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Miriam Gössner (hier am Samstag) verpasste mit der Staffel am Sonntag in Ruhpolding nur knapp den Sieg.

Heim-Weltcup in Ruhpolding

Staffel: So lief es bei den deutschen Biathletinnen

Ruhpolding - Die deutschen Biathletinnen Karolin Horchler, Miriam Gössner, Maren Hammerschmidt und Laura Dahlmeier sind zum Abschluss des Heim-Weltcups in Ruhpolding im Staffelrennen um den Sieg mitgefahren.

Das Pfeifkonzert nach der beinahe schon unglaublichen Aufholjagd der deutschen Damen-Staffel beim Biathlon-Finale in Ruhpolding erlebte Erik Lesser nach seiner Rückkehr zum Siegläufer ganz entspannt mit Freundin Nadine am Schießstand. Nach seinem ersten richtigen Weltcup-Erfolg drückte Lesser am Sonntag in der ChiemgauArena kräftig die Daumen, doch Olympiasieger Ukraine vermasselte den ohne drei Weltmeisterinnen laufenden Skijägerinnen den goldenen Schlusspunkt beim Heim-Weltcup. „Aber ich bin mega-happy über den zweiten Platz. Das ist ein grandioser Erfolg“, sagte Laura Dahlmeier.

Damen-Bundestrainer Gerald Hönig gab nach dem erfolgreichen Ruhpolding-Weltcup neue Ziele aus und kündigte den Angriff auf Weltcup-Spitzenreiterin Gabriela Soukalova an. „Sie ist eine tolle Herausforderung für unsere Mädels, die auf drei und vier liegen. Es ist schön, dass wir auch etwas zu greifen haben für den weiteren Saisonverlauf.“

Die Tschechin verhinderte im Damen-Massenstart den deutschen Doppel-Erfolg. Die am Sonntag über die 4x6 Kilometer geschonte Franziska Hildebrand wurde Zweite. Die in der Staffel als Schlussläuferin eingesetzte Dahlmeier kam am Samstag auf Rang drei. Hildebrand hat in der Gesamtwertung 91 Punkte Rückstand, Dahlmeier liegt 126 Zähler zurück. „Wir haben 13 Rennen von 26, da kann noch viel passieren. Abgerechnet wird am Ende“, sagte Dahlmeier kämpferisch.

Auch in der Staffel zeigte Dahlmeier ihre Qualitäten. Nach zwei Strafrunden von Miriam Gössner, die an Position zwei hinter der kurzfristig ins Team gerutschten Karolin Horchler lief, läutete zunächst die Massenstart-Fünfte Maren Hammerschmidt die Aufholjagd ein. Dahlmeier veredelte sie mit dem 16. Podestplatz der deutschen Damen in dieser Saison. Da waren auch die Tränen von Gössner wieder getrocknet. „Ich kann mir die Fehler nicht erklären“, sagte sie.

Beinahe wäre sogar noch der Sieg drin gewesen, doch kurz vor dem Ziel machte Olena Pidruschna die Tür zu - die 15 000 Zuschauer in der tief verschneiten ChiemgauArena stimmten ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert an. „Vielleicht hätte ich länger hinter ihr bleiben müssen“, haderte Dahlmeier. Fair forderte die 22-Jährige die Zuschauer auf, der Ukraine für den Sieg zu applaudieren: „Es war alles in Ordnung.“

Kaum war der Winter da, war auch Lesser wieder besser. Der Weltmeister und Olympia-Zweite meldete sich eindrucksvoll zurück. Beim letzten Massenstart-Schießen blieb er ganz cool, traf alle fünf Scheiben und hängte sogar Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade aus Frankreich ab. Nach einem Gespräch mit dem Team-Psychologen hatte der Thüringer wieder alte Stärke gezeigt. „Wer schon Olympia-Medaillen gewonnen hat und Weltmeister war, der weiß, wie es geht“, sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner.

Auch Simon Schempp durfte sich nach zweiwöchiger Krankheitspause als Massenstart-Sechster über eine gelungene Rückkehr freuen. „Ich musste alle Ziele über den Haufen werfen“, sagte der Schwabe, der im alten Jahr gleich drei große Weltcup-Siege geschafft hatte und als Gelb-Anwärter galt. „Nun ist die WM das absolute Highlight.“

Doch nicht alles lief perfekt: Mit ihrem letzten Schuss vergaben Hildebrand und Dahlmeier den durchaus möglichen Massenstart-Sieg. „Letze Schüsse ärgern immer, weil sie weniger etwas mit Fähigkeiten zu tun haben, sondern mit Fahrlässigkeit und Nachhalten„, kritisierte Hönig.

Gut sechs Wochen vor der WM in Oslo sind die Skijäger mit insgesamt zehn Saison-Siegen und 16 weiteren Podestplätzen auf einem guten Weg. „Ich scheue mich aber davor, dass ein Gefühl und eine Atmosphäre aufkommt, wir brauchen nur noch anzureisen und die Medaillen einzusammeln“, sagt Hönig. Der Bundestrainer stellte fest: „Wir sind nicht allein auf der Welt.“

dpa

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