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Laura Dahlmeier war als Fünfte in der Verfolgung beste Deutsche.

Biathlon

Domratschewa gewinnt Verfolgung - Dahlmeier Fünfte

Pokljuka - Die deutschen Biathletinnen haben beim Weltcup in Pokljuka erneut mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung überzeugt.

Rückkehrerin Laura Dahlmeier war in einem starken Frauenteam die beste Deutsche, bei den Männern hatte dagegen selbst Überflieger Simon Schempp diesmal keine Chance: Die deutschen Biathleten haben am Samstag in den Verfolgungsrennen von Pokljuka Licht und Schatten erlebt. Die 21-jährige Dahlmeier, die nach schwerer Fußverletzung in Slowenien ihr Comeback gibt, verbuchte dabei für den Deutschen Skiverband (DSV) am Samstag als Fünfte das einzige Top-Resultat.

„Auf der Strecke war es nicht so locker, und ich dachte, dass es ein richtig schwieriges Rennen werden würde. Über Platz fünf bin ich froh und superhappy“, sagte Dahlmeier in der ARD. Wie schon im Sprint zeigte die Partenkirchenerin beim Sieg der Weißrussin Darja Domratschewa die ansprechendste Leistung, erfüllte fast mühelos die interne WM-Norm und tankte Selbstvertrauen für den Massenstart am Sonntag: „Da will ich angreifen. Ich denke, es wird wieder über das Schießen entschieden“, sagte sie.

Traditionell eine Stärke der ehemaligen Juniorenweltmeisterin, die im Verfolger nur eine Fahrkarte schoss und sich nach dem Bänderriss am rechten Sprunggelenk und einer Knochenquetschung noch gar nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte befindet. In Slowenien absolvierte sie deshalb die ersten Weltcup-Rennen der Saison, „und der Fuß muss noch weiter ausheilen. Aber ich glaube, ich bin auf einem guten Weg“, berichtete Dahlmeier.

Ein anderer Youngster sorgte wenig später bei den Männern für den einzigen Lichtblick. Weil der bislang so starke Schempp patzte und beim Sieg des Norwegers Emil Hegle Svendsen nur 19. wurde, sprang Johannes Kühn in die Bresche. Der 23-Jährige aus Reit im Winkl verbesserte sich dank einer fehlerfreien Schießleistung vom 37. auf den 13. Rang. Die halbe WM-Norm war die Belohnung für das beste Weltcup-Resultat, das Kühn jemals verbucht hatte.

„Wer mir das vor der Saison gesagt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt“, sagte Kühn, der zum ersten Mal überhaupt fehlerfrei blieb. Am Schießen habe er im Sommer intensiv gearbeitet, von einer „tadellosen und sehr guten Leistung“ sprach dann auch Männer-Bundestrainer Mark Kirchner.

Während bei den deutschen Männern einzig Kühn glänzte, überzeugten die Frauen, angeführt von der starken Dahlmeier, auch als Team. „Alle vier haben sich verbessert, Laura dazu in den Top 5. Das ist toll“, sagte die inzwischen zurückgetretene Altmeisterin Andrea Henkel. Vanessa Hinz (11.), Franziska Hildebrand (13.) und Franziska Preuß (19.) rundeten das gute DSV-Ergebnis ab - an Dahlmeier kamen sie allerdings nicht ran.

Wo Dahlmeier sich bereits wieder befindet, will auch Miriam Gössner nach ihrer schweren Rückenverletzung wieder hin - in Pokljuka gelang ihr das aber (noch) nicht. Die 24-Jährige hatte als Sprint-70. die Verfolgung der besten 60 Athletinnen ebenso verpasst wie Arnd Peiffer, der bei den Männern nur 64. geworden war.

Weil sich beide dadurch nicht unter den besten 25 des Weltcups befinden und auch nicht zu den fünf besten Athleten in Pokljuka gehören, werden sie zudem am Sonntag fehlen. Dann kämpfen zunächst die Frauen (11.30 Uhr) und dann die Männer (13.30 Uhr) im ersten Massenstart des nacholympischen Winters um den Sieg.

sid

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