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Severin Freund verpasste das Podest nur knapp und wurde Fünfter.

Peter Prevc holt Platz Zwei

Freund bei Heim-Weltcup Fünfter - Forfang gewinnt

Titisee - Weltmeister Severin Freund hat beim Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt das Podest knapp verpasst. Der Vorjahressieger flog beim ersten Karriere-Erfolg des Norwegers Johann Andre Forfang auf den fünften Rang.

Severin Freund sank kurz enttäuscht in die Knie, wenig später konnte der Skisprung-Weltmeister aber wieder lachen: Mit einer starken Aufholjagd hat der Vorjahressieger beim Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt zumindest den fünften Platz gerettet, das erhoffte Podest allerdings verpasst. Den ersten Erfolg seiner Karriere feierte überraschend der Norweger Johann Andre Forfang vor Peter Prevc (Slowenien).

„In beiden Sprüngen wäre heute mehr drin gewesen. Das war sicher von den Bedingungen nicht mein glücklichster Tag“, sagte Freund im ZDF über seine Flüge auf 128,5 und 130,0 m. Nach dem ersten Durchgang hatte der Niederbayer bei schwierigen Windverhältnissen im Schwarzwald nur auf dem achten Rang gelegen, machte dann aber noch Boden gut.

„Zu dieser Jahreszeit kann der Wind hier auf der Schanze viel ausmachen. Dennoch war gerade der erste Sprung nicht optimal“, sagte Freund. Im Vorjahr hatte der 27-Jährige auf der Hochfirstschanze einen Doppelsieg verpasst, weil er am zweiten Tag 100 Gramm zu wenig auf die Waage gebracht hatte und disqualifiziert worden war. Als Erinnerung erhielt er am Samstag eine Tafel Schokolade mit der Aufschrift „100 Gramm Vorsorge“ - es half nur bedingt.

Der 20 Jahre alte Forfang gewann mit Flügen auf 144,0 und 143,0 m mit 265,9 Punkten vor dem zur Halbzeit führenden Prevc (261,2). Der Gewinner der Vierschanzentournee muss somit weiter auf seinen 14. Saisonsieg warten, mit dem er den Rekord des Österreichers Gregor Schlierenzauer aus dem Winter 2008/2009 knacken würde. Dritter wurde mit deutlichem Abstand in Kenneth Gangnes (235,4) ein weiterer Norweger.

Die DSV-Adler erlebten insgesamt ein eher durchwachsenes Heimspiel. Zufrieden durfte vor allem der Wahl-Schwarzwälder Andreas Wank (Hinterzarten) als Zehnter sein. Stephan Leyhe (Willingen) und Richard Freitag (Aue) folgten auf den Positionen 16 und 19, der neue Junioren-Weltmeister David Siegel (Baiersbronn) belegte den 23. Rang. Team-Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) verpasste auf Rang 33 den zweiten Durchgang.

Im Gesamtweltcup führt Prevc uneinholbar mit 2023 Punkten und kann schon am Sonntag Schlierenzauers Allzeit-Rekord von 2083 Zählern übertreffen. Freund folgt mit 1364 Punkten auf Rang zwei vor Gangnes (1213). Der Österreicher Michael Hayböck (1175) blieb in Titisee überraschend ohne Punkte und verabschiedete sich auf dem Rennen um Rang zwei.

Die Austria-Adler erwischten auch insgesamt einen rabenschwarzen Tag. Bester ÖSV-Springer war der ehemalige Tournee-Sieger Stefan Kraft auf dem 22. Rang. Besser lief es für den erst 16 Jahre alte Domen Prevc aus Slowenien, der am Freitag den Schanzenrekord auf 148,0 m geschraubt hatte. Der Bruder von Peter Prevc verpasst als Vierter knapp das Podest. Der japanische Altmeister Noriaki Kasai (43) wurde in seinem 499. Einzel-Weltcup Zwölfter.

Am Sonntag (13.45 Uhr/ZDF und Eurosport) steht in Titisee-Neustadt der drittletzte Einzel-Wettkampf des Winters an, ehe am kommenden Wochenende das Saisonfinale im slowenischen Planica folgt.

SID

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