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Schon zum zweiten Mal in diesem Winter gelang unterdessen Judith Hesse der Sprung auf das Podium.

Claudia Pechstein dicht am Podest

Hesse jubelt - Ihle trauert

Heerenveen - Claudia Pechstein pirscht sich auch über 3000 Meter immer näher an das Siegerpodest heran. In Heerenveen fehlte ihr nur eine Sekunde zu Platz drei. Judith Hesse gelang der Sprung auf das Podium.

Die letzten Schritte fielen ihr schwer, doch die Formkurve zeigt nach oben. Nach den Rängen sieben in Obihiro und sechs in Berlin hat Claudia Pechstein am Freitag in Heerenveen auf Rang fünf das Siegerpodest über 3000 Meter nur knapp verpasst. Zum Auftakt der vierten Weltcup-Station der Eisschnellläufer im niederländischen Eislauf-Mekka fehlten der 42 Jahre alten Berlinerin in 4:07,16 Minuten nur 1,21 Sekunden zum dritten Platz.

Schon zum zweiten Mal in diesem Winter gelang unterdessen Judith Hesse der Sprung auf das Podium. Die 32 Jahre alte Thüringerin kam in 37,88 Sekunden auf Platz drei hinter Seriensiegerin Lee Sang-Hwa aus Südkorea (37,69) und der Japanerin Nao Kodaira (37,70). Hingegen verschenkte Nico Ihle eine Wiederholung seines 1000-Meter-Sieges von Berlin durch einen Fehlstart über 500 Meter. Doch auch die Herren trugen zur deutschen Erfolgsbilanz bei, in dem sie die Qualifikation für den Teamlauf bei der WM an gleicher Stelle schafften.

Freudig reckte Judith Hesse im Ziel ihren Finger in die Luft. Die gleiche Platzierung war ihr bereits vor drei Wochen in Seoul gelungen, in der Gesamtwertung rückte sie auf Platz vier vor. „Ich fühle mich gut und hoffe nun, bei der WM ebenso erfolgreich abzuschneiden“, meinte die Erfurterin nach ihrer zweitschnellsten Zeit auf einer europäischen Bahn.

Fröhlich schaute auch Claudia Pechstein drein. „Ich habe heut' mal probiert, schneller anzugehen, normalerweise mache ich mehr über das Gleichmaß“, meinte sie. „Mein Ziel war es heute, meine direkte Gegnerin Jorien Voorhuis in die Schranken zu weisen. Das ist gelungen, daher bin ich mit mir zufrieden“, fügte sie hinzu.

In der Gesamtwertung auf den Langstrecken behauptet die fünfmalige Olympiasiegerin hinter der Tschechin Martina Sablikova (330 Punkte) und der Niederländerin Ireen Wüst (280) mit 235 Zählern den dritten Platz. „Das war die richtige Taktik. Sie ist offensiv angegangen, auch wenn am Ende ein paar Körner gefehlt haben. Insgesamt ein besserer Lauf als in Berlin“, urteilte Cheftrainer Markus Eicher. Erstmals in diesem Winter setzte sich Sablikova in 4:02,84 Minuten ausgerechnet in der Thialf-Halle gegen die niederländische Streitmacht durch. Im direkten Duell bezwang sie Olympiasiegerin Wüst.

Sauer war Nico Ihle nach seiner Disqualifikation. „Das ist ärgerlich. Es ist ungewohnt, so frisch vom Eis zu gehen“, meinte er nach seinem Aussetzer. „Ich wollte Druck machen, und da kam die Bewegung, die zum Fehlstart führte“, bedauerte der Chemnitzer. „Sehr schade für ihn, er war so gut drauf“, meinte der traurig dreinblickende Eicher.

Seine Miene hellte sich auf, als die mühevolle Qualifikation des Herren-Trios für die WM an gleicher Stelle perfekt war. Patrick Beckert, Alexej Baumgärtner und Marco Weber schoben sich gerade noch ins WM-Feld der acht Teams, ihnen reichte ein siebter Platz. Zwar sind die Deutschen in der Weltcup-Gesamtwertung nur Neunter, doch für die WM qualifizieren sich die ersten Sechs dieser Wertung und die zwei zeitschnellsten Teams. In 3:48,23 Minuten gelang es den Deutschen, die im Ranking vor ihnen platzierten Japaner aus den WM-Rängen zu drängen. Das Rennen gewann Südkorea in 3:44,57 Minuten vor den ohne Superstar Sven Kramer laufenden Niederländern.

dpa

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