Magdalena Neuner will nicht länger die süße, kleine Lena sein
+
Magdalena Neuner will nicht länger die "süße, kleine Lena" sein

Neuner "will siegen, WM-Titel ist nicht wichtig"

Köln - Biathlon-Beauty Magdalena Neuner ist genervt vom Image „der süßen Kleinen“ und der Verfolgung durch Stalker, satt von der Jagd nach Medaillen - aber noch immer voller Siegeswillen.

So präsentiert sich Biathlon-Star Magdalena Neuner im Gespräch mit dem Magazin stern. Sportliche Kernaussage vor der WM im März im russischen Chantij Mansijsk: „Ob ich ein achtes Mal Weltmeisterin werde, ist doch egal. Aber ich will schon gewinnen. Es ist total schön auf dem Siegerpodest.“

Die 23-Jährige, nach dem zweifachen Olympia-Gold von Vancouver 2010 und bisher sieben WM-Siegen längst Sport-Millionärin, sieht sich stärker denn je im Fokus der Öffentlichkeit - nicht zuletzt durch die Rücktritte der Teamkolleginnen Kati Wilhelm und Martina Beck. „Früher hat zur Not eine andere von uns gewonnen“, sagt Neuner. Jetzt müsse sie selbst mehr Druck aushalten.

Sehr geholfen habe ihr dabei die Arbeit mit einem Heilpraktiker im energetischen Bereich. „Gerade im mentalen Bereich gibt es Dinge, die schwer zu vermitteln sind“, sagt Magdalena Neuner. Mit Hilfe des Heilpraktikers sei es ihr gelungen, negative Gedanken auszuschalten. Inzwischen könne sie mit einem Schmunzeln zu ihrer alten Problemdisziplin Stehendschießen laufen: „Meine ganze Lebenseinstellung hat sich geändert. Ich bin ein komplett anderer Mensch geworden.“

Außerdem lese sie schon seit langem keine Artikel mehr über sich. „Auch wenn mir meine Oma die immer fein ausgeschnitten in die Küche legt. Mein Kachelofen freut sich“, berichtete Neuner.

Genervt ist sie von ihrem Image als „Gold Lena“: „Ich bin nicht süß und klein. Ich bin Magdalena, eine Persönlichkeit und wünsche mir Respekt.“ Durch die Anzeigenkampagne in Dessous (siehe oben) habe sie ihr Image als „strickendes und Harfe spielendes bayerisches Mädel“ loswerden wollen. Dies sei nur ein Teil von ihr: „Ich will auch als erwachsene Frau wahrgenommen und nicht auf ein einziges Klischee reduziert werden.“

Zu den Schattenseiten des Erfolgs zählt auch, dass sie 2009 monatelang von einem Stalker verfolgt und bedroht worden war. „Manchmal führe ich ein Leben wie im Zoo“, sagt sie. Unter den Fans, die ihr generell sehr wichtig seien, gäbe es eine „kleine militante Gruppe, die echt durchgeknallt ist“. Schon ein paar Mal hätten Männer vor ihrer Tür gestanden und sie heiraten wollen. Mehrfach habe sie die Polizei zur Hilfe gerufen.

sid

Mehr zum Thema

Kommentare