Maria Riesch erlebte am Wochenende eine Achterbahnfahrt der Gefühle
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Maria Riesch erlebte am Wochenende eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Schreck für Riesch nach Sieg: Sturz vermieden

St. Moritz - Den Glücksgefühlen nach dem langersehnten Abfahrtssieg über Lindsey Vonn folgte die Schrecksekunde im Super-G. Dort ist Maria Riesch um Haaresbreite einem Sturz entgangen.

Einen Tag nach ihrem ersten Schussfahrt-Erfolg seit über drei Jahren ist Maria Riesch im letzten Weltcup-Rennen vor den Winterspielen nur um Haaresbreite einem Sturz entgangen. “Ich bin mit der Skispitze direkt auf eine Torstange gefahren. Bei 100 Stundenkilometern geht einem da ein richtiger Adrenalinschock durch den Körper. Ich bin froh, dass ich auf beiden Beinen gesund im Ziel stehe“, beschrieb Riesch am Sonntag ihre nervliche Achterbahnfahrt in St. Moritz. “Aber es war trotzdem das absolute Highlight, die Abfahrt gestern so souverän mit großem Vorsprung zu gewinnen.“ Einen starken Konter setzte unbeeindruckt ihre Konkurrentin Vonn: In der Abfahrt nach zuvor sechs Siegen nur Fünfte, gewann die Amerikanerin den Super-G und sicherte sich damit vorzeitig die Disziplin-Wertung.

Für Maria Riesch war Platz elf im Super-G dagegen “total zweitrangig“, als sie den ersten Schock verarbeitet hatte. “Es wäre Wahnsinn gewesen, wenn ich mir im letzten Rennen vor Olympia noch wehgetan hätte“, sagte sie. Dass es dazu nicht gekommen war, hatte die Partenkirchenerin ihrer hervorragenden Skitechnik zu verdanken. “Das hat sie gut hingebracht. Ich bin wirklich froh, dass nichts passiert ist“, lobte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier Rieschs akrobatische Rettungsaktion auf einem Ski.

Maiers sportliche Bilanz der letzten Standortbestimmung vor den Winterspielen fiel nach Rieschs Prestige-Erfolg am Samstag, als sie vor Ingrid Jacquemod (Frankreich) und Fabienne Suter (Schweiz) den dritten Schussfahrt-Erfolg ihrer Karriere eingefahren hatte, positiv aus. “Das war unser erster Abfahrtssieg seit Dezember 2006. Das war mehr als wir erwartet haben“, sagte Maier. Für Freude im deutschen Damen-Lager hatte auch Gina Stechert (Oberstdorf) mit ihrer Olympia-Qualifikation in der Kombination am Freitag gesorgt, die sie in der Abfahrt als Elfte bestätigte. Viktoria Rebensburg und Kathrin Hölzl feilten ohne Top-Platzierungen an ihrer Olympia-Form. Maria Riesch war beim Kombi-Sieg von Anja Pärson (Schweden) ausgeschieden.

Doch mit dem 13. Weltcup-Erfolg im Rücken sieht sich die 25-jährige Riesch gut gerüstet für die bevorstehende Medaillenjagd in Kanada. “Es sind hier sicher auch Wermutstropfen dabei, aber die Abfahrt war vielleicht einer meiner schönsten Erfolge überhaupt. Das überdeckt die Enttäuschungen und hat mir viel Selbstvertrauen gegeben“, sagte Riesch. “Lindsey ist schon noch die Topfavoritin in Abfahrt und Super-G, so viele Siege wie sie diesen Winter schon hat. Aber Olympia hat eigene Gesetze. Und ich bin gesund, gut in Form und hoffe, dass ich eine Medaille gewinnen kann.“

Für Vonn wäre eine solche Zielsetzung wohl eine Untertreibung. Immerhin hat die Doppel-Weltmeisterin die Super-G-Kugel nun schon in der Tasche und führt neben den Saison-Klassements in Abfahrt und Kombination an. Im Gesamtklassement baute sie mit nun 1311 Punkten ihrer Führung vor Riesch (1174) wieder auf 137 Zähler aus. “Es war mir wichtig, mit einem starken letzten Rennen nach Vancouver zu reisen“, sagte die 25-jährige Vonn.

dpa

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