Der Italiener Vincenzo Nibali gewann 2014 die Tour de France. Foto: Jerome Prevost
1 von 8
Der Italiener Vincenzo Nibali gewann 2014 die Tour de France. Foto: Jerome Prevost
Der italienische Meister fährt für das umstrittene Team Astana. Foto: Jean-Christophe Bott
2 von 8
Der italienische Meister fährt für das umstrittene Team Astana. Foto: Jean-Christophe Bott
Der Spanier Alberto Contador gewann im Mai den Giro d&#39Italia. Ob die Form noch anhält? Foto: Luca Zennaro
3 von 8
Der Spanier Alberto Contador gewann im Mai den Giro d'Italia. Ob die Form noch anhält? Foto: Luca Zennaro
Christopher Froome vom Team Sky will an seine Form von 2013 anknüpfen. Foto: Laurent Gillieron
4 von 8
Christopher Froome vom Team Sky will an seine Form von 2013 anknüpfen. Foto: Laurent Gillieron
Der Kolumbianer Nairo Quintana setzt auf die Hochgebirgsetappen. Foto: Jean-Christophe Bott
5 von 8
Der Kolumbianer Nairo Quintana setzt auf die Hochgebirgsetappen. Foto: Jean-Christophe Bott
Thibaut Pinot will wieder auf das Podium fahren. Foto: Jean-Christophe Bott
6 von 8
Thibaut Pinot will wieder auf das Podium fahren. Foto: Jean-Christophe Bott
Auch dem jungen Franzosen Romain Bardet (l) wird eine Überraschung zugetraut. Foto: Kim Ludbrook
7 von 8
Auch dem jungen Franzosen Romain Bardet (l) wird eine Überraschung zugetraut. Foto: Kim Ludbrook
Der frühere Mountainbiker Jean-Christophe Péraud (r) wird seinen zweiten Platz wohl nicht wiederholen können. Foto: Yoan Valat
8 von 8
Der frühere Mountainbiker Jean-Christophe Péraud (r) wird seinen zweiten Platz wohl nicht wiederholen können. Foto: Yoan Valat

102. Tour verspricht Spektakel - Vier Favoriten

Im vergangenen Jahr gab es bei der Tour de France die große Langeweile. Nach dem verletzungsbedingten Aus von Froome und Contador war der Weg für Nibali frei. In diesem Jahr könnte es dagegen zu einem spannenden Vierkampf um den Gesamtsieg kommen.

Berlin (dpa) - Es ist das Aufeinandertreffen der "Großen Vier". Wenn am 4. Juli die 102. Tour de France in Utrecht gestartet wird, verspricht der Kampf um den Gesamtsieg Spannung wie lange nicht.

Vorjahressieger Vincenzo Nibali, 2013-Champion Christopher Froome, Giro-Triumphator Alberto Contador und der kolumbianische Kletterspezialist Nairo Quintana stehen im Mittelpunkt der 3360 Kilometer langen Reise über Frankreichs Landstraßen. Aber auch die einheimischen Fahrer wie Thibaut Pinot, Romain Bardet oder Jean-Christophe Péraud wollen wie im Vorjahr wieder Glanzlichter setzen. Tourchef Christian Prudhomme sieht die "Zutaten für einen großen Kampf" gegeben.

VINCENZO NIBALI: Ginge es nach dem Radsport-Weltverband, wäre der Vorjahressieger mit seinem Skandal-Team Astana gar nicht dabei. Der Antrag auf Lizenzentzug wegen der vielen Dopingfälle in der kasachischen Mannschaft wurde aber abgewiesen. Die Ungewissheit um die Zukunft des Rennstalls war aber sicher nicht leistungsfördernd. So verlief das Jahr 2015 für Nibali nicht wunschgemäß. Sowohl beim Critérium du Dauphiné als auch davor bei der Tour de Romandie landete der Italiener deutlich hinter dem Briten Froome. Am Wochenende holte er bei den italienischen Meisterschaften seinen ersten Saisonsieg.

"Wir sind bereit", sagt sein Trainer Paolo Slongo und verweist nach harten Einheiten in den italienischen Dolomiten auf ähnlich gute Werte wie im Vorjahr. Da hatte er auch aufgrund des Verletzungspechs seiner Konkurrenten die Tour nach Belieben dominiert. Als einen Sieg zweiter Klasse sieht der "Hai von Messina" den Erfolg aber nicht an. Schließlich gewann er vier Etappen und wusste sich auf jedem Terrain zu behaupten.

