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Sie standen nach dem Nachtslalom in Schladming auf dem Siegerpodest (v.l.): Marcel Hirscher aus Österreich, Gewinner Henrik Kristoffersen aus Norwegen und der Dritte Alexander Khoroshilov aus Russland.

Henrik Kristoffersen siegt

Nachtslalom in Schladming: Neureuther scheitert auf Weg zum Sieg

Schladming - Felix Neureuther war beim Nachtslalom in Schladming auf Siegkurs - dann fädelte er ein. Beim Sieg von Henrik Kristoffersen glänzt Dominik Stehle als Vierter.

Das Ziel war nur noch wenige Tore entfernt, Felix Neureuther war auf Siegkurs - dann passierte es: Der 31 Jahre alte Partenkirchner, überlegen Führender nach dem ersten Lauf, fädelte ein, ein Aufschrei ging durch die Menge der mehr als 40.000 Zuschauer am Rande der Planai im österreichischen Schladming. Neureuther rutschte neben die Piste und senkte den Kopf.

Im ersten Durchgang war ihm ein Traumlauf gelungen, im zweiten folgte ein kleiner Albtraum. „Das ist schon sehr schade“, sagte Neureuther, „ein Einfädler ist immer ein bisschen bitter, aber im Endeffekt war es mein Fehler.“

Des einen Leid, des anderen Freud': Durch Neureuthers Aus stand Henrik Kristoffersen (Norwegen) im siebten Slalom der Saison zum sechsten Mal ganz oben auf dem Siegerpodest, erneut und wie zwei Tage zuvor in Kitzbühel gewann er vor Marcel Hirscher (Österreich/+0,61 Sekunden), der sich von Rang 22 nach dem ersten Lauf verbesserte. Dritter wurde Vorjahressieger Alexander Choroschilow aus Russland (+0,77). Neureuther zeigte sich als fairer Verlierer und gratulierte allen dreien.

Und obwohl Neureuther nach einer beruhigenden Führung nach dem ersten Lauf seinen zwölften Weltcupsieg in dieser Saison verpasste, gab es Grund zur Freude im deutschen Lager: Dominik Stehle (Obermaiselstein), mit der hohen Startnummer 39 ins Rennen gegangen, erzielte als herausragender Vierter das beste Weltcup-Resultat seiner Karriere. Nur knapp dahinter auf Rang fünf reihte sich Fritz Dopfer (Garmisch) ein. Linus Strasser (München) belegte Rang 23.

Das Ausscheiden von Neureuther war umso bitterer, als er im ersten Durchgang die Konkurrenz in Grund und Boden gefahren hatte: 1,10 Sekunden vor dem drittplatzierten Kristoffersen, 2,59 Sekunden vor Hirscher: Der Österreicher fuhr allerdings im ersten Lauf mit einer Brille, in der die Scheibe falsch herum eingesetzt war, sie beschlug deshalb nach wenigen Toren. „Die beschichtete Seite war auf der falschen Seite“, berichtete Hirscher: „Shit happens.“

Neureuther kann sich damit trösten, trotzdem einen wichtigen, womöglich entscheidenden Schritt vorwärts gemacht zu haben. Am Dienstag hatte er im Training nach langem Herumtüfteln wieder mal einen neuen Skischuh ausprobiert - prompt fühlte er sich wie neugeboren. „Ich habe zum ersten Mal seit Oktober wieder das Gefühl gehabt, dass ich Ski fahren kann“, sagte Neureuther. Deswegen blieb er trotz des Ausscheidens positiv gestimmt: „Man hat gesehen, dass ich zurück bin.“

SID

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