams als erste Deutsche seit 1996 in der Historie des Rasenturniers verewigen.

"Es ist unglaublich, Venus im Halbfinale zu schlagen. Venus ist ein Champion und hat hier schon so oft gewonnen", sagte Kerber, nachdem sie mit einer Weltklasse-Vorhand nach 72 Minuten den ersten Matchball verwandelt hatte. "Der letzte Punkt war super. Ich genieße gerade wirklich mein Tennis-Leben. Es ist super zum zweiten Mal im Grand-Slam-Finale zu sein."

Wenn die deutsche Nummer eins zur ersten deutschen Wimbledon-Königin seit Grafs Finalsieg über Arantxa Sánchez-Vicario vor 20 Jahren werden will, muss sie damit ihr Meisterstück aus Australien wiederholen. Vor gut fünf Monaten gewann Kerber im Endspiel gegen die Nummer eins der Damen-Welt ihren ersten Grand-Slam-Titel und löste eine kurzzeitige Tennis-Euphorie aus. "Wenn es eng wird, würde ich auf Kerber setzen", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner. "Wenn eine Serena ihr bestes Tennis spielt, ist fast nichts zu machen."

Und es gab noch eine gute Nachricht aus deutscher Sicht. Julia Görges und ihre Partnerin Karolina Pliskova erreichten das Halbfinale in der im Doppelkonkurrenz. Das deutsch-tschechische Duo gewann gegen die an zwei gesetzten Caroline Garcia und Kristina Mladenovic aus Frankreich 7:6 (11:9), 6:3. Am Mittwoch war Anna-Lena Grönefeld mit ihrer Partnerin Kveta Peschke im Viertelfinale des Rasenturniers in London ausgeschieden.

Im Einzel ließ die Weltranglisten-Erste Serena Williams im ersten Auftritt des Tages auf dem Centre Court der russischen Halbfinal-Debütantin Jelena Wesnina beim 6:2, 6:0 keine Chance. Es ergibt sich damit auch ein weiteres interessantes Szenario: Kerber kann - wie in Melbourne - zugleich Grafs Grand-Slam-Rekord von 22 Titeln verteidigen. Holt Williams ihren siebten Wimbledon-Erfolg, zieht sie mit Graf gleich.

Die 47-Jährige hatte schon am Vortag Grüße übermittelt. "Angie hat wieder zu ihrer guten Form der Australian Open zurückgefunden", erklärte Graf. "Ich glaube, dass sie jetzt auch Chancen hat, weiter erfolgreich dort zu spielen." Im Wimbledon-Finale stand als letzte Deutsche Sabine Lisicki 2013, war dort gegen Marion Bartoli aus Frankreich aber chancenlos. Kerber ist insgesamt die fünfte Deutsche im Endspiel - neben Graf und Lisicki schafften das in den 1930ern auch Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel.

An die große Bühne gegen Serena Williams hat Kerber beste Erinnerungen. In ihrem Premieren-Finale bei einem der vier Majors Ende Januar spielte sie überragend und wie entfesselt - und sorgte für den ersten Grand-Slam-Titel einer deutschen Spielerin seit Graf 1999. Insgesamt liegt sie im Vergleich mit Serena Williams 2:5 zurück, zuletzt begegneten sich die beiden aber in Australien. Kerber wirkte in den vergangenen Tagen selbstbewusst und entschlossen. "Ich habe das Spiel, um die großen Turniere zu gewinnen", sagte sie.

Für ihr zweites Wimbledon-Halbfinale betrat Kerber um 14.20 Uhr Ortszeit den Centre Court, an einem denkwürdigen Jubiläumstag der deutschen Tennis-Geschichte. Auf den Tag genau vor 25 Jahren triumphierte in einem deutschen Wimbledon-Finale Michael Stich über Boris Becker in dessen "Wohnzimmer".

Kerber wusste zu dem Zeitpunkt bereits vom Ausgang des anderen Halbfinals. Die Linkshänderin wirkte nervös. Fünf Spiele konnte keine ihren Aufschlag halten, dann brachte die Norddeutsche erstmals ihr Service durch. Mit 5:2 führte sie, musste ihre 36 Jahre alte Rivalin auf 5:4 wieder herankommen lassen. Als ihr ein Stoppball misslang, zuckte sie etwas ratlos die Schultern. Doch eine verschlagene Vorhand von Williams bescherte ihr wenig später den ersten Satz.

2008 hatte Venus Williams zuletzt ihre Schwester im Wimbledon-Finale besiegt. Immer wieder rückte die Weltranglisten-Achte ans Netz vor, um Kerber in Bedrängnis zu bringen. Sie spielte aber nicht stark genug, um die deutsche Nummer eins aufzuhalten. Die Schleswig-Holsteinerin bekam im zweiten Abschnitt bei 3:2 (0:30) noch einmal Probleme, blieb aber nervenstark erneut ohne Satzverlust.

Nach dem bitteren Erstrunden-Aus in Paris hat sich die Linkshänderin damit eindrucksvoll zurückgemeldet. Wie nach Melbourne wird sie in der Weltrangliste nach Wimbledon wieder auf Position zwei geführt, direkt hinter Serena Williams.

Weltrangliste Herren

Weltrangliste Damen

Setzliste auf Wimbledon-Homepage

Damen-Auslosung

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Spielplan

WTA-Profil Kerber

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