Natalie Geisenberger fährt in dieser Saison von Sieg zu Sieg. Foto: Jens-Ulrich Koch
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Natalie Geisenberger fährt in dieser Saison von Sieg zu Sieg. Foto: Jens-Ulrich Koch

Olympiasieger unschlagbar

Deutsche Rodler dominieren in Oberhof

Oberhof - Deutschlands Rodel-Olympiasieger haben auch den Weltcup in Oberhof dominiert und einen souveränen Vierfach-Erfolg gefeiert.

Unschlagbar in Oberhof: Mit vier Siegen in vier Rennen und zahlreichen Bahnrekorden haben die deutschen Rodel-Olympiasieger die heiße Phase der WM-Vorbereitung eingeläutet. Natalie Geisenberger feierte am Sonntag ihren fünften Sieg im fünften Weltcup-Wettbewerb, am Vortag hatten bereits Felix Loch bei den Männern und Tobias Wendl/Tobias Arlt bei den Doppelsitzern triumphiert - und alle gemeinsam siegten zum Abschluss wie selbstverständlich in der Teamstaffel. Vier Wochen vor der WM im lettischen Sigulda erfüllt die „Trainingsgruppe Sonnenschein“ geschlossen die hohen Erwartungen.

„Das ist schön, dass wir wieder zusammen oben stehen“, sagte Geisenberger mit Blick auf ihre bayerischen Freunde und Trainingspartner, denn Loch und Wendl/Arlt hatten bis zum Jahreswechsel ungewohnte Schwächen gezeigt. Geisenberger dominiert dagegen seit Saisonbeginn, in Oberhof konnten sogar Rückenschmerzen in der Nacht zuvor ihren Sieg nicht verhindern. „Ich musste massiert und gespritzt werden und war im ersten Lauf unter Schmerzen am Start“, sagte sie, „das war keine ideale Wettkampfvorbereitung, aber es ist ja gut ausgegangen.“

Die Frauen sorgten damit zum zweiten Mal im WM-Winter für ein rein deutsches Siegerpodest. Hinter Geisenberger (Miesbach) landeten ihre Dauerrivalin Tatjana Hüfner (Friedrichroda) und Dajana Eitberger (Ilmenau).

Im ersten Lauf hatte Geisenberger mit Bahnrekord ihren Favoritenstatus bestätigt, die Olympia-Zweite Hüfner sorgte auf ihrer Heimbahn mit neuer Bestzeit im zweiten Durchgang allerdings noch einmal für Spannung. Am Ende fehlten der 31-Jährigen 72 Hundertstelsekunden auf ihren ersten Weltcup-Sieg seit über einem Jahr.

Loch scheint derweil seine Topform rechtzeitig wiedergefunden zu haben. Der Sieg am Samstag, ebenfalls mit Bahnrekord, war der zweite in Folge - Lochs Vorsprung betrug am Ende mehr als zwei Zehntelsekunden auf Lokalmatador Andi Langenhan (Zella-Mehlis), und das obwohl er einen holprigen ersten Lauf hingelegt hatte.

„Da hat es nicht gepasst, da war ein riesen Fahrfehler drin“, sagte Loch: „Aber der zweite Lauf war dann richtig gut, deshalb bin ich zufrieden mit dem Tag.“ Mit Blick auf die WM „passt es schon ganz gut, aber in Sigulda wird es sicherlich sehr eng. Wir haben noch zwei Weltcups und müssen alles rausholen“.

Der geschlagene Langenhan zeigte sich beeindruckt vom Teamkollegen, der noch im Dezember sieglos geblieben war. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell der Felix sogar mit Fehlern fährt“, sagte der Vizeweltmeister.

Auch die Olympiasieger Wendl und Arlt (Berchtesgaden/Königssee) bestätigten ihre aufsteigende Form. Die Doppelsitzer aus Bayern holten vor den seit Monaten starken Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) ihren zweiten Sieg in Folge - ebenfalls mit Bahnrekord.

„Wir sind jetzt in der zweiten Saisonhälfte und bereiten uns verstärkt auf die WM vor, da muss jeder Farbe bekennen. Und das sieht man jetzt auch bei den Tobis“, sagte Bundestrainer Norbert Loch.

sid

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