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Für Magdalena Neuner ist Biathlon längst nicht mehr der Mittelpunkt ihres Lebens.

Biathlon-Rekordweltmeisterin

Trainerin Neuner? "Da muss ich viele enttäuschen"

Ruhpolding - Die zurückgetretene Biathlon-Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat weiterhin kein Interesse an einer hauptberuflichen Trainerkarriere.

„Da muss ich wohl viele enttäuschen. Das ist überhaupt nicht der Weg, den ich mir für meine Zukunft vorstelle“, sagte die 27-Jährige aus Wallgau am Rande des Heim-Weltcups im bayerischen Ruhpolding. Neuner werde ihre Erfahrung „vielleicht mal an Kinder und Jugendliche weitergeben. Die Gelegenheit gibt es sicher, aber das wird dann in meiner Freizeit passieren“, betonte sie.

Einen Drang, ins Weltcup-Geschäft zurückzukehren, verspürt die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver jedoch keineswegs. „Das möchte ich nicht. Ich habe mich ganz bewusst 2012 verabschiedet, um etwas anderes zu machen. Mein Leben dreht sich nicht mehr nur um Biathlon, es gibt andere Themen, die mir viel wichtiger sind“, betonte Neuner.

Die zwölfmalige Weltmeisterin wurde nach ihrem Rücktritt vor knapp drei Jahren im Mai 2014 erstmals Mutter. Seitdem steht Tochter Verena Anna im Mittelpunkt, auch ein Comeback als Aktive kommt für Neuner deswegen nicht in Frage. „Umso länger das her ist, umso weniger habe ich das Gefühl, da mitlaufen zu müssen. Das ist alles schon ein bisschen weit weg“, sagte Neuner.

Nach den jüngsten Dopingenthüllungen im Biathlonfürchtet Neuner einen Generalverdacht gegen die gesamte Sportart. „Für die Sportler, die wirklich sauber sind, ist es umso ärgerlicher und schlimmer, weil wieder ein Generalverdacht aufkommt“, sagte Neuner am Rande des Heim-Weltcups in Ruhpolding: „Das ist unheimlich unfair und tut mir richtig in der Seele weh, weil man sich als Sportler nicht dagegen wehren kann.“

Zuletzt waren der ehemalige ukrainische Biathlet Sergej Sednew und der Russe Alexander Loginow unter der Woche vom Weltverband IBU nachträglich des Dopings überführt worden. Für Neuner sei es „furchtbar, dass man immer noch Leute findet, die tatsächlich dopen, obwohl das Kontrollsystem schon so gut ist. Man denkt eigentlich, dass es einen sauberen Sport gibt. Gefühlt kommt aber trotzdem schon fast jede Woche jemand daher, der wieder auffliegt“.

Obwohl Neuner bereits vor knapp drei Jahren zurückgetreten ist, beschäftigen sie die Dopingfälle auch aus der Ferne. „Da schlägt schon noch das Athletenherz in mir, und da kriegt man schon ein bisschen Ärger auf die Sportler, die sich irgendwelche Dinge einschmeißen“, sagte die 27-Jährige aus Wallgau.

sid

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