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Laura Dahlmeier hat am Mittwoch einen Podestplatz verpasst.

Ihre drei Teamkolleginnen auch

Biathlon-WM: Dahlmeier verpasst Medaille im Einzel

Kontiolahti - Nach Silber in der Verfolgung ist für Laura Dahlmeier bei der Biathlon-WM in Kontiolahti alles Weitere eine Zugabe. Doch im Einzel verpasste sie wie ihre Teamkolleginnen das Podest.

Die deutschen Biathletinnen sind bei der Weltmeisterschaft in Kontiolahti im Einzel über 15 Kilometer leer ausgegangen. Drei Tage nach Silber in der Verfolgung lieferte Laura Dahlmeier am Mittwoch in dem Klassiker als Sechste zwar erneut eine starke Leistung. Aber zwei Strafminuten konnte die 21-Jährige trotz einer überragenden Laufleistung nicht kompensieren. „Leider waren zwei Fehler bei so einem schießlastigen Wettkampf zu viel. Das ist natürlich schade und ärgerlich. Aber trotzdem bin ich mit dem Ergebnis auf alle Fälle zufrieden“, sagte Dahlmeier, die bei einem Treffer mehr sogar Gold hätte holen können.

Den Sieg sicherte sich die Russin Jekaterina Jurjewa, die als einzige der 105 Starterinnen fehlerfrei blieb, vor der lange führenden Tschechin Gabriela Soukalova und Kaisa Mäkäräinen, die dem WM-Gastgeber die erste Medaille bescherte.

Insgesamt leisteten sich die Schützlinge von Bundestrainer Gerald Hönig elf Fehler. Franziska Hildebrand kassierte zwei Strafminuten und wurde Zehnte (2:22,5 Minuten). Luise Kummer lieferte kam in ihrem ersten WM-Einzelrennen als 25. ins Ziel (+ 3:55,9 Minuten), Vanessa Hinz landete auf Rang 44 (5/+ 5:20,4 Minuten). Als letzte Deutsche hatte Kati Wilhelm 2009 in Pyeongchang den WM-Titel in dem Biathlon-Klassiker geholt.

Dennoch war Hönig nicht unzufrieden: „Mit dem Ergebnis kann man mannschaftlich ganz gut leben. Man sieht, dass man sich keinen Fehler mehr erlauben kann. Ein Fehler weniger, dann wäre die Medaille drin gewesen, sogar der Sieg. Aber das können viele von sich behaupten.“

Drei Tage nach Silber in der Verfolgung war Dahlmeier mit guten Chancen ins Rennen gegangen, erste deutsche Weltmeisterin seit Neuner 2012 (Sprint) zu werden. Neuner hatte vor dem Rennen mit einer Videobotschaft in der ARD ihrer früheren Trainingskollegin noch viel Glück gewünscht und zum WM-Silber gratuliert.

Doch das Daumendrücken vom deutschen Biathlon-Star a.D. half diesmal nicht: Denn Dahlmeier, mit 91 Prozent die beste Schützin im Weltcup, patzte am Schießstand in den ersten beiden Einlagen zweimal. Und das obwohl sich die zuvor rausgegebene Unwetterwarnung unweit des Höytiäinen-Sees zum Glück nicht bewahrheitete und der berüchtigte Wind von Kontiolahti nicht wie in den Rennen zuvor zum Zünglein an der Waage wurde.

Obwohl Dahlmeier danach fehlerfrei blieb und als Zweitschnellste hinter Kaisa Mäkäräinen erneut eine überragende Laufleistung ablieferte, war die Hypothek der Strafminuten zu groß: „Ich wollte wieder gut schießen, das ist mir nicht ganz gelungen. Aber läuferisch war es wieder sehr gut.“

Auch für Franziska Hildebrand, die als Weltcup-Vierte der Einzelwertung ins Rennen gegangen war und wie Dahlmeier eine sehr gute Schützin ist, war nach ihren zwei Fehlern das Medaillen-Rennen gelaufen, ehe die letzten Starterinnen ins Ziel gekommen waren. „Es war ein ordentliches Rennen, aber gleich mit einem Fehler einzusteigen, hatte ich mir auch anders vorgestellt“, sagte Hildebrand.

Die Französin Marie Dorin Habert, Doppel-Weltmeisterin von Kontiolathi, hatte auf einen Start verzichtet. Die junge Mutter wollte sich für den Staffel-Wettbewerb am Freitag und den Massenstart am Sonntag schonen. Der deutsche Bundestrainer Gerald Hönig verordnete Geburtstagskind Franziska Preuß im kräftezehrenden Einzel eine Pause.

Angeführt von Verfolgungsweltmeister Erik Lesser greifen am Donnerstag zudem Simon Schempp, Arnd Peiffer und Daniel Böhm im Einzel nach den Medaillen. Vor allem der vor der WM als großer Mitfavorit gehandelte Schempp will nach dem Sprint-Debakel mit Rang 77 und dem Verpassen des Verfolgers etwas gut machen.

dpa

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