Michael Neumayer wurde in Sapporo nur Zwölfter. Foto: Grzegorz Momot
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Michael Neumayer wurde in Sapporo nur Zwölfter. Foto: Grzegorz Momot

DSV-Team chancenlos

Prevc gewinnt in Sapporo - Neumayer Zwölfter

Sapporo - Die deutschen Skispringer haben beim Weltcup in Sapporo einen Top-Ten-Platz verpasst. In Abwesenheit von Severin Freund belegte Michael Neumayer als bester DSV-Springer mit Sprüngen auf 123 und 120 Meter den zwölften Rang.

Ohne ihren Topmann Severin Freund sind die deutschen Skispringer beim ersten von zwei Weltcup-Wettbewerben im japanischen Sapporo hinterhergeflogen. Beim Sieg des Slowenen Peter Prevc landete Michael Neumayer als bester DSV-Adler auf Platz zwölf. Skiflug-Weltmeister Freund hatte ebenso wie Team-Olympiasieger Marinus Kraus auf die kräftezehrende Reise nach Fernost verzichtet.

Prevc, in Sotschi Olympiazweiter auf der Normalschanze, feierte mit Sprüngen auf 130 und 131 m sowie 276,4 Punkten seinen ersten Saisonsieg. Vierschanzentournee-Sieger Stefan Kraft (Österreich/271, 3) wurde Zweiter, Rang drei ging an den Tschechen Roman Koudelka (269,3). Japans Altmeister Noriaki Kasai (256,2) wurde Sechster und muss weiter auf seine ersten Weltcup-Sieg in der Heimat warten.

Im Gesamtweltcup führt Kraft mit 957 Punkten vor Prevc (864), der an Hayböck (849) vorbeizog. Freund (753) bleibt auf Platz vier.

Der 36 Jahre alte Neumayer (239,4) verpasste sein erstes Top-10-Ergebnis seit einem Jahr um 2,2 Punkte - im Januar 2014 war er ebenfalls in Sapporo Vierter geworden. Dennoch war der Routinier auf der Olympiaschanze von 1972 der einzige Lichtblick unter den Schützlingen von Bundestrainer Werner Schuster.

Richard Freitag (Aue), in dieser Saison immerhin Sieger in Engelberg und Innsbruck, enttäuschte mit Platz 25 - ob der sensible Sachse sich mit dem Japan-Trip drei Wochen vor der WM einen Gefallen getan hat, ist fraglich. Karl Geiger (Oberstdorf) erreichte immerhin noch den zweiten Durchgang und kam auf Platz 26. Für die Hälfte des DSV-Sextetts war zur Halbzeit Feierabend. Markus Eisenbichler (31.) verpasste ebenso den Final-Durchgang wie Daniel Wenig (Berchtesgaden/35.) und Stephan Leyhe (Willingen/42.).

Der regelmäßig unter Rückenproblemen leidende Freund hatte von Schuster nach einer ebenso kräftezehrenden wie erfolgreichen ersten Saisonhälfte eine Auszeit verordnet bekommen. „Severin macht eine Wettkampfpause. Genau jetzt ist der beste Zeitpunkt, noch einmal ein Athletik- und Rückenregenerations-Training zu absolvieren, um dann optimal vorbereitet die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, die viel Substanz erfordern“, sagte der Bundestrainer.

Genau wie Freund, der in diesem Winter bereits zwei Siege gefeiert hat, soll auch der zuletzt formschwache Kraus „Kraft tanken“, sagte Schuster: „Vom Saisonverlauf her haben wir ziemlich genau die Hälfte aller Weltcups absolviert. Nach Sapporo warten auf uns mit den Heim-Weltcups in Willingen und Titisee-Neustadt sowie der WM und einigen Skiflug-Veranstaltungen große Aufgaben.“

Freund, der nach seinem schweren Sturz in Bischofshofen noch verletzte Schweizer Simon Ammann und der Österreicher Gregor Schlierenzauer sind die einzigen Springer aus besten Zehn des Gesamtweltcups, die bei den anders als in vergangenen Jahren sehr gut besetzten Springen auf der nordjapanischen Insel Hokkaido fehlen. Der zweite Wettbewerb findet am Sonntag (2.00 Uhr MEZ) statt.

sid

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