Felix Neureuther inszeniert sich vor den Rennen als Außenseiter. Foto: Stephan Jansen
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Felix Neureuther inszeniert sich vor den Rennen als Außenseiter. Foto: Stephan Jansen

Am Freitag ist es soweit

Neureuthers "großes Potenzial" im WM-Riesenslalom

Beaver Creek - Über Titel will Felix Neureuther vor seinem ersten WM-Einzelstart in Colorado überhaupt nicht reden. "Das habe ich früher gemacht, dass ich hergegangen bin und gesagt habe: Ich will Gold gewinnen", meinte das Ski-Ass aus Partenkirchen.

Zwar zählt der 30-Jährige sowohl im Riesenslalom am Freitag als auch im Torlauf am Sonntag zu den Kandidaten auf eine Medaille, doch Neureuther inszeniert sich vor dem ersten Rennen in Beaver Creek als Außenseiter. "Im Riesenslalom kann ich nur überraschen. Auch wenn ich schon weiß, dass ich da sehr großes Potenzial habe", sagte der aussichtsreichste deutsche Fahrer mit einem gewissen Understatement.

Wahr ist, dass Neureuther im Slalom sicher die größten Chancen auf den ersten Einzeltitel seiner Karriere haben dürfte. Zwei Weltcups gewann er diese Saison bereits, auch die Disziplinwertung führt der Bayer an. In Riesentorläufen schaffte er es immerhin zweimal auf Platz fünf, fürs Podest fehlte jeweils nicht viel. "Felix hat sich im Riesenslalom-Training gut präsentiert, das passt", urteilte Bundestrainer Mathias Berthold, der Neureuthers Kritik an der Personalauswahl beim enttäuschend verlaufenen Team-Event am Dienstag für "abgehakt" erklärte. "Wir haben darüber geredet, jetzt schauen wir auf den Slalom und den Riesenslalom", sagte er. "Für uns als Technikteam geht diese WM jetzt erst richtig los."

Neben Neureuther hat Berthold noch drei weitere Läufer am Start, die vorne mitmischen können: Linus Strasser, der zuletzt im Slalom von Schladming sensationell Fünfter wurde. Stefan Luitz, der in Åre im Dezember Riesenslalom-Dritter war und nach zweimonatiger Verletzungspause vor seinem Comeback steht. Und Fritz Dopfer, der wegen einer Rückenblessur zuletzt im Team-Event geschont wurde. Das sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, hieß es beim Deutschen Skiverband, der Dopfer am Freitag unbedingt ins Rennen schicken will. "Fritz geht es soweit ganz gut", berichtete Coach Berthold.

Der 27-Jährige hat seit dem WM-Training in Park City Schmerzen im Rücken. Dennoch gehört Dopfer angesichts seiner konstant guten Leistungen im WM-Winter sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom zum erweiterten Kandidatenkreis aufs Podest. "Mit den Vorleistungen kann man gestärkt rangehen", befand er, ohne große Euphorie verbreiten zu wollen. "Eine konkrete Zielsetzung gibt es bei mir nicht. Es ist wichtig, dass ich meine Leistung abrufe", meinte er.

Eine Medaille will Lokalmatador Ted Ligety, als Gold-Anwärter Nummer eins gilt aber Österreichs Skistar Marcel Hirscher. Nach dem Kombinations-Titel und dem Sieg im Mannschafts-Wettbewerb sollen nun am liebsten die US-Titel Nummer drei und vier für den Trophäensammler her. "Mir taugt's hier total, ich fühle mich sehr wohl. Und mit zwei Goldmedaillen in der Tasche kann ich natürlich locker drauf los fahren", sagte Hirscher.

Doch trotz des gestiegenen Selbstvertrauens durch seine Erfolge in den Rocky Mountains werde er "im Riesentorlauf und im Slalom um keine Hundertstel schneller fahren", beklagte Hirscher. "Es gibt jede Menge Jungs, die genau das Gleiche wollen wie ich", stellte der Titelverteidiger im Slalom fest und bat um Nachsicht: "Man sollte die Erwartungshaltung schon ein bisschen reduzieren."

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