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Arnd Peiffer ist schwer gestürzt.

Preuß verbessert sich

Biathlon: Peiffer stürzt schwer - "Schnee voller Blut"

Presque Isle - Verfolgungs-Weltmeister Erik Lesser (Frankenhain) hat beim Biathlon-Weltcup in Presque Isle/USA seine große Podest-Chance am Schießstand verspielt.

Arnd Peiffer saß völlig benommen im blutgetränkten Schnee, der Schock nach seinem fürchterlichen Sturz steckte allen Beteiligten tief in den Knochen. „Ich war richtig schockiert, wie er da lag. Der Schnee war voller Blut“, sagte Andreas Stitzl, Co-Trainer der deutschen Biathleten: „Ich kann noch nichts Genaueres sagen. Aber hoffen wir das Beste.“ Die ARD berichtete zunächst von einer Gehirnerschütterung.

Stitzl war als Erster zur Unfallstelle geeilt - und er musste Grausames gesehen haben. Peiffer, 28 Jahre alt und auf den Skiern einer der Besten, war beim Weltcup in Presque Isle/USA kopfüber gegen einen Baum gekracht, nachdem er bei einer der zahlreichen rasanten Abfahrten weit aus einer Kurve getragen worden war, ins Straucheln geriet und die Balance verlor. Die Streckenbegrenzungen und der leicht gepolsterte Baum verhinderten womöglich schwerste Verletzungen.

„Es war das Wichtigste, dass wir erstmal seinen Kopf stabilisiert haben. Ich habe Erste Hilfe geleistet, damit er versorgt ist“, sagte Stitzl in der ARD. Der Coach sprach später von Wunden „in der Mundgegend und mit Sicherheit auch an der Stirn.“

Als sich Peiffer von selbst aufgerappelt hatte, durfte man zunächst auf leichte Blessuren hoffen. Dann allerdings legte der Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes (DSV), Klaus Marquardt, seinem Schützling eine Halskrause an, Peiffer wurde auf eine Trage vom Unfallort abtransportiert und für eingehende Untersuchungen in ein naheliegendes Krankenhaus gebracht.

Sieg von Fourcade nebensächlich

Vollkommen unter ging angesichts der dramatischen Umstände der sportliche Aspekt. Beim Sieg des französischen Gesamtweltcup-Führenden Martin Fourcade (Frankreich) lief Benedikt Doll als bester Deutscher auf den zwölften Rang. Direkt dahinter landete Verfolgungs-Weltmeister Erik Lesser, der als Sprint-Vierter aussichtsreich ins Rennen gegangen war und eigentlich den Angriff auf das Podium angestrebt hatte.

Am Freitag kam Lesser im äußersten Nordosten der Vereinigten Staaten wie erhofft gut ins Rennen. Die ersten zehn Scheiben räumte er liegend ohne Probleme ab, nach dem zweiten Schießen lag er auch deshalb bereits auf dem dritten Rang.

Beim dritten Anschlag, vom Thüringer „für die Endplatzierung entscheidend“ eingestuft, schoss er aber gleich zweimal daneben. Mit einer guten Einlage zum Abschluss wäre der Angriff auf das Podium noch möglich gewesen - aber der Schuss ging mit drei weiteren Fehlern buchstäblich nach hinten los.

Lesser fiel zurück, zwischenzeitlich rauschte sogar Peiffer an ihm vorbei. Dann stürzte Peiffer, Lesser kam abgeschlagen ins Ziel und war in Gedanken bei seinem Teamkollegen.

Der wird am Samstag (20.20 Uhr/ARD) angesichts der Ereignisse nicht am Staffelrennen teilnehmen. Im Wettbewerb über 4x7,5 km gehört das DSV-Quartett als amtierender Weltmeister zwar auch ohne Peiffer und den erkrankten Vorzeigeläufer Simon Schempp zu den Mitfavoriten. Aber das spielte am Freitag keine Rolle.

Preuß nach Aufholjagd Verfolgungs-14.

Biathletin Franziska Preuß (Haag) hat beim Weltcup in Presque Isle/USA im Verfolgungsrennen trotz einer furiosen Aufholjagd die Top Ten verpasst. Über 10 km lief die 21-Jährige nach zwei Schießfehlern als beste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV) auf den 14. Platz und verbesserte sich damit um 22 Positionen.

Wie im Sprint siegte selbst mit drei Schießfehlern die tschechische Gesamtweltcup-Führende Gabriela Soukalova. Im Ziel lag sie 34,0 Sekunden vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen, die ebenfalls drei Strafrunden drehen musste, und der Französin Marin Dorin Habert (5/+38,8).

„Franzi hat für sich ein gutes Ergebnis gemacht“, sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig der ARD: „Bei den anderen haben wir auch erwartet, dass sie sich nach vorne wursteln.“ Es gelang jedoch nicht.

Luise Kummer (Frankenhain/5) landete auf dem 35. Platz, Miriam Gössner (Garmisch) nach einer katastrophalen Schießleistung mit acht Fehlern auf Rang 41 direkt vor Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld/3).

So sehen Sie die Biathlon-WM 2016 in Oslo live im TV und im Stream.

sid

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