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Neujahrs-Parallelslalom kommt nach Garmisch-Partenkirchen

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Von: Jörg Köhle

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Olympiaberg München Parallelslalom
Der Schneemangel am Olympiaberg in München hat den Verantwortlichen des Parallelslaloms das Leben schwer gemacht. © Bodmer Oliver

München - Die gute Nachricht: Der Parallelslalom der Ski-Profis wird 2016 endlich mal wieder stattfinden. Allerdings nicht mehr am Münchner Olympiaberg, wie unsere Zeitung exklusiv erfuhr.

Update: Das Weltcup-Rennen der alpinen Ski-Rennläufer in München ist ersatzlos aus dem Wettkampf-Kalender gestrichen worden - und hat auf dem Olympiaberg wohl auch keine Zukunft mehr.

Der zwischenzeitliche Plan: Vom Olympiaberg auf den Gudiberg

Neuer Austragungsort ist: Garmisch-Partenkirchen. Eigentlich naheliegend. Denn: Der 1. Januar gehört Garmisch-Partenkirchen. Am Neujahrstag ist der Olympia-Ort der Nabel der Sportwelt. Erste Aktivität der Deutschen, wenn sie sich von Silvester erholt haben und der Radetzky-Marsch als traditionelle Zugabe beim Konzert der Wiener Philharmoniker verklungen ist: Sie schauen Skispringen. Garmisch-Partenkirchen, zweite Station der Vier-Schanzen-Tournee.

Am 1. Januar 2016 wird es, wenn der Sieger des Springens feststeht, im ZDF weitergehen mit Sport von nahezu gleicher Stelle. Neben dem Schanzenhang liegt der Gudiberg. Und auf ihm wird im Anschluss ans Skispringen, von 17 bis 19 Uhr, um alpine Weltcuppunkte gefahren. Parallelslalom mit je 16 Teilnehmern, Männer und Frauen. In den vergangenen fünf Jahren gehörte dieser attraktive Termin München, das versuchte, seinen Olympiaberg ausreichend zu beschneien – was dreimal nicht gelang und zur Absage des Rennens führte. 2016 übernimmt Garmisch-Partenkirchen – Wiederholungen in den kommenden Jahren nicht ausgeschlossen.

Am Montag werden die Gremien des Weltskiverbandes, der FIS, tagen und die Pläne final besprechen. Am Dienstag soll es dann offiziell werden, was unsere Zeitung bereits erfahren hat: Garmisch-Partenkirchen wird das historische Doppel aus nordischem und alpinem Sport erleben. Ein Insider spricht von einem „singulären Weltereignis“. FIS-Präsident Gianfranco Kasper und Generalsekretärin Sarah Lewis sollen angetan sein von diesem Vorhaben. Als treibende Kraft gilt auch Alfons Hörmann, der DOSB-Chef – hier allerdings in seiner Funktion als Council-Mitglied der FIS. Offensichtlich geklärt ist die heikle Frage mit den Autosponsoren: Beim Skispringen ist Subaru der Geldgeber, bei den Skifahrern Audi.

Felix Neureuther zu Parallelslalom in Garmisch-Partenkirchen: "Sensationell"

Lokalmatador Felix Neureuther ist eingeweiht. Er sagt: „Das wäre supersensationell. Vor allem, wenn man ins Stadion einfährt. “ Er gibt allerdings zu bedenken: „Es ist nur die Frage, ob man es hinbekommt, dass die beiden Kurse gleich sind.“ Auf dem Gudiberg hat es zwar zahlreiche Weltcup-Slaloms gegeben, aber noch kein Parallelrennen, dass vom Hang eine ausgeglichene Topographie erfordert.

Am Münchner Olympiaberg hat man das gut hinbekommen – auf diesem allerdings sehr kurzen Hang. Sogar den Olympiasee hat man ablassen müssen, weil Platz benötigt wurde für den Auslauf, die Zuschauer, für Stände. Problem Münchens vor allem aber: Es war im Dezember meist so warm, dass nicht künstlich beschneit werden konnte. 2012 und 2013 konnte das Rennen stattfinden, nicht aber 2011, 14 und 15. Zwar hatte sich die Olympiapark GmbH gegen Ausfälle versichert, doch wenn die Assekuranz oft zahlen muss, wird sie teurer. Es kamen in München Zweifel auf an der Machbarkeit des Projekts Weltcup in der City. Auf Ende Januar oder in den Februar ausweichen? Ging nicht, weil der Weltcup-Kalender dicht genug ist.

Garmisch-Partenkirchen und München gelten als befreundete und partnerschaftlich agierende Ausrichter, es ist also nicht so, dass der eine dem anderen was wegnimmt. Konkurrent ist der Österreichische Ski-Verband, dessen streitbarer Präsident Peter Schröcksnadel gerne einen Neujahrsslalom in Wien positionieren möchte.

Jörg Köhle

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