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Keine Rückendeckung für die Sportführung: Gerhard Mayrhofer sieht akuten Handlungsbedarf.

Keine Rückendeckung für die Sportführung

Mayrhofer: "Es besteht Handlungsbedarf"

München - Löwen Präsident Gerhard Mayerhofer spricht Tacheles: Bei der Krisensitzung bei 1860 stellt er klar, dass er  zu einer Rückendeckung für die Sportführung nicht bereit ist.

Da war sie, die Grundstimmung, die beim TSV 1860 so gefürchtet ist und schon seit Jahren beklagt wird – der Löwen-Blues. Dieses bedrückende, von Traurigkeit und Frust durchtränkte Gefühl. Die Nebelschwaden hingen gestern noch am grauen Morgenhimmel, als die ersten zerknirschten Gesichter auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114 auftauchten. Und in der Geschäftsstelle widmete sich das Präsidium unterdessen sorgenvoll der aktuellen Krise, der Abstiegsgefahr. Vor diesem Hintergrund klang es durchaus unheilschwanger, als Präsident Gerhard Mayrhofer im Gespräch mit unserer Zeitung verlauten ließ: „Die Lage ist sehr ernst. Natürlich besteht Handlungsbedarf. Uns ist allen klar, dass wir nicht so weitermachen können.“

Schon seit Montagabend zerbrechen sich die Vereinsoberen die Köpfe, wie denn der so bedrohliche Abwärtstrend endlich gestoppt werden könnte. Nach der Gruselpartie gegen Heidenheim (1:2) lässt das Zweitliga-Tabellenbild endgültig keinen anderen Schluss mehr zu, als dass die Sechziger am Abgrund stehen. 16. sind sie derzeit, punktgleich mit Schlusslicht FC St. Pauli.

Wohl nicht von ungefähr ließ Mayrhofer gestern durchblicken, dass nun auch die sportlichen Führungsämter bei 1860 massiv hinterfragt werden. Auf den Hinweis, dass Coach Markus von Ahlen nun im Kreuzfeuer der Kritik stehe, sagte der Oberlöwe nur: „Das ist bei einem Trainer in dieser Situation üblich.“ Nicht die geringste Bereitschaft zur Rückendeckung war da noch herauszuhören. Was bei der bisherigen Bilanz des Schreckens, die der 43-Jährige vorzuweisen hat, auch nicht verwundert: 13 Spiele, 8 Niederlagen, nur 3 Siege – kein Zweifel: von Ahlen fehlen die sportlichen Argumente. Umso mehr, als die Löwen bei der Heimpleite gegen Heidenheim in der zweiten Hälfte nur noch Panik-Fußball zu bieten hatten.

Auf die am Montagabend in den 1860-Reihen um sich greifende Konfusion angesprochen, meinte Mayrhofer: „Das ist uns nicht entgangen.“ Wobei er ergänzte: „Es ist auch keinem entgangen, dass wir in dieser Saison erst ein einziges Mal in der Allianz Arena gewonnen haben.“

Doch nicht nur Trainer von Ahlen scheint gewaltig zu wackeln. Auch Gerhard Poschner, der Geschäftsführer Sport, ist inzwischen mehr als umstritten. Schließlich hat er mit seiner Transferpolitik (insgesamt 13 Neuzugänge im letzten halben Jahr) jenen radikalen Umbruch herbeigeführt, der bislang keinerlei Früchte trug. Wie aus informierten Kreisen verlautete, hielt bislang Noor Basha, der einflussreiche Stellvertreter des Investors Hasan Ismaik, seine schützende Hand über den Sportdirektor. Das Dauertief könnte aber auch den Jordanier dazu veranlassen, an Poschner schwer zu zweifeln. Jedenfalls ist der 45-Jährige mittlerweile gewaltig unter Beschuss geraten: nicht zuletzt in den Medien und den Fan-Foren. Mayrhofer dazu: „Das kann ich nachvollziehen.“ Auch das klang nicht unbedingt nach einer Jobgarantie.

Gestern sind noch keine Konsequenzen der Krisengespräche beim Fußball-Zweitligisten bekannt geworden. Mayrhofer scheint aber mit der Geduld am Ende zu sein. Sein Kommentar zur offenbar schwierigen Entscheidungsfindung: „Wir wissen, dass wir nicht viel Zeit haben.“

Armin Gibis

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