Im Finale fehlt Angelique Kerber die Kraft für den ganz großen Jahresabschluss. Foto: Wallace Woon
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Im Finale fehlt Angelique Kerber die Kraft für den ganz großen Jahresabschluss.
Die Nummer eins der Welt ärgert sich über einen verlorenen Ball. Foto: Wallace Woon
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Die Nummer eins der Welt ärgert sich über einen verlorenen Ball.
Dominika Cibulkova feiert einen Punktgewinn. Foto: Wallace Woon
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Dominika Cibulkova feiert einen Punktgewinn.
Die Slowakin punktete immer wieder mit ihrer Vorhand. Foto: Wallace Woon
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Die Slowakin punktete immer wieder mit ihrer Vorhand.
Kerber wischt sich in einer Pause den Schweiß ab. Foto: Wallace Woon
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Kerber wischt sich in einer Pause den Schweiß ab.

Akku leer!

Kerber verliert Finale und verpasst perfekten Abschluss

Singapur - Angelique Kerber hat den Titel bei den WTA Finals verpasst. Die Tennis-Weltranglisten-Erste verlor am Sonntag in Singapur im Endspiel gegen Dominika Cibulkova aus der Slowakei.

Am Ende war der Akku leer: Angelique Kerber stand ein wenig traurig und müde im goldenen Konfettiregen von Singapur, nachdem ihr die Krönung einer märchenhaften Saison versagt geblieben war.

Doch als Tennis-Königin 2016 dufte sich die Nummer eins der Welt trotz des 3:6, 4:6 im Endspiel des WTA-Finals gegen Dominika Cibulkova (Slowakei/Nr. 7) trotzdem fühlen. "Natürlich bin ich enttäuscht. Ich habe hier noch mal alles gegeben, was an Kraftreserven übrig war. Ich war aber oft einen Schritt zu spät", sagte Kerber, ehe sie lächelnd meinte: "Dieses Match macht mir das Jahr aber nicht kaputt."

Damit bleibt Steffi Graf (1996) vorerst die letzte deutsche Siegerin, die die inoffizielle WM gewonnen hat. Bundestrainerin Barbara Rittner hatte bereits geahnt, dass Kerbers Tank im 81. Spiel 2016 leer sein könnte. "Angie haben im Finale die Kraft und die Länge in den Schlägen gefehlt. Sie hat bis zum Ende großartig gekämpft", erklärte sie im ZDF.

Kerber, der man die Strapazen einer langen Saison im letzten Match deutlich anmerkte, wurde trotzdem von den rund 7500 Zuschauern im Indoor Stadium gefeiert. Nach ihren Coups bei den Australian Open im Januar und bei den US Open im September sowie dem Sprung auf den Tennis-Thron verabschiedete sich die Kielerin zufrieden in die zweiwöchigen Ferien. "Dieses Jahr werde ich in meinem Leben niemals vergessen. Jetzt bin ich bereit für den Urlaub", sagte die Rio-Silbermedaillengewinnerin und träumte von "Sonne, Strand, Palmen - und sehr, sehr viel Ruhe."

Ihre Ferienkasse besserte Kerber mit der Finalprämie von 1,18 Millionen Dollar auf. Doch viel wertvoller war für sie beim Showdown in Singapur die Erkenntnis, dass sie neben den meisten Matches (63:18 Siege) endgültig auch die Akzeptanz aller gewonnen hat. "Angie beeindruckt mich. Früher konnte ich es kaum ertragen, wie negativ sie auf dem Platz eingestellt war. Jetzt ruht sie in sich und hat ihr Spiel auf ein anderes Level gehoben", sagte die frühere Nummer eins Chris Evert. Die ehemalige Graf-Kontrahentin Monica Seles traut Kerber noch "einige Grand-Slam-Titel" zu.

1,18 Millionen Dollar Finalprämie für Kerber

Gegen Cibulkova war Kerber, die im Halbfinale Titelverteidigerin Agnieszka Radwanska (Polen) mit 6:2, 6:1 ausgeschaltet hatte, der Kraftverschleiß der vergangenen Monate allerdings anzumerken. Die Slowakin startete aggressiv und ließ in den ersten drei Spielen nur drei Punkte der Kielerin zu. Nach zwei Breaks lag die in die Defensive gedrängte Kerber schnell mit 2:5 zurück.

Nach einer halben Stunde verwandelte Cibulkova bezeichnenderweise mit ihrem 14. Gewinnschlag den ersten Satz. Danach holte Kerber ihren Coach Torben Beltz auf den Court und sagte: "Ich kann nicht mehr". Fortan schlug sie besser auf, doch ihre Konkurrentin hielt ihr hohes Niveau und breakte Kerber zur eigenen 4:3-Führung.

Trotz der Niederlage zum Abschluss schloss sich für Kerber in Singapur ein Kreis: Exakt vor zwölf Monaten hätte an gleicher Stätte ein Satzgewinn gegen Lucie Safarova (Tschechien) gereicht, um das Halbfinale zu erreichen. Doch "Angie" verkrampfte völlig und schied aus. Ein Jahr später ist Kerbers Welt eine konträre. "Ich glaube, ich bin jetzt eine ganz andere Spielerin, eine ganz andere Person", betonte sie: "Der Druck ist nicht mehr so das Hindernis."

Und die Erfolge zahlen sich mittlerweile auch in anderer Hinsicht aus. Die eher introvertierte Kerber, die mittlerweile wieder vom umtriebigen Aljoscha Thron gemanagt wird, ist auf dem besten Weg zum globalen Medienstar. Ein Kontrakt mit einer Versicherung wurde vor einigen Wochen abgeschlossen. Zwei, drei weitere Verträge mit großen und weltweit operierenden Sponsoren - für eine Marke wirbt auch Superstar Roger Federer - sind in der "Pipeline".

sid

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