Geburtsdatum: 14. November 1984 in Messina/Italien

Team: Astana (seit 2013), vorher: Liquigas (2006-2012), Fassa Bortolo (2005)

Größte Erfolge: Gesamtsieg Tour de France (2014), Gesamtsieg Giro d'Italia (2013), Gesamtsieg Vuelta (2010), 2. Platz Giro d'Italia (2011), 2. Platz Vuelta (2013), 3. Platz Tour de France (2012), 3. Platz Giro d'Italia (2010), vier Etappensiege Tour de France (alle 2014)

Tour-Starts: 4

Beste Tour-Platzierung: 1. (2014)

Tour-Platzierung 2014: 1.

CHRISTOPHER FROOME: Nach seinem bitteren Tour-Aus 2014 aufgrund eines Handgelenkbruches will Froome in diesem Jahr zurück auf den Thron. Und die Form stimmt. Beim Critérium du Dauphiné, der Generalprobe für die Frankreich-Rundfahrt, gewann der Sky-Kapitän zwei Etappen und die Gesamtwertung. "Das war aber noch nicht meine Bestform", betonte der Toursieger von 2013 und schickte eine Kampfansage an seine Rivalen: "Ich respektiere jeden, aber ich fürchte keinen."

Nahezu reibungslos verlief für Froome die bisherige Saison. Weniger Stürze, dafür gute Resultate seit seinem Saisonstart im Februar. Auch gibt es seit dem Abschied seines Team-internen Rivalen Bradley Wiggins vom Straßenradsport keine Diskussionen mehr über den Nummer-eins-Status bei Sky. Für die Tour ist alles auf den "weißen Kenianer" ausgerichtet.

Geburtsdatum: 20. Mai 1985 in Nairobi/Kenia (Nationalität: Großbritannien)

Team: Sky (seit 2010), vorher: Barloworld (2008-2009), Konica Minolta (2007)

Größte Erfolge: Gesamtsieg Tour de France (2013), 2. Platz Tour de France (2012), 2. Platz Vuelta (2011 und 2014), vier Etappensiege Tour de France (2012/2013), Olympia-Dritter im Einzelzeitfahren (2012), WM-Dritter im Teamzeitfahren (2013)

Tour-Starts: 4

Beste Tour-Platzierung: 1. (2013)

Tour-Platzierung 2014: ausgestiegen (Handgelenkbruch)

ALBERTO CONTADOR: Als erster Radprofi seit Marco Pantani 1998 will der Spanier das Double aus Giro d'Italia und Tour gewinnen. Teil eins seines Projekts hat er souverän geschafft, als er die Italien-Rundfahrt Ende Mai zum zweiten Mal gewann. Auch danach zeigte sich der Spanier, der schon sieben große Rundfahrten für sich entschied, weiter in starker Form. So gewann er bei seinem letzten Härtetest die Route du Sud vor Rivale Quintana.

"Es motiviert mich, wenn Leute sagen, dass das Giro-Tour-Double nicht zu schaffen ist", sagt Contador, der allerdings seit seinem positiven Dopingtest bei der Tour 2010 zumindest in Frankreich nicht mehr an alte Glanzleistungen herankam. Im vergangenen Jahr musste er wegen eines Schienbeinbruchs aufgeben.

Geburtsdatum: 6. Dezember 1982 in Madrid/Spanien

Team: Tinkoff-Saxo (seit 2011), vorher: Astana (2008-2010), Discovery Channel (2007), Liberty Seguros (2004-2006), ONCE (2003)

Größte Erfolge: Gesamtsieg Tour de France (2007 und 2009), Gesamtsieg Giro d'Italia (2008 und 2015), Gesamtsieg Vuelta (2008, 2012 und 2014), drei Etappensiege Tour de France (2007/2009), Nachwuchswertung Tour de France (2007)

Tour-Starts: 7

Beste Tour-Platzierung: 1. (2007 und 2009)

Tour-Platzierung 2014: ausgestiegen (Schienbeinbruch)

NAIRO QUINTANA: Der Kolumbianer ist die große Unbekannte. Nach der Tour de Romandie verschwand Quintana eineinhalb Monate von der Bildfläche. Der 25-Jährige zog sich zum Höhentrainingslager in seinen Heimatort Cómbita zurück. Dort lebt Quintana auf 2750 Metern Höhe, womit der Kletterspezialist auf natürliche Weise einen erhöhten Hämatokritwert vorweisen kann. Bei der Route du Sud belegte er zuletzt den zweiten Platz hinter Contador, was ihn nicht groß beunruhigt hat.

