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Für Axel Jungk reichte es in der Endabrechnung nur zu Rang vier.

Hermann auf Titelkurs

Skeleton-WM: Jung verpasst Bronze

Igls - Die WM-Medaille hat Skeletonpilot Axel Jungk verpasst. Sein Schlitten hatte trotz guter Startzeiten nicht den nötigen Topspeed. Paradox: Die am Start schwächere Teamkollegin Tina Hermann kämpft in Innsbruck/Igls um WM-Gold.

Skeletonpilot Axel Jungk versuchte alles für eine WM-Medaille, doch bei Schneefall war er chancenlos. Um die drei Zehntelsekunden auf Bronze noch aufzuholen, wählte er am Freitag in Innsbruck/Igls die riskanten Einstellungen an seinem Schlitten - doch vergebens. Nach den ersten zwei Läufen wollte er auf Angriff fahren und hoffte auf kalten Bedingungen. „Aber bloß keinen Schnee“, meinte der Sachse. Doch genauso kam es. Nach vier Läufen vergrößerte sich der Abstand zu den Medaillen noch auf 0,74 Sekunden und er blieb auf Rang vier. Zudem war er nach Lauf drei stocksauer: „Ich hatte Startfreigabe, aber die Bahnarbeiter wollten einfach nicht aus der Bahn gehen.“

Den WM-Sieg holte sich zum vierten Mal in fünf Jahren der überragende Lette Martins Dukurs, der im ersten, dritten und vierten Lauf Bahnrekord fuhr und die Bestmarke auf 52,09 Sekunden schraubte. Auf Rang zwei kamen zeitgleich der russische Olympiasieger Alexander Tretjakow und der Südkoreaner Sungbin Yun. Kilian von Schleinitz aus Königssee wurde Siebter, der Oberhofer Michael Zachrau Elfter.

„Ich hatte nie eine Chance, es aus eigener Kraft zu schaffen. Das ist etwas deprimierend und man muss auf Fehler der anderen hoffen“, sagte Jungk, der schon im ersten Lauf vom Bahnrekord (52,14 Sekunden) des Letten überrascht war. Während Dukurs 122,59 Stundenkilometer Topspeed hatte, kam Jungk nur auf 120,26 km/h - trotz sauberer Fahrt. Am zweiten Tag war er zwar etwas schneller, aber die Gegner auch.

Bei den Frauen steht Tina Hermann vor dem größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Die 23-Jährige führt trotz der nur zwölftbesten Startzeit nach zwei Läufen und kam mit 120,77 Stundenkilometern auch als einzige Pilotin über die 120er Grenze. Den Eindruck, dass das Material der deutschen Frauen besser läuft als das der Männer, teilte sie nicht. „Manchmal muss man den Schlitten auch dazu zwingen, schnell zu fahren“, betonte die Weltcupführende.

Vor den Finalläufen am Samstag hat sie 16 Hundertstel Vorsprung auf die Österreicherin Janine Flock. „Ich wollte hier auf der Starterbahn in die Top Sechs. Ich verspüre keinen Druck und kann locker fahren“, meinte Hermann. Auf Rang drei liegt zur WM-Halbzeit Sophia Griebel. Die Suhlerin katapultierte sich im zweiten Durchgang von Rang zwölf nach vorn. Die WM-Zweite des Vorjahres, Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland, rutschte von Platz vier auf Rang acht ab.

dpa

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