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Andrea Henkel visiert ihr Ziel an beim 15-Kilometer-Rennen der Frauen.

Beim Schießen hapert`s noch:

Solider Start für deutsche Biathleten

Östersund  - Im ersten Rennen haben die deutschen Biathleten  zwar nicht aufgetrumpft, aber auch nicht enttäuscht. Beste im Einzel waren Daniel Böhm als Fünfter und Erik Lesser sowie Andrea Henkel als Zehnte.

Andreas Birnbacher reiste derweil erkrankt schon wieder ab.

Die deutschen Biathleten sind solide, aber ohne Podestplatz in die neuen Weltcup-Saison gestartet. Weil es beim Schießen oft noch haperte, waren der fünfte Platz von Daniel Böhm und die Ränge zehn für Andrea Henkel sowie Erik Lesser am Donnerstag die besten Ergebnisse bei den Einzelrennen im schwedischen Östersund. In die Top 15 kämpften sich über die 15 Kilometer noch Franziska Hildebrand  als 13. und Laura Dahlmeier  auf Platz 14. „Nach dem ersten Rennen können wir sagen, wir sind dabei“, befand Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

„Der Anfang ist gemacht. Das war eine erste Standortbestimmung, schlauer sind wir nach den nächsten Rennen“, resümierte Männer-Coach Mark Kirchner, der Böhm ein Sonderlob aussprach. Für den wegen einer Erkältung bereits abgereisten Andreas Birnbacher sprang überraschend der über den zweitklassigen IBU-Cup ins Weltcup-Team nachgerutschte Polizeimeister in die Bresche. Im Klassiker über 20 Kilometer schaffte er gleich die Olympia-Norm. „Das Hauptziel war, möglichst viele Scheiben weiß werden zu lassen. Jetzt bin ich super zufrieden“, meinte er nach seinem tollen Rennen.

Beim letzten Anschlag ließ der 27-Jährige eine Scheibe stehen, ansonsten wäre er - die Strafminute abgezogen - auf Rang zwei gelaufen. „Klar ist es ärgerlich. Es ist immer ärgerlich, wenn man einen Fehler geschossen hat. Aber das sagen sich die anderen auch. Von daher nehme ich es, wie es ist.“ Böhm war 2009 in Vancouver im Einzel schon einmal Zweiter geworden. Auch Lesser, im Vorjahr immerhin Dritter in Östersund, freute sich: „Mit der Top-Ten-Platzierung bin ich zufrieden. Jetzt habe ich einen Schritt in Richtung Sotschi gemacht. Das gibt erst einmal Ruhe.“

Während Böhm und Lesser passable Schießleistungen zeigten, landeten Christoph Stephan (4 Fehler/Platz 26), Arnd Peiffer mit fünf Fehlern (38. Platz) und Florian Graf mit gar sechs Fahrkarten (66.) abgeschlagen im Feld. „Da war mehr drin“, meinte Kirchner. Gleich aufgeben wird Peiffer aber nicht, er hatte nicht konsequent genug auf die sich verändernden Windbedingungen reagiert: „Ich werde den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken. Es sind ja noch zwei Rennen und dann sieht die Welt wieder ganz anders aus.“

Zu viele Fehler geleistet 

Insgesamt leisteten sich die Damen 16 Fehler, die Herren 18 - für absolute Top-Platzierungen dann doch zu viel. Wie es geht, zeigte der Franzose Martin Fourcade. Der Weltcup-Gesamtsieger traf 20 Mal ins Schwarze und feierte überlegen seinen 25. Weltcupsieg. Bei den Damen war die Tschechin Gabriela Soukalova (2 Fehler) die Schnellste.

„Unser Auftakt war gar nicht so schlecht“, meinte Hönig im über Nacht verschneiten Östersund. Über die 15 Kilometer schafften neben Henkel (3 Fehler) auch Hildebrand (2) und Youngster Dahlmeier (1) wie Lesser ebenfalls die halbe Olympia-Norm. Evi Sachenbacher-Stehle (5 Fehler) kam als 25. ins Ziel. Franziska Preuß (5) landete bei ihrem Weltcup-Debüt auf Platz 44. Das Frauen-Rennen war am Mittwoch wegen eines Unwetters abgesagt und verschoben worden. Diesmal waren die Bedingungen gut.

„Für den Anfang war es okay, aber es geht schon noch besser“, meinte die 35-jährige Henkel angesichts der drei Strafminuten etwas enttäuscht. Im Sprint-Wettbewerb am Freitag (17.45 Uhr/ZDF und Eurosport) streben Henkel und fünf weitere deutsche Skijägerinnen den ersten Podestplatz an. „Wir können mit gesundem Optimismus in das Rennen gehen“, sagte Hönig. Nach ihrem schweren Fahrradunfall im Mai soll auch die noch geschonte Miriam Gössner dabei sein.

Langlauf-Olympiasieger Evi Sachenbacher-Stehle ist nach der drittbesten Laufleistung im Sprint ebenfalls nicht chancenlos. „Stehend habe ich mich überhaupt nicht wohlgefühlt. Da bin ich zu hippelig und mache mir noch zu viel Gedanken“, sagte die Umsteigerin, die unbedingt als Biathletin zu den Winterspielen nach Sotschi will.

dpa

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