Quintanas Karriere verläuft seit einigen Jahren steil bergauf. 2013 wurde er bei der Tour Zweiter. Danach konzentrierte er sich auf den Giro d'Italia, den er im Vorjahr gewann. Einen möglichen Sieg bei der Vuelta 2014 verhinderten zwei Stürze.

Geburtsdatum: 4. Februar 1990 in Tunja/Kolumbien

Team: Movistar (seit 2012), vorher: Café de Colombia (2010-2011), Boyacà es Para Vivirla (2009)

Größte Erfolge: Gesamtsieg Giro d'Italia (2014), 2. Platz Tour de France (2013), ein Etappensieg Tour de France (2013), Nachwuchswertung Tour de France (2013)

Tour-Starts: 1

Beste Tour-Platzierung: 2. (2013)

Tour-Platzierung 2014: nicht teilgenommen

DIE FRANZOSEN: 2015 jährt sich der letzte französische Sieg durch Bernard Hinault zum 30. Mal. Hoffnung auf ein baldiges Ende der Durststrecke macht die junge französische Garde. Thibaut Pinot (25) und Romain Bardet (24) stehen für die Zukunft und sorgten schon im vergangenen Jahr mit Platz drei und sechs für Lichtblicke. Dazu war der frühere Mountainbiker Jean-Christophe Péraud auf Platz zwei gefahren, im Alter von 38 Jahren läuft die Zeit aber gegen ihn.

THIBAUT PINOT

Geburtsdatum: 29. Mai 1990 in Mélisey (Frankreich)

Team: FDJ (seit 2010)

Größte Erfolge: 3. Platz Tour de France (2014), ein Etappensieg Tour de France (2012), Nachwuchswertung Tour de France (2014)

Tour-Starts: 3

Beste Tour-Platzierung: 3. (2014)

Tour-Platzierung 2014: 3.

JEAN-CHRISTOPHE PÉRAUD

Geburtsdatum: 22. Mai 1977 in Toulouse (Frankreich)

Team: AG2R (seit 2011), vorher: Omega Pharma-Lotto (2010), davor: Mountainbike-Karriere

Größte Erfolge: 2. Platz Tour de France (2014), Mountainbike-Weltmeister in der Staffel (2008), Olympia-Zweiter im Mountainbike (2008)

Tour-Starts: 4

Beste Tour-Platzierung: 2. (2014)

Tour-Platzierung 2014: 2.

ROMAIN BARDET

Geburtsdatum: 9. November 1990 in Brioude (Frankreich)

Team: AG2R (seit 2012)

Größte Erfolge: 6. Platz Tour de France (2014)

Tour-Starts: 2

Beste Tour-Platzierung: 6. (2014)

Tour-Platzierung 2014: 6.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Das sind die Kandidaten für die Rosberg-Nachfolge bei Mercedes

München - Silly Season im Advent: Der Rücktritt von Weltmeister Nico Rosberg bei Mercedes kommt einem Erdbeben auf dem Fahrermarkt der Formel 1 gleich, das begehrteste …
Das sind die Kandidaten für die Rosberg-Nachfolge bei Mercedes

Argentiniens Davis-Cup-Held Del Potro krönt sein Comeback

Als "Turm von Tandil" gewann Del Potro einst die US Open. Es folgten lange Jahre des Leidens. Doch der Argentinier kehrte triumphal zurück und krönte sein Comeback nun …
Argentiniens Davis-Cup-Held Del Potro krönt sein Comeback

Nico Rosberg ist Formel-1-Weltmeister: Bilder aus Abu Dhabi

Abu Dhabi - Nico Rosberg hat seinen "Kindheitstraum" wahr werden lassen und sich erstmals zum Weltmeister der Formel 1 gekrönt.
Nico Rosberg ist Formel-1-Weltmeister: Bilder aus Abu Dhabi

Traumhafter Weltcup-Auftakt für deutsche Rodler

Besser hätte es nicht laufen können: Deutschlands erfolgsverwöhnte Rodler belegen zum Weltcup-Auftakt in Winterberg alle Podestplätze. "Perfekt, einfach perfekt", sagt …
Traumhafter Weltcup-Auftakt für deutsche Rodler

Kommentare