Simon Schempp
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Der deutsche Biathlet Simon Schempp.

Fourcade siegt

Biathlon-WM: Simon Schempp im Einzel auf Rang 8

Kontiolahti - Die deutschen Biathleten haben bei der Weltmeisterschaft in Kontilahti im Einzel über 20 Kilometer die Medaillenränge verpasst. Simon Schempp wurde Achter im WM-Einzel.

Gut, aber diesmal nicht gut genug: Vier Tage nach dem phänomenalen Verfolgungs-Gold von Erik Lesser haben die deutschen Biathleten bei der Weltmeisterschaft in Kontiolahti im Einzel den nächsten Medaillen-Coup verpasst. Im Klassiker über 20 Kilometer lief Simon Schempp am Donnerstagabend als bester des deutschen Quartetts auf Rang acht, rehabilitierte sich damit aber wenigstens für sein Sprint-Debakel. Doch weil er ebenso wie der Olympia-Zweite Erik Lesser, Daniel Böhm und Arnd Peiffer am Schießstand nicht fehlerfrei durchkam, blieb ihm seine erste WM-Einzel-Medaille verwehrt. Bei einem Fehler weniger hätte Schempp Silber gewonnen.

Beim Sieg des Franzosen Martin Fourcade, der seinen Titel vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen und Ondrej Moravec aus Tschechien verteidigte, lief Daniel Böhm (2 Fehler) auf Rang elf. Lesser (1) musste sich diesmal mit Rang 18 zufriedengeben. Arnd Peiffer kam nach drei Strafminuten als 22. ins Ziel.

„Ich bin nach dem Sprintergebnis mit wenig Selbstbewusstsein ins Rennen gegangen. Es ist ein guter Schritt nach vorne. Das freut mich sehr“, resümierte Schempp trotz der verpassten Medaille. Der dreimalige Saisonsieger hatte im Sprint nach sieben Fehlern als 77. maßlos enttäuscht und dadurch auch die Qualifikation für das Jagdrennen verpasst. Nun leistete sich Schempp an der „Bärenbucht“ unweit des Höytiäinen-Sees trotz beherrschbaren Windes zwei Fehler. Dieses Handicap konnte er auch nicht durch die drittbeste Laufzeit kompensieren.

Dennoch sammelte er Selbstvertrauen für die Staffel am Samstag und den abschließenden Massenstart tags darauf. „Gerade läuferisch passt die Form. Es war ein wichtiger Wettkampf, um auch wieder Selbstvertrauen zu tanken für die nächsten zwei Wettkämpfe“, meinte Schempp.

Lesser schüttelte derweil im Ziel enttäuscht den Kopf und haderte mit sich. Denn in seinem Lieblingsrennen wollte er in den Medaillenkampf eingreifen, trotz nur eines Fehlers reichte es deutlich nicht. „Läuferisch habe ich über die Ohren gekriegt. Heute war ich nicht Herr meiner Ski“, monierte der Thüringer. „Mit so einer desolaten Laufleistung in die Top 20, ist aber doch ganz ok.“

Auch für Böhm war mehr drin, aber durch einen Fehler beim letzten Schießen vermasselte er sich wie sein Oberhofer WG-Kumpel Arnd Peiffer ein Ergebnis unter den Top Ten. „Der Fehler hat wehgetan, wenn ich sehe, was ohne den Fehler möglich gewesen wäre.“ Auch Peiffer haderte mit sich: „Ich konnte es beim letzten Schießen nicht hinbekommen, da habe ich mich selbst verflucht. Aber man muss lernen, mit den Rückschlägen umzugehen. Aber heute hätte ich mir ein Erfolgserlebnis gewünscht.“

Somit bleibt Sven Fischer letzter deutscher Einzel-Weltmeister, als er 1999 vor Ricco Groß gewann. Die letzte Einzel-Medaille gewann 2007 Michael Greis mit Silber.

Jetzt wollen die deutschen Männer am Samstag in der Staffel wieder auf das Podium. „Wir sind Mininum ein Medaillenkandidat. Gold könnte schon drin sein“, sagte Lesser.

Zuvor wollen am Freitag Franziska Hildebrand, Franziska Preuß, Vanessa Hinz und Laura Dahlmeier in der Staffel eine WM-Medaille gewinnen. Nach zwei Saisonsiegen gehören sie zu den Mitfavoritinnen.

dpa

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