Der Vorsprung von Felix Neureuther in der Slalomwertung ist geschmolzen. Foto: Antonio Bat
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Der Vorsprung von Felix Neureuther in der Slalomwertung ist geschmolzen.

Slalom-Weltcup-Entscheidung vertagt

Neureuther nur Neunter - Vorsprung schmilzt

Kranjska Gora - Die erste Chance ließ Felix Neureuther ungenutzt. In Kranjska Gora patzt Verfolger Marcel Hirscher, landet aber dennoch vor dem Bayern. Die Entscheidung im Slalom-Weltcup fällt im letzten Rennen.

Die Jagd auf die erste Kristallkugel seiner Karriere wird für Skirennfahrer Felix Neureuther wie im vergangenen Jahr zum Nervenspiel. Beim vorletzten Weltcup-Slalom des WM-Winters kam der 30-Jährige am Sonntag in Kranjska Gora nur auf Rang neun - zu wenig für die Entscheidung in der Disziplinwertung. Verfolger Marcel Hirscher aus Österreich erwischte als Sechster zwar ebenfalls keinen guten Tag, konnte Neureuthers Vorsprung aber von 66 auf 55 Punkte reduzieren.

„Was heißt mit einem blauen Auge davongekommen, aber ich habe heute sicher nicht das gezeigt, was ich kann“, bilanzierte Neureuther nach seinem zweitschlechtesten Slalom-Resultat der Saison. In Adelboden war er im Januar ausgeschieden, sonst stand er immer auf dem Podium. „Ich bin halt einfach nicht gut gefahren. Ich hatte kein schlechtes Gefühl, aber ich bin auf keine Zeit gekommen.“

Ob Neureuther der erste deutsche Skirennfahrer bei den Herren seit 25 Jahren wird, der eine Kugel im Weltcup gewinnt, entscheidet sich am kommenden Sonntag beim Saisonabschluss. Wird Neureuther in Méribel Vierter wäre ihm der Disziplinsieg auch bei einem Tageserfolg von Hirscher sicher.

Beim Finale dabei sind auch Fritz Dopfer, Stefan Luitz und zum ersten Mal in seiner Karriere Linus Strasser. Dopfer kam am Sonntag auf Rang zehn, Strasser wurde 22. und steht damit auf Rang 20 der Slalom-Wertung. Die besten 25 dürfen beim Weltcup-Finale starten. Luitz qualifizierte sich am Samstag für den Riesenslalom.

2014 ging Neureuther mit fünf Zählern Vorsprung auf Hirscher ins letzte Rennen des Olympia-Winters. Österreichs Ski-Star gewann, Neureuther kam nur auf Rang zwei und musste sich schließlich mit 15 Zählern Rückstand geschlagen geben.

Die Ausgangslage ist dieses Mal viel besser - der Druck auf Neureuther dennoch groß. Auch wenn sein Verfolger sich in der Außenseiterrolle sieht. „Der Felix hat einen sehr guten Vorsprung, ein Punktepolster, deshalb ist der Felix der Favorit. Aber die Chance lebt weiter, das ist positiv“, sagte Hirscher nach einer starken Aufholjagd. Nach dem ersten Durchgang war er nur 19.

Tags zuvor sicherte sich der 26-Jährige mit Rang zwei im Riesenslalom hinter Sieger Alexis Pinturault (Frankreich) den Gesamterfolg in dieser Disziplin vorzeitig. Für Hirscher war es bereits die fünfte kleine Kugel seiner Karriere.

Nach seinen drei Gesamtsiegen seit 2012 hat er vor den abschließenden Wettkämpfen zudem 164 Punkte Vorsprung auf Verfolger Kjetil Jansrud aus Norwegen. Die Chance, als erster Skirennfahrer vier Gesamtweltcups nacheinander zu gewinnen, ist also groß.

Für Neureuther dagegen ist die Slalom-Kugel die einzige Gelegenheit. „Man kann es hin- und herschieben, wie man will. Am Ende ist wichtig, dass man sich auf sein Skifahren konzentriert“, sagte er. „Das ist die wichtigste Lehre vom heutigen Rennen: Sich nicht von Nebengeräuschen durcheinanderbringen lassen. Dann wird es schwer für die anderen.“

Das Wochenende in Kranjska Gora lief insgesamt nicht optimal. Im Riesenslalom am Samstag war Neureuther Zweiter nach dem ersten Durchgang, rutschte im Finale aber auf Rang fünf zurück. „Wenn du kontrolliert runterfährst, kriegst du halt mal einen auf den Deckel“, befand er.

dpa

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