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Wird beim Saisonstart noch fehlen: US-Skistar Lindsey Vonn.

Nach langer Verletzungspause

Vonn: "Die Veteranin ist noch nicht weg!"

Sölden - Nach monatelanger Verletzungspause fühlt sich Lindsey Vonn wieder bereit für neue Großtaten. Beim Start in die neue Ski-Saison ist die Amerikanerin aber noch nicht dabei.

Beim Auftakt in Sölden fehlt Lindsey Vonn noch - doch präsent ist der US-Skistar trotzdem. Schon seit Wochen inszeniert die 30-Jährige ihr Comeback, das für Anfang Dezember geplant ist. Hier ein Interview, dort ein PR-Termin, und immer mit der klaren Botschaft an die Konkurrenz: Schreibt mich ja nicht ab!

„Viele Leute glauben nicht daran, dass ich zurückkomme, und die anderen haben sich ohne mich wohl auch recht wohl gefühlt. Aber wenn ich wieder da bin, können sie sich nicht mehr zurücklehnen“, sagte Vonn in aller Deutlichkeit in Richtung Tina Maze, Lara Gut, Anja Fenninger oder Tina Weirather. Es wachse zwar eine neue Generation von Skirennfahrerinnen heran, fügte Vonn an, „aber die Veteranin ist noch nicht ganz weg!“

Noch muss sich Vonn etwas gedulden, doch die ersten Schwünge hat sie bereits erfolgreich absolviert. „Es ist wunderschön. Ich brauche Skifahren wie die Luft zum Atmen“, sagte sie anschließend mit einem Strahlen im Gesicht und kündigte an, am 5. Dezember in ihrem „Wohnzimmer“ im kanadischen Lake Louise wieder ins Renngeschehen eingreifen zu wollen.

Sölden sowie die Rennen in Levi/Finnland und Aspen/USA lässt sie noch aus. Nur nichts überstürzen. Sie wolle es ruhig angehen lassen, betonte Vonn, „auch wenn das nicht meine Art ist“. Denn sie kämpft weiterhin auch gegen einen anderen, sehr starken Gegner: Die Depression. „Ich habe gute und ich habe schlechte Tage“, sagte sie zuletzt dem Focus. Wenn sie nach harten Trainingseinheiten körperlich ausgelaugt sei, können sich „die Leere und die Traurigkeit in mir ausbreiten“.

Olympia 2018 als großer Ziel

Dennoch hat Vonn weiter große Ziele: Bei der WM im Februar in ihrer Heimat Vail will sie wieder eine Hauptrolle spielen. Und Olympia 2018 in Pjöngjang/Südkorea soll der abschließende Höhepunkt ihrer schillernden Karriere werden - am liebsten erneut mit Abfahrts-Gold.

Dafür quält sich Vonn seit Monaten, nachdem sie sich im Dezember 2013 zum zweiten Mal das Kreuzband im rechten Knie gerissen hatte und der Traum von Sotschi 2014 geplatzt war. Sie stemmte in ihrer Reha-Phase angeblich insgesamt rund 1600 Tonnen Gewicht, absolvierte 27.000 Sprünge und legte etwa 6500 Kilometer mit dem Rad zurück. Diese Zahlen nannte jüngst medienwirksam einer ihrer zahlreichen Sponsoren.

Überhaupt gleicht die Rückkehr von Lindsey Vonn in den Skizirkus einer einzigen PR-Inszenierung. Sie zelebriert ihre zahlreichen Auftritte, hält regelrecht Hof. Die Amerikanerin mit dem Zahnpasta-Lächeln weiß, dass sie spätestens nach dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch den mit Abstand größten Glamour-Faktor besitzt. Dass sie die Lebensgefährtin von Golfstar Tiger Woods ist, steigert das Interesse noch.

Dennoch: Der sportliche Ehrgeiz und die Ambitionen sind bei der Olympiasiegerin und zweimaligen Weltmeisterin groß wie immer. Mittelmaß verabscheut die ehrgeizige Vonn, die 59 Weltcupsiege und vier Triumphe im Gesamt-Weltcup in ihrer beeindruckenden Bilanz stehen hat. So will sie möglichst schnell die historische Bestmarke der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll von 62 Weltcup-Siegen brechen „und in Vail einige Medaillen gewinnen“, wie sie jüngst betonte.

Nur der Rücktritt ihrer Dauerrivalin und Freundin Höfl-Riesch weckt bei Vonn immer noch gemischte Gefühle. „Ohne Maria ist es sportlich einfacher, weil sie immer eine große Konkurrentin war. Aber für mich persönlich ist es schwieriger“, sagte sie dem ZDF: „Maria war immer eine gute Freundin, es ist wie ein Loch im Weltcup."

SID

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