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"Kamil hat das heute wirklich verdient", sagte Severin Freund nach seinem sechsten Podestplatz der laufenden Saison

Große Geste, große Aussichten

Freund überzeugt in Zakopane mit Einzel-Podest

Zakopane - Der nächste Podestplatz im Einzel, eine überragende Vorstellung beim furiosen Team-Triumph: Deutschlands Skisprung-Ass Severin Freund hat im Hexenkessel von Zakopane kühlen Kopf bewahrt und seine derzeitige Topform unterstrichen.

„Im Moment macht“s einfach richtig viel Spaß„, sagte Freund, der sich am Sonntag in Polens Skisprung-Mekka Lokalmatador Kamil Stoch und Österreichs Tournee-Sieger Stefan Kraft geschlagen geben musste.

Doppel-Olympiasieger Stoch, der nach langwierigen Fußproblemen erst vor drei Wochen in den Weltcup zurückgekehrt war, feierte vor mehr als 30.000 restlos begeisterten Landsleuten in seinem Heimatort seinen ersten Saisonsieg. Nach Sprüngen auf 134 und 133 m lag der 27-Jährige mit 276,2 Punkten vor Kraft (272,9/133+133,5) und Freund (267,1/131+133).

`Kamil hat das heute wirklich verdient“, sagte Freund nach seinem sechsten Podestplatz der laufenden Saison: „Ich selbst kann zufrieden sein, auch wenn eine Bombe wie am Samstag im zweiten Durchgang gefehlt hat.“ Da hatte der Niederbayer mit einem Traumflug auf 133,5 m den deutschen Teamerfolg vor dem ewigen Rivalen Österreich und Slowenien perfekt gemacht.

Hinter Freund blieben die weiteren DSV-Adler im Einzel aber hinter ihren Möglichkeiten zurück. Richard Freitag (Aue) und Markus Eisenbichler (Siegsdorf) landeten auf den Plätzen 13 und 14, Michael Neumayer (Oberstdorf/20.) und Stephan Leyhe (Willingen/24.) holten immerhin noch Weltcup-Punkte. Team-Olympiasieger Marinus Kraus (Oberaudorf) verpasste als 36. den zweiten Durchgang.

Beim Team-Springen hatte das Quartett um Freund zuvor nicht nur auf der Schanze, sondern auch mit einer großen Geste überzeugt. „Wir stiften unser heutiges Preisgeld Nicholas Fairall. Dem Kerl geht es wirklich nicht gut. Er hofft, dass er überhaupt wieder ein normales Leben führen kann“, sagte Routinier Neumayer.

Stolze 30.000 Franken gingen somit an den US-Springer, der vor zwei Wochen bei der Vierschanzentournee schwer gestürzt war und sich eine Wirbelsäulenverletzung zugezogen hatte. „Nick kann das gut gebrauchen“, sagte Neumayer über die kostspielige Reha des 25-Jährigen, der aktuell noch immer in einem Krankenhaus in Österreich behandelt wird.

So durften sich nicht nur Freitag, Freund, Kraus und Neumayer über ihren überragenden Sieg freuen. Mit 1050,6 Punkten gewann das DSV-Quartett in Polen damit auch das zweite Teamspringen des WM-Winters, Österreich (1035,7) blieb wie schon bei Olympia nur der zweite Platz vor Slowenien (1018,4).

„In so einem Stadion vor so einem Publikum mit so tollen Kollegen zu gewinnen, das ist einfach nur geil“, sagte Freund, der wie schon in Sotschi mit dem letzten Sprung des Wettkampfs den Sieg gesichert hatte. Bestens aufgelegt zeigte sich auch Freitag. „Wir hatten heute zwei richtig gute Leute, die hier echte Bomben gezeigt haben“, lobte Neumayer.

Die Aussichten für Bundestrainer Werner Schuster sind damit gerade auch für die WM Ende Februar in Falun golden. In Zakopane waren nur zwei der vier Team-Olympiasieger von Sotschi am Start, da Andreas Wank aktuell formschwach und Andreas Wellinger noch verletzt ist. Beide sind für die Titelkämpfe in Schweden aber noch eine Option, auch der „zweite Anzug“ passt also.

SID

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