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Andreas Birnbacher (Archivfoto).

Fourcade gewinnt Massenstart

Birnbacher schafft Olympia-Norm

Oberhof - Biathlet Andreas Birnbacher hat zum Abschluss des Heim-Weltcups in Oberhof die Olympia-Norm geknackt.

Keine Podestplatzierungen, die Medaillenkandidaten noch nicht in Top-Form und das Olympia-Aus für Miriam Gössner: Knapp fünf Wochen vor den Winterspielen in Sotschi hat auch der Heim-Weltcup in Oberhof den deutschen Biathleten viel Kopfschmerzen bereitet. Dank Andreas Birnbachers viertem Platz am Schlusstag schöpften die erfolgsverwöhnten Skijäger aber immerhin ein wenig Mut.

„Ich sehe nicht nur den vierten Rang. Ich sehe vor allem, dass wir in Sichtkontakt zu den ersten Plätzen sind. Das war wichtig - natürlich muss für einen Sieg aber alles passen“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang nach Birnbachers erfreulicher Vorstellung.

Der 32-Jährige aus Schleching, der in dieser Saison bislang seine Bestform gesucht hatte, kann sich nach der endlich geknackten Olympia-Form nun ganz entspannt auf den Saisonhöhepunkt vorbereiten. „Das Rennen war brutal hart, aber vor allem für meinen Kopf sehr wichtig“, sagte Birnbacher der ARD. Mit dem erfreulichen Schlusspunkt habe er nicht mehr gerechnet, auch wenn „ich gewusst habe, dass die Form dafür da ist.“

Für die Spitzenpositionen reicht es dennoch (noch) nicht. Birnbacher und Co. dürften trotz leicht ansteigender Tendenz auch in Sotschi einen Sahnetag benötigen, um die überragenden Dominatoren Martin Fourcade (Frankreich) und Emil Hegle Svendsen (Norwegen) in Bredouille zu bringen.

Ähnlich verhält es sich bei den Frauen, wo im Biathlon-Mekka von Oberhof sportlich allerhöchstens Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) in den Vordergrund drängte. Ob die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin, die bei ihrem ersten Biathlon-Auftritt im Thüringer Wald erst die vom DOSB geforderte Norm knackte, aber bei den Olympischen Spielen (7. bis 23. Februar) zumindest zum erweiterten Favoritenkreis gehören wird, bleibt zu bezweifeln. Sei es drum.

„Ich bin jetzt wirklich glücklich, da ich in den letzten Wochen viel gezweifelt habe“, sagte sie nach zwei siebten Plätzen sowohl im Sprint als auch in der Verfolgung. Vor allem ihre läuferische Verfassung machte mit Blick auf die Winterspiele zumindest ein bisschen Mut. „Ich bin locker an die Sache rangegangen, und habe mir gesagt: Wenn es nicht klappt, bleibe ich eben daheim. Es hat richtig Spaß gemacht.“

So war es Gössner abseits der Loipen vorbehalten, für die größten Emotionen zu sorgen. „Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht nach Sotschi reisen werde, und versuche stattdessen, gesund zu werden“, sagte die 23-Jährige aus Garmisch völlig aufgelöst und unter Tränen.

Während unmittelbar nach der bitteren, aber logischen Entscheidung die Biathlon-Szene mit Gössner fühlte, wollte sie selbst vom Sport Abstand gewinnen und sich auf ihre vollständige Genesung konzentrieren. „Wann ich zurückkomme, ist derzeit völlig offen. Im Vordergrund steht jetzt, dass mit dem Rücken wieder alles gut wird“, sagte sie.

dpa

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