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Benedikt Doll (r.) bei der Siegerehrung.

Überraschendes Resultat

Biathlon: Doll erstmals auf dem Podest

Chanty-Mansijsk - Biathlet Benedikt Doll (Breitnau) ist im letzten Weltcup-Sprint der Saison überraschend auf das Podest gestürmt.

Der 24-Jährige belegte über 10 km im russischen Chanty-Mansijsk trotz einer Strafrunde den dritten Platz und feierte damit das beste Ergebnis seiner Karriere.

Einmal mehr nicht zu schlagen war der Gesamtweltcup-Führende Martin Fourcade (Frankreich), der ohne Fehlschuss blieb und sich mit seinem achten Saisonsieg die kleine Kristallkugel sicherte. Rang zwei ging an den Russen Anton Schipulin (+13,0 Sekunden), Doll lag 18,3 Sekunden hinter Fourcade.

„Ich konnte auf der Strecke richtig Gas geben, die Ski gingen ab wie eine Rakete. Auf einmal stehe ich dann auf dem Podest“, sagte Doll in das ARD-Mikrofon.

Pfeiffer ebenfalls in der Top 10

Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/2) gelang als Sechster ebenso wie Johannes Kühn (Reit im Winkl/1) als Zehnter der Sprung in die Top 10. Daniel Böhm (Buntenbock/1) direkt dahinter, Simon Schempp (Uhingen/2) als 16. sowie Verfolgungs-Weltmeister Erik Lesser (Frankenhain/2) als 26. gelang dies nicht.

„Jeder im Team kann die Kohlen aus dem Feuer holen. Heute war ich derjenige. Das nächste Mal ist jemand anders dran. Das macht ein gutes Team aus“, sagte Doll. Der Ur-Ur-Enkel von Prof. Franz Kohlhepp, dem Mitbegründer des Deutschen Skiverbandes, hatte schon bei der WM mit Leistung überzeugt.

„Eigentlich hätte ich als Hinterzartener ja Skispringer werden müssen. Das wäre um einiges einfacher gewesen, weil man doch alles vor Ort hat“, erinnerte er sich an seine Anfänge. „Beim Biathlon musste ich immer zwei Mal die Woche 45 Minuten fahren, als ich noch klein war“, erzählte er. Nun trainiert Doll als Feldwebel in der Sportfördergruppe in Oberhof bei Kirchner. Beim Weltcup im Januar in der neuen Heimat schaffte der Mann von der Skizunft Breitnau mit zwei achten Plätzen auf Anhieb die WM-Norm. „Ich weiß jetzt, woran ich arbeiten muss für die neue Saison“, sagt Doll.

Lob und Umarmung vom Bundestrainer 

Ehe sich der Schwarzwälder am Donnerstag in Chanty-Mansijsk auf den Weg zur Siegerehrung machte, gab es von Bundestrainer Mark Kirchner eine herzliche Umarmung vor laufender TV-Kamera. „Das hat er sensationell gut gemacht. Er war schon ein paar Mal knapp dran, auch bei der WM“, sagte der Männer-Coach wenig später in der ARD.

Fortgesetzt wird der letzte Weltcup der Saison am Freitag mit dem Sprint der Frauen (14.00 Uhr). Am Wochenende stehen dann noch die Verfolgungen (Samstag) und die Massenstarts (Sonntag) auf dem Programm.

SID/dpa

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