Severin Freund, DSV, Skispringen, Skifliegen, WM, Vierschanzentournee
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Zufrieden mit dem bisherigen Winter: Severin Freund.

WM-Silber als Krönung

Severin Freund nach drei heißen Wochen "zufrieden"

Bad Mitterndorf - WM-Silber war für die deutschen Skispringer der starke Abschluss der heißesten Saisonphase. Die Ziele gehen Severin Freund und Co. allerdings nicht aus.

Als das WM-Silber um seinen Hals baumelte, durfte Severin Freund nach drei Wochen Dauerstress endlich einmal durchpusten. „Erst die Tournee, jetzt die WM - das waren richtig schöne Wochen. Auch wenn nicht alles glatt gelaufen ist“, sagte der Skisprung-Weltmeister und trat noch am Abend die Heimreise aus Österreich nach München an. Die nächsten Aufgaben warten schließlich schon.

Zunächst aber blickte Freund mit Stolz auf die wichtigste Phase der Saison zurück. „In diesen Tagen kann man berühmt werden“, hatte Bundestrainer Werner Schuster vor dem Winter über das Programm mit Vierschanzentournee und Skiflug-WM innerhalb kürzester Zeit gesagt. Freund gelang das mit Tournee-Platz zwei und Team-Silber bei der WM zumindest teilweise.

„Zur ganz großen Berühmtheit hat es nicht gereicht, dennoch waren es gute Wochen“, sagte Freund mit einem Grinsen. Auch Schuster zog ein positives Fazit des bisherigen Winters. „Auf einer Skala von 1 bis 10 hat die Mannschaft die Phase mit einer 8,5 bewältigt. Wir sind eine tolle Tournee und jetzt eine gute Skiflug-WM gesprungen“, sagte der Österreicher.

Silber das Maximum

Großen Anteil an der positiven Bilanz hatte vor allem der finale Tag bei der Flug-WM am Kulm. Silber durch Freund, Richard Freitag, Andreas Wellinger und Stephan Leyhe sei angesichts der Dominanz der Norweger „das Maximum“ gewesen, sagte Schuster: „Es wäre eine unrunde Sache gewesen, wenn wir hier leer ausgegangen wären. Dazu war die Entwicklung der letzten Jahre, dazu war diese Saison zu gut. `

Die Ziele für den Rest des Winters gehen den DSV-Adlern dennoch nicht aus, schließlich dauert die Saison noch bis Ende März. `Wir dürfen uns nicht ausruhen, dann kann das noch richtig cool werden“, sagte Freitag. Und auch Freund betonte: „Vorbei ist die Saison noch lange nicht, es kommen noch spannende Wochen. Ich freue mich auf den Rest.“

Dieser Rest beginnt schon am Freitag mit der Qualifikation im polnischen Zakopane. Dort oder eine Woche später im japanischen Sapporo wird Freund möglicherweise fehlen, der Tournee-Sturz in Innsbruck hat die ursprünglichen Pläne durchkreuzt. „Ich werde das mit ihm und dem Teamarzt besprechen“, sagte Schuster.

Titelverteidigung außer Reichweite

Im Gesamtweltcup liegt Freund mit 779 Punkten ohnehin schon deutlich hinter dem Slowenen Peter Prevc (1014) zurück. Angesichts der Dominanz des neuen Skiflug-Weltmeisters dürfte die Titelverteidigung für Freund außer Reichweite sein. „Ich habe trotzdem noch viel vor“, sagte Freund und hob die anstehenden Skifliegen auf dem „Monster-Bakken“ in Vikersund sowie beim Weltcup-Finale in Planica hervor.

Zunächst aber geht es nach Polen, dort wird der erst 19 Jahre alte David Siegel eine Chance erhalten. Der Teenager war ein weiterer Grund für Werner Schusters gute Laune am Kulm. „Wir haben lange gewartet, dass wieder ein junger Springer anklopft“, sagte der Bundestrainer, dem für die Zukunft nicht Bange sein muss: „Das wird hoffentlich auch andere anstacheln.“

sid